Schwarz Digits holt sich mit Atos einen der größten IT-Dienstleister Europas als Vertriebs- und Integrationspartner für die souveräne Cloud STACKIT. Der Konzern hinter Lidl und Kaufland verkauft seine Cloud damit nicht mehr nur selbst, sondern über ein Partnernetz mit 4.500 Kunden in 54 Ländern. Diese Partnerschaft verschiebt für deutsche Entscheider die Frage, ob eine europäische Alternative zu AWS und Azure praktisch erreichbar ist.

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Die souveräne Cloud bekommt in Europa gerade ein Vertriebsnetz. Am 3. September 2026 vereinbarten Atos und Schwarz Digits in München eine strategische Partnerschaft, bei der Atos die STACKIT-Plattform sowohl weiterverkauft als auch in Kundenlandschaften integriert.[1] Ein französischer Konzern reagiert damit auf eine Nachfrage, die vor allem aus Verwaltungen und regulierten Branchen kommt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Atos wird Wiederverkäufer und Systemintegrator für die souveräne Cloud STACKIT von Schwarz Digits.
  • Kern der Partnerschaft ist die Integration von STACKIT in den Atos CloudPlatform Orchestrator, der Workloads nach Schutzbedarf verteilt.
  • Zielgruppe sind Unternehmen und öffentliche Auftraggeber mit hohen Anforderungen an Datenschutz und Compliance.
  • Der Schritt reiht sich in eine Welle europäischer Souveränitäts-Angebote ein, von Thales und Google bis zur Verwaltung.

Was haben Atos und Schwarz Digits vereinbart?

Eine Wolkenskulptur mit orangefarbener Flagge und einem Preisschild mit der Aufschrift Souverän €
Atos wird Reseller von STACKIT und integriert die Plattform in seinen CloudPlatform Orchestrator zur zentralen Verwaltung hybrider Multi-Cloud-Umgebungen

Atos übernimmt zwei Rollen. Der IT-Dienstleister verkauft STACKIT künftig als Reseller weiter und richtet die Plattform bei Kunden ein. Herzstück ist die Einbettung von STACKIT in den Atos CloudPlatform Orchestrator, der hybride und mehrere Cloud-Umgebungen zentral steuert.

Christian Ernst, bei Atos verantwortlich für Deutschland, Österreich und Zentraleuropa, sagt: „Digitale Souveränität ist für viele Unternehmen zur strategischen Voraussetzung geworden.“[1] Schwarz Digits bringt mit STACKIT die Plattform ein, Atos den Zugang zu 4.500 Bestandskunden in 54 Ländern.

Warum Souveränität hier eine Rechtsfrage ist?

Die Souveränität entscheidet sich juristisch, nicht am Standort des Rechenzentrums. Der US CLOUD Act von 2018 verpflichtet Anbieter mit US-Sitz, Daten auf Anordnung herauszugeben, auch wenn die Server in Frankfurt oder Berlin stehen. STACKIT gehört zur Schwarz-Gruppe und unterliegt allein deutschem sowie europäischem Recht, womit dieser Zugriff entfällt. Der Atos-Orchestrator verteilt Anwendungen nach Schutzbedarf, kritische Workloads in die souveräne Cloud, unkritische dorthin, wo der Betrieb am günstigsten ist. Genau diese Einordnung fehlt in vielen IT-Landschaften, weil Datenklassen selten sauber getrennt sind.

Die souveräne Cloud hatte bisher kein Verkaufsregal. Atos stellt Schwarz Digits genau dieses Regal hin, und die Reichweite entscheidet am Ende mehr als jedes Zertifikat.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Wer kämpft sonst um die souveräne Cloud?

Der Markt füllt sich mit Souveränitäts-Angeboten. Thales und Google brachten mit ihrer gemeinsamen Cloud ein deutsches Angebot an den Start. Schwarz Digits greift mit STACKIT längst AWS und Azure frontal an. Wo STACKIT, IONOS und die Open Telekom Cloud beim Datenschutz stehen, zeigt ein Vergleich. Auf der Nachfrageseite zieht die öffentliche Hand an, etwa mit dem Umstieg des Schweizer Bundes auf die Open-Source-Suite openDesk. Für Entscheider zählt weniger das Etikett souverän als die Prüfung, welche Datenklassen wirklich aus der US-Cloud heraus müssen und wie ein Ausstieg vertraglich abgesichert ist.

Die STACKIT-Allianz in Zahlen
So verbinden Atos und Schwarz Digits Vertrieb mit souveräner Cloud
3. Sept. 2026
Partnerschaft in München vereinbart
4.500
Atos-Bestandskunden in 54 Ländern als neuer Vertriebsweg für STACKIT
2,2 Mrd. €
Umsatz von Schwarz Digits im Jahr 2025
5,6 Mrd. €
Investition in das KI-Rechenzentrum bei Rostock
2018
US CLOUD Act, an dem sich die Souveränitätsfrage entzündet

Für IT-Verantwortliche lohnt der nüchterne Blick auf den eigenen Datenbestand. Sinnvoll ist, zuerst die wirklich schützenswerten Anwendungen zu bestimmen und erst dann über die Plattform zu entscheiden, statt die gesamte Landschaft pauschal umzuziehen.

Quelle

[1] Atos: „Atos und Schwarz Digits vereinbaren strategische Partnerschaft für souveräne Cloud- und Plattformlösungen“

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