Der Herstellerverband ACEA zählt für September 290.117 neu zugelassene Elektroautos in der EU, 73 Prozent mehr als vor einem Jahr. Benziner fielen auf 17 Prozent der Neuzulassungen. In Deutschland verdoppelte sich die Zahl der neuen Elektroautos fast, Polen meldete ein Minus.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenVon 971.048 neuen Autos in der EU fuhren im September 29,9 Prozent rein elektrisch, nach 18,9 Prozent ein Jahr zuvor.[1] Nach neun Monaten liegen Elektroautos mit 22,7 Prozent vor den Benzinern mit 21,2 Prozent. Vorn bleiben Voll- und Mildhybride mit 36,3 Prozent.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Deutschland meldete im September 88.599 neue Elektroautos, 94,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.
- In Polen sank die Zahl der neuen Elektroautos um 21,9 Prozent.
- Tesla legte in der EU um 78,6 Prozent zu, BYD verdoppelte seine Zulassungen.
- Ob Hersteller die CO2-Flottenziele einhalten, prüft die EU für 2025 bis 2027 im Durchschnitt der drei Jahre.
Wo legen Elektroautos am stärksten zu?

In Deutschland fuhr im September gut jedes dritte neue Auto elektrisch, der Anteil lag bei 34,5 Prozent.[1] Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte die Zahl schon Anfang Oktober gemeldet. In Frankreich verdoppelte sich die Zahl auf 65.243, dort lag der Anteil bei knapp 42 Prozent.[1]
In Polen wuchs der Gesamtmarkt um 13 Prozent, die Zahl der Elektroautos fiel dagegen. In Italien liegt der Anteil bei 7,6 Prozent, dort legten vor allem Hybride und Plug-in-Hybride zu.[1]
Warum steigen die Zahlen gerade jetzt?
Die ACEA führt die Nachfrage auf Kaufhilfen und ein breiteres Modellangebot zurück.[1] In Deutschland zahlt der Bund seit Januar wieder bis zu 6.000 Euro Prämie an Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 80.000 Euro. Bis zum 1. Oktober bewilligte das BAFA 97.790 Anträge, 89.594 davon für reine Elektroautos.[4] Allein an der Prämie hängt der Zuwachs nicht: In Österreich stieg die Zahl ohne Bundesprämie um 80,6 Prozent.[1]
Dazu kommt die CO2-Rechnung der Hersteller. Seit Juni 2025 gilt für 2025 bis 2027 ein Durchschnittsziel, geprüft wird erst nach dem dritten Jahr.[2] Jedes Gramm über dem Ziel kostet 95 Euro je neu zugelassenem Auto.[3] Hersteller mit zu wenigen Elektroautos im Jahr 2025 müssen den Rückstand deshalb 2026 und 2027 aufholen oder sich einer Emissionsgemeinschaft anschließen.
Die Prämie zieht, doch Polen und Italien zeigen, wie weit die EU von einem einheitlichen Elektroautomarkt entfernt ist.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Welche Hersteller gewinnen Marktanteile?
Tesla kam in der EU auf 45.866 Neuzulassungen, 78,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. BYD verdoppelte seine Neuzulassungen auf 28.309, Chery kam mit 20.707 auf mehr als das Dreifache des Vorjahres, Leapmotor mit 10.229 ebenfalls.[1] Die Herstellerwerte umfassen alle Antriebe.
Mit SAIC, dem Mutterkonzern von MG, erreichen die vier chinesischen Konzerne 8,5 Prozent der Neuzulassungen, nach 4,6 Prozent ein Jahr zuvor.[1] Den Leapmotor B10 baut Stellantis inzwischen in Saragossa. Marktführer bleibt der Volkswagen-Konzern, sein Anteil sank von 27,2 auf 23,8 Prozent.[1]
Private Käufer sollten die Prämie früh beantragen. Hält das Antragstempo vom September an, ist der Fördertopf von 3 Milliarden Euro rechnerisch im Herbst 2027 leer. Fast die Hälfte der geförderten Autos ist geleast,[4] die Mindesthaltedauer beträgt 36 Monate. Ab 2029 kommen deshalb viele Leasingrückläufer auf den Gebrauchtmarkt, Fuhrparkleiter sollten den Wertverlust junger Elektroautos entsprechend kalkulieren.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- ACEANew car registrations: +5.7% in September 2026 year-to-date; battery-electric 22.7% market share (22. Oktober 2026), Tabellen in der Pressemitteilung als PDF
- EUR-LexVerordnung (EU) 2025/1214 zur Gewährung zusätzlicher Flexibilität bei der Berechnung der Einhaltung der CO2-Emissionsnormen für die Kalenderjahre 2025 bis 2027
- EUR-LexVerordnung (EU) 2019/631 zur Festsetzung von CO2-Emissionsnormen für neue Personenkraftwagen und für neue leichte Nutzfahrzeuge, Art. 8 Abs. 2
- Bundesamt für Wirtschaft und AusfuhrkontrolleZwischenbericht zur E-Auto-Förderung, Stand 1. Oktober 2026
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