Leapmotor hat von Januar bis September in Europa gut fünfmal so viele Autos verkauft wie ein Jahr zuvor, Chery gut viermal so viele. Insgesamt setzten die Hersteller in Europa 3,95 Millionen Elektroautos und Plug-in-Hybride ab, 32,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. In China und Nordamerika sank der Absatz dagegen.
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Der südkoreanische Marktforscher SNE Research hat am 3. November seine Absatzzahlen für Elektroautos und Plug-in-Hybride von Januar bis September vorgelegt.[1] Weltweit kamen 16,06 Millionen Fahrzeuge zusammen, 5,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ohne China wuchs der Markt um 30 Prozent auf 7,33 Millionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Europa legte um 32,2 Prozent auf 3,95 Millionen Fahrzeuge zu und stellt ein Viertel des Weltmarkts.
- In China fiel der Absatz um 8,6 Prozent, in Nordamerika um 25,2 Prozent.
- BYD verkaufte in China 32,9 Prozent weniger, in Europa 78,8 Prozent mehr.
- In Deutschland stieg der Absatz um 42,1 Prozent.
Warum schrumpfen China und Nordamerika?

In China sank der Absatz auf 8,73 Millionen Fahrzeuge. Plug-in-Hybride brachen um 24,3 Prozent ein, reine Elektroautos hielten ihr Niveau.[1] Seit Januar zahlen Käufer dort für beide Antriebe den halben Satz der Kaufsteuer, bis Ende 2025 waren sie befreit. Im September lag der Absatz 13 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Laut SNE hatten viele Kunden 2025 noch gekauft, bevor einige Regionen ihre Zuschüsse kürzten.
In Nordamerika fiel der Absatz um 25,2 Prozent auf 1,12 Millionen. Ende September 2025 lief die US-Steuergutschrift für Elektroautos aus, viele Kunden kauften noch kurz davor. Im September lag der Absatz deshalb 35,9 Prozent unter dem Vorjahresmonat.[1]
Wer verkauft in Europa mehr?
Reine Elektroautos legten in Europa um 37,7 Prozent zu. In Deutschland stieg der Absatz um 42,1 Prozent, in Frankreich um 54,3 und in Italien um 73,5 Prozent.[1] Hinter dem Zuwachs stehen auch die CO2-Flottengrenzwerte: Die EU prüft sie für 2025 bis 2027 im Durchschnitt der drei Jahre. Verkauft ein Hersteller 2025 zu wenige Elektroautos, muss er das bis 2027 ausgleichen.
Am stärksten wuchsen in Europa chinesische Anbieter. Leapmotor, der über das Händlernetz von Stellantis verkauft, steigerte den Absatz dort um 434,5 Prozent, Chery um 307,2 Prozent. BYD setzte in Europa 300.000 Fahrzeuge ab, 78,8 Prozent mehr.[1] Im September ging bei BYD schon fast 40 Prozent des Absatzes ins Ausland.[2] Tesla wuchs in Europa um 29,7 Prozent, etwas langsamer als der Markt.
Weltweit kam Volkswagen auf 1,02 Millionen Fahrzeuge, 2,9 Prozent mehr. BMW verkaufte 2,6 Prozent weniger, Mercedes-Benz 3,0 Prozent.[1] SNE nennt für die deutschen Konzerne keine Europa-Zahlen. BMW meldete für das dritte Quartal 37,5 Prozent mehr Elektroautos in Europa.
Was bedeutet das für Käufer in Deutschland?
Seit diesem Jahr fördert der Bund wieder Elektroautos für Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen. Bis 1. Oktober bewilligte das BAFA knapp 98.000 Anträge, knapp 15 Prozent davon für Leapmotor, BYD, MG und Xpeng. Ab 2028 wollen Berlin und Paris die Prämie an eine Montage in Europa und 70 Prozent europäische Wertschöpfung binden, die Batterie nicht mitgerechnet.
Europa ist der größte Markt mit Rückenwind. BYD holt hier einen Teil dessen zurück, was es in China verliert.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Sieben chinesische Zellhersteller lieferten von Januar bis September 73,0 Prozent der weltweit verbauten Batteriekapazität, CATL allein 39,1 Prozent.[2] Seit September erhebt China eine Verbrauchsteuer von 2 Prozent auf Akkus, ab Januar entfällt die Steuererstattung für Batterieexporte.
Käufer, die mit der Prämie rechnen, sollten den Antrag nicht aufschieben: Beim bisherigen Tempo wäre der Topf von 3 Milliarden Euro im Herbst 2027 leer. Bei Leasingangeboten lohnt der Blick auf den kalkulierten Restwert, denn Preissenkungen bei Neuwagen drücken den Wert gebrauchter Elektroautos.
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