Souveräne Cloud galt lange als teurer Sonderweg. Seit dem 8. September 2026 läuft SAPs Transformationspaket RISE with SAP auf STACKIT, dem Cloud-Dienst der Schwarz Gruppe. Der Preis entspricht dem der US-Hyperscaler. Für jede SAP-Migration, die bisher an der Datenhoheit scheiterte, verschiebt sich damit die Rechnung.

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Eine souveräne SAP-Cloud ohne Preisaufschlag war bis vor Kurzem ein Widerspruch. Genau den löst der gemeinsame Start von Schwarz Digits und SAP auf: STACKIT wird als vollwertiger Hyperscaler im RISE-Programm gelistet, als bislang einziger europäischer Anbieter. Für deutsche Entscheider, die S/4HANA in die Cloud bringen wollen, ändert dieser Schritt die Ausgangslage.

Das Wichtigste in Kürze

  • STACKIT ist seit dem 8. September 2026 der einzige europäische Hyperscaler, auf dem RISE with SAP läuft.
  • Der Betrieb kostet so viel wie bei AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud, die Preisparität gilt im gesamten RISE-Programm.
  • Kommerziell startet das Angebot sofort, die technische Bereitstellung beginnt im November 2026.
  • Über 30 Prozent der Firmen mit ERP betreiben SAP laut Gartner noch on-premise, für sie öffnet sich ein europäischer Migrationspfad.

Was bringt RISE with SAP auf STACKIT?

Ein offener grauer Safe vor weißem Hintergrund mit dem Anhänger
SAP-Kunden können ihre RISE-Umgebung nun auf der Infrastruktur der Schwarz Gruppe statt bei US-Konzernen buchen

Souveräne Wahl heißt der Kern des Angebots. SAP-Kunden buchen ihre RISE-Umgebung künftig auf der Infrastruktur der Schwarz Gruppe statt zwingend bei einem US-Konzern. RISE with SAP bündelt den Umstieg auf S/4HANA mit Infrastruktur, Betrieb und Wartung in einem Vertrag. Welcher Hyperscaler diese Infrastruktur stellt, war bisher eine Wahl zwischen Amazon, Microsoft und Google. Mit STACKIT kommt ein europäischer Anbieter hinzu, der die Daten in deutschen Rechenzentren hält.[1]

Schneller Nachweis: Schwarz Digits zertifizierte die Plattform nach eigenen Angaben in anderthalb Jahren. „In nur eineinhalb Jahren haben wir STACKIT für RISE with SAP zertifiziert, ein klarer Beleg für die Leistungsfähigkeit“, sagt Bernd Wagner, Chief Sales Officer von Schwarz Digits. Täglich verarbeitet STACKIT nach Unternehmensangaben über 1.000 IT-Dienste der Schwarz Gruppe, also der Mutter von Lidl und Kaufland.

Warum ist die Preisparität der eigentliche Hebel?

Kein Souveränitäts-Aufschlag lautet die eigentliche Nachricht. Europäische Cloud-Alternativen galten lange als teurer, weshalb Datenhoheit in der Praxis oft dem Budget wich. Im RISE-Programm gilt nun Preisparität über alle zertifizierten Anbieter, STACKIT kostet also so viel wie AWS oder Azure. „Mit der Verfügbarkeit von RISE with SAP auf STACKIT erweitern wir die Wahlmöglichkeiten für unsere Kunden“, sagt Dr. Sandra Maus, Chief Growth Officer von SAP. Der Aufschlag, der bisher gegen die souveräne Variante sprach, entfällt.

Teil einer Welle: Der Schritt reiht sich in eine Reihe von Souveränitäts-Deals ein. Anfang September gewann Schwarz Digits mit Atos einen Integrator für den Weiterverkauf von STACKIT. SAP wirbt zugleich mit AWS für digitale Souveränität auf US-Infrastruktur, während SAP-Chef Klein die Souveränität eher an Talente als an neue Rechenzentren knüpft. STACKIT setzt dagegen auf europäische Rechenzentren von der Hardware bis zum Betrieb.

Preisparität ist der eigentliche Durchbruch, nicht die Technik. Solange Souveränität extra kostete, blieb sie ein Prospektversprechen; erst der gleiche Preis macht die europäische SAP-Cloud zur echten Option im Auswahlverfahren.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was heißt das für deutsche Entscheider?

Ein gangbarer Pfad öffnet sich für regulierte Branchen. Der US CLOUD Act verpflichtet amerikanische Anbieter, Daten auf Zugriff von US-Behörden herauszugeben, auch wenn die Server in Frankfurt stehen. Genau dieses Risiko ließ Banken, Versicherer und Betreiber kritischer Infrastruktur bisher vor einer RISE-Migration zurückschrecken. Über 30 Prozent der Firmen mit ERP betreiben ihr SAP laut Gartner noch on-premise, ein großer Teil davon aus Sorge um Compliance und Datenhoheit.[1]

Nüchtern prüfen sollten Entscheider trotzdem. Die kommerzielle Buchung startet sofort, die technische Bereitstellung aber erst im November 2026, ein knapper Fahrplan für Projekte mit festem Migrationstermin. Einen Vergleich der Alternativen liefert unser Überblick der deutschen Hyperscaler mit den Unterschieden zu IONOS und der Open Telekom Cloud. Wie tragfähig die Plattform im Alltag ist, zeigen der Weg des Lidl-Konzerns zum Cloud-Anbieter und SAPs Kurs, seine KI nur gegen ein Cloud-Bekenntnis zu öffnen.

RISE with SAP on STACKIT: der Start in Zahlen

Souveräne SAP-Cloud aus Europa, gelistet im RISE-Programm seit dem 8. September 2026.

Die Eckdaten zum Marktstart

1
europäischer Hyperscaler im RISE-Programm: STACKIT
0 €
Aufschlag dank Preisparität zu AWS, Azure und Google Cloud
Nov 2026
Start der technischen Bereitstellung, kommerziell buchbar ab sofort
30 %
der Firmen mit ERP betreiben SAP laut Gartner noch on-premise
1.000+
IT-Dienste der Schwarz Gruppe laufen täglich über STACKIT
Souveränität ohne Preisaufschlag: STACKIT wird die erste europäische RISE-Adresse zum Marktpreis der US-Anbieter.

Anfang eines Wettbewerbs: Mit STACKIT bekommt das RISE-Programm erstmals eine europäische Adresse ohne Preisnachteil. Prüfen Sie vor einer SAP-Migration, ob Datenhoheit für Ihre Branche zum Ausschlusskriterium wird. Stimmen Sie den Zeitplan zugleich auf die Bereitstellung ab November 2026 ab.

Quelle

[1] Schwarz Digits: „Schwarz Digits startet RISE with SAP on STACKIT zu wettbewerbsfähigen Marktpreisen“

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