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Adidas hat im dritten Quartal 1.008 Millionen Euro operativ verdient, so viel wie nie zuvor in drei Monaten. Rund 200 Millionen davon stammen aus zurückgezahlten US-Zöllen. Um genau diesen Betrag hebt der Konzern auch sein Gewinnziel für das Gesamtjahr an.

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Kurz nach 20 Uhr verschickte Adidas am Dienstag die vorläufigen Zahlen als Ad-hoc-Mitteilung, neun Tage vor dem Quartalsbericht.[1] Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 9 Prozent auf 7.252 Millionen Euro, das Betriebsergebnis um 37 Prozent. Im Juli hatte der Konzern das Gewinnziel trotz Rekordumsatz noch unverändert gelassen, weil Zölle und WM-Werbung die Marge drückten.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Adidas erwartet für 2026 ein Betriebsergebnis von rund 2,5 Milliarden Euro, bisher rechnete der Konzern mit rund 2,3 Milliarden.
  • Im dritten Quartal erhielt der Konzern den Großteil seiner zu viel gezahlten US-Zölle zurück, rund 200 Millionen Euro.
  • Ohne diese Erstattung läge die operative Marge des Quartals mit rund 11 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.
  • Die endgültigen Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht Adidas am 29. Oktober.

Wie viel vom Rekord stammt aus der Zollerstattung?

Ein weißer Sneaker mit einem orangefarbenen Beleg mit der Aufschrift „ZOLL ZURÜCK“
Adidas erhielt rund 200 Millionen Euro gezahlte US-Zölle zurück, was die Bruttomarge um 2,5 Punkte auf 54,3 Prozent erhöhte

Den Großteil seiner zu viel gezahlten US-Zölle bekam Adidas im Quartal zurück und verbuchte dafür rund 200 Millionen Euro.[1] Die Erstattung half der Bruttomarge, die gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3 Prozent stieg. Auch mehr Verkäufe ohne Rabatt trugen laut Adidas dazu bei, ungünstige Wechselkurse wirkten in die Gegenrichtung.

Ohne die Erstattung bleibt nach Rechnung von Dr. Web ein Betriebsergebnis von rund 800 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2025 hatte Adidas 736 Millionen Euro verdient,[2] das bereinigte Plus liegt damit bei knapp 10 statt 37 Prozent. Die operative Marge fiele von 13,9 auf rund 11 Prozent und damit auf den Wert des Vorjahresquartals von 11,1 Prozent.[2]

Warum steigt die Prognose um 200 Millionen Euro?

Die Rechnung hinter dem neuen Ziel legt Adidas selbst offen.[1] Das stärkere Wachstum soll rund 100 Millionen Euro zusätzlichen Gewinn bringen, die Zollerstattung weitere 200 Millionen. Beide Posten zusammen ergäben rechnerisch 2,6 Milliarden Euro. Rund 100 Millionen davon will Adidas im vierten Quartal aber in Projekte stecken, mit denen der Gewinn künftig schneller wachsen soll als der Umsatz.

Abzüglich der einmaligen Erstattung stünde das Gewinnziel deshalb weiter bei 2,3 Milliarden Euro. Den zusätzlichen Gewinn aus dem Wachstum gibt Adidas für die neuen Projekte wieder aus, den Sprung im Ausblick liefert allein das Geld vom US-Zoll.

Schwierig läuft laut Vorstandschef Bjørn Gulden das Geschäft mit Freizeitschuhen. Als Grund nennt Gulden „zu hohe Bestände und zu viele Rabatte im Gesamtmarkt“ und erwartet, dass sich die Lage bald normalisiert.[1]

Operativ verdient Adidas an jedem Euro Umsatz so viel wie vor einem Jahr, den Rekord liefert das Zollgeld aus Washington.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Adidas: Woher die neue Prognose kommt
Vorläufige Zahlen zum dritten Quartal 2026 und die Rechnung zum Jahresziel
1.008 Mio. €
Betriebsergebnis im dritten Quartal, ein Jahr zuvor 736 Mio. €
rund 200 Mio. €
Erstattung zu viel gezahlter US-Zölle, im Quartalsergebnis enthalten
rund 11 %
operative Marge ohne die Erstattung, so viel wie im dritten Quartal 2025
Vom alten zum neuen Gewinnziel für 2026
Bisher
2,3 Mrd. €
Betriebsergebnis laut alter Prognose
plus
100 Mio. €
mehr Gewinn aus stärkerem Wachstum
plus
200 Mio. €
Zollerstattung, fließt nur einmal
minus
100 Mio. €
zusätzliche Ausgaben im vierten Quartal
Neu
2,5 Mrd. €
Betriebsergebnis laut neuer Prognose

Was bedeutet die Zollerstattung für Unternehmen mit US-Geschäft?

Den Weg für die Rückzahlung machte der Oberste US-Gerichtshof frei. Im Februar kippte das Gericht die Zölle, die Präsident Trump über ein Notstandsgesetz verhängt hatte. Seitdem fordern Importeure die Abgaben zurück. Die DHL Group erhielt auf diesem Weg 416 Millionen Euro, Dräger verbuchte im dritten Quartal 20,1 Millionen Euro und damit gut zwei Fünftel seines Quartalsergebnisses.

In den Quartalszahlen der kommenden Wochen lohnt deshalb der Blick, welcher Teil des Gewinns aus Erstattungen stammt. Das Geld fließt nur einmal, Zölle nach anderen Gesetzen, etwa auf Stahl und Aluminium, gelten weiter. Mittelständler mit eigener US-Gesellschaft sollten prüfen, ob dort noch Erstattungsansprüche aus den gekippten Zöllen offen sind.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Adidasadidas erzielt Rekordergebnisse und hebt Gewinnprognose für Gesamtjahr an (Mitteilung vom 20. Oktober 2026)
  2. AdidasQuartalsmitteilung zum dritten Quartal 2025 (PDF)

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