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10,27 Milliarden Euro Umsatz in drei Monaten hat der Walldorfer Softwarekonzern noch nie verbucht. Ein Teil des Cloud-Wachstums stammt aus Umsätzen früherer Quartale, die SAP erst jetzt erfassen durfte. Für Firmen mit altem SAP-System steckt die wichtigere Zahl weiter hinten im Bericht.

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„Zum ersten Mal hat die SAP in einem Quartal mehr als 10 Mrd. € Umsatzerlöse und mehr als 3 Mrd. € Betriebsergebnis (Non-IFRS) überschritten“, sagt Finanzvorstand Dominik Asam.[1] Das Betriebsergebnis stieg im dritten Quartal um 18 % auf 3,03 Mrd. €. Für die Clouderlöse 2026 erwartet SAP nun das obere Ende der Spanne von 25,8 bis 26,2 Mrd. €.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Umsatz im dritten Quartal: 10,27 Mrd. €, plus 13 %; Clouderlöse 6,67 Mrd. €, plus 26 %.
  • Die vertraglich zugesagten Cloud-Umsätze der nächsten zwölf Monate steigen auf 24,1 Mrd. €, währungsbereinigt um 26 % wie im Vorquartal.
  • Die Prognose für das Betriebsergebnis 2026 bleibt bei 11,8 bis 12,2 Mrd. €.
  • Die Erlöse aus Softwaresupport sinken um 5 %, SAP erwartet einen beschleunigten Rückgang.

Woher kommt der Schub in der Cloud?

Weißes Sparschwein in Wolkenform mit hellblauem Anhänger und Aufschrift nachgebucht
SAP verbucht Clouderlöse von Kunden, die finanzielle Schwierigkeiten überwunden haben, rückwirkend über mehrere Quartale

SAP nennt selbst einen Sondereffekt: In den Clouderlösen stecken Umsätze, die der Konzern über mehrere Quartale nachholt, von Kunden, die ihre finanziellen Schwierigkeiten überwunden haben.[1] Wie viel das ausmacht, beziffert SAP nicht.

Dahinter steht eine Bilanzregel. Nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS 15 darf ein Unternehmen einen Kundenvertrag nur erfassen, wenn es die Gegenleistung wahrscheinlich erhält. Verschlechtert sich die Zahlungsfähigkeit eines Kunden deutlich, muss das Unternehmen das neu prüfen.[3] Erst wenn die Bedingung wieder erfüllt ist, bucht SAP die aufgelaufenen Beträge als Umsatz.

Verlässlicher zeigt der Current Cloud Backlog die Nachfrage, also die vertraglich zugesagten Cloud-Umsätze der nächsten zwölf Monate. Dieser Auftragsbestand wuchs währungsbereinigt um 26 %, genauso stark wie im zweiten Quartal, als SAP die Gewinnprognose senken musste. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einem leicht schwächeren Wachstum dieser Kennzahl.[1]

Was kostet SAP der Umbau zur KI-Cloud?

Die Cloudkosten stiegen um 29 % und damit schneller als die Clouderlöse, die Cloudbruttomarge sank von 74,6 auf 73,9 %.[1] Dazu kommen die Zukäufe Reltio, Dremio und Prior Labs: Die drei Firmen brachten 49 Mio. € Umsatz und belasteten das Betriebsergebnis nach IFRS mit 59 Mio. €.[1]

Vorstandschef Christian Klein setzt auf KI-Agenten wie Joule Work und sagt über die Kunden: „Sie erkennen, dass Joule Work ihre Transformation attraktiver macht als je zuvor.“[1] Für seine KI-Agenten im Personalwesen will SAP TechWolf übernehmen, einen Anbieter von Daten zu den Fähigkeiten von Beschäftigten.

Einen Teil des Cloud-Rekords hat SAP nur nachgebucht. Der Auftragsbestand wächst so schnell wie im Vorquartal, nicht schneller.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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SAP im dritten Quartal 2026
Die Cloud wächst, die Marge darin sinkt, die Wartung schrumpft
10,27 Mrd. €
Umsatz von Juli bis September, 13 % mehr als im Vorjahr und erstmals über 10 Milliarden
6,67 Mrd. €
Clouderlöse, plus 26 %, darin nachgeholte Umsätze von Kunden nach überwundener Finanznot
24,1 Mrd. €
zugesagte Cloud-Umsätze der nächsten zwölf Monate (Current Cloud Backlog), währungsbereinigt plus 26 %
73,9 %
Bruttomarge in der Cloud nach 74,6 % im Vorjahr, weil die Cloudkosten um 29 % stiegen
−5 %
Softwaresupport auf 2,43 Mrd. €; SAP erwartet einen beschleunigten Rückgang

Was heißt das für Unternehmen mit altem SAP-System?

Die Erlöse aus Softwaresupport, im Kern Wartungsgebühren für Lizenzsoftware im eigenen Rechenzentrum, fielen um 5 % auf 2,43 Mrd. €. SAP kündigt einen beschleunigten Rückgang über die nächsten Jahre an, weil Kunden in die Cloud wechseln.[1]

Die Standardwartung für die Business Suite 7, zu der ECC 6.0 gehört, endet Ende 2027. Die verlängerte Wartung bis Ende 2030 kostet zwei Prozentpunkte Aufschlag auf die bisherige Wartungsbasis.[2] Die KI-Funktionen öffnet SAP für Kunden mit eigenem Rechenzentrum nur, wenn sie sich zum Wechsel in die Cloud verpflichten.

Prüfen Sie vor der nächsten Vertragsrunde, welche Module über 2027 hinaus laufen, und stellen Sie den Aufschlag den Kosten eines früheren Umstiegs gegenüber. Was ein Abbruch kostet, zeigt der gestoppte S/4HANA-Neustart bei Zeiss. Fragen Sie beim Umstiegspaket RISE nach dem Standort der Rechenzentren, eine Variante läuft in der Cloud von STACKIT.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. SAP SEQuartalsmitteilung Q3 2026 (21. Oktober 2026, vorläufig und ungeprüft; dazu die Pressemitteilung „SAP veröffentlicht Ergebnisse für Q3 2026“)
  2. SAP News CenterSAP S/4HANA Maintenance 2040: Clarity and Choice for SAP Business Suite 704.02.2020
  3. Europäische KommissionVerordnung (EU) 2016/1905 zur Übernahme von IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden (Paragraphen 9 Buchstabe e, 13 und 14)

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