Schwarz Digits will mit der Cloud-Plattform STACKIT die europäische Antwort auf Amazon, Microsoft und Google liefern. Seit März 2026 läuft auf dieser als souverän beworbenen Cloud die Sicherheitsplattform Falcon des US-Konzerns CrowdStrike,[1] dazu kommen Dienste von Zscaler und MicroStrategy. Anspruch auf Souveränität und eingekaufte US-Technik stehen damit dicht nebeneinander.

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Die eigentliche Frage für IT-Entscheider lautet, wie eigenständig eine europäische Cloud bleibt, die ihre wichtigsten Bausteine aus den USA bezieht. Ein Blick auf Größenordnungen und Verträge ordnet das ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • STACKIT ist die Cloud-Plattform von Schwarz Digits, dem IT-Arm der Lidl- und Kaufland-Mutter Schwarz Gruppe.
  • Für Sicherheit und Analytik setzt die Plattform auf US-Anbieter wie CrowdStrike, Zscaler und MicroStrategy, deren Daten aber in europäischen Rechenzentren bleiben.
  • Die vier US-Hyperscaler investieren 2026 nach Analystenschätzungen zusammen rund 630 Milliarden Euro, ein Vielfaches der europäischen Anbieter.
  • Souveränität heißt hier vor allem Datenstandort und Rechtskontrolle, geregelt über EU-Vorgaben wie NIS2, DORA und den Data Act.

Wie souverän ist eine Cloud mit US-Bausteinen?

Blauer Safe mit Aufschrift „souverän“ und zwei Schwimmflossen davor, auf weißem Hintergrund
CrowdStrike integriert Falcon-Plattform ab März 2026 auf STACKIT mit Datenspeicherung in EU-Rechenzentren unter DSGVO und EU Cyber Resilience Act

Souverän heißt bei STACKIT Datenstandort und Rechtskontrolle, nicht Eigenfertigung. CrowdStrike bringt seine Falcon-Plattform seit dem 5. März 2026 auf STACKIT, die Telemetrie- und Analysedaten bleiben dabei in europäischen Rechenzentren und folgen der DSGVO sowie dem EU Cyber Resilience Act. Rolf Schumann, Co-Chef von Schwarz Digits, sagt: „Digitale Souveränität ist kein theoretisches Konzept, sondern die Grundlage der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.“[1]

Der Mechanismus dahinter zählt für jeden Vertrag: Über Souveränität entscheiden der rechtliche Zugriff auf die Daten und ihr Speicherort. Die Herkunft der Software steht dahinter zurück. Genau dieses Modell verkaufen auch Amazon und SAP als europäische Souveränität, obwohl die Infrastruktur aus den USA stammt.

Warum stockt der Angriff auf die US-Cloud?

Den Abstand macht das Geld. Amazon, Microsoft, Google und Meta stecken 2026 nach Analystenschätzungen rund 630 Milliarden Euro in ihre Infrastruktur, gut 77 Prozent mehr als im Vorjahr und vor allem in KI-Rechenzentren. Schwarz Digits stemmt mit dem Rechenzentrum in Lübbenau 11 Milliarden Euro, die größte Einzelinvestition des Konzerns, verteilt über Jahre.[2]

STACKIT betreibt heute vier Rechenzentren und baut in Lübbenau das fünfte, mit Grünstrom und Platz für bis zu 100.000 GPUs. Gegen das Investitionstempo der Hyperscaler bleibt STACKIT eine andere Liga. Auch Alibaba sammelt gerade Milliarden für eigene KI-Fabriken ein. Schwarz Digits wirbt deshalb mit Rechtssicherheit und Datenstandort statt mit Größe, so wie Lidl STACKIT von Beginn an positioniert hat.

Souveräne Cloud, geliehene US-Technik
Warum der Angriff von Schwarz Digits auf die US-Hyperscaler ins Stocken gerät
~ 630 Mrd. €
Investitionen der vier US-Hyperscaler 2026, laut Analystenschätzungen
+ 77 %
Anstieg dieser Investitionen gegenüber 2025
11 Mrd. €
Größte Einzelinvestition von Schwarz Digits, Rechenzentrum Lübbenau
3
US-Partner auf STACKIT: CrowdStrike, Zscaler, MicroStrategy
Das Souveränitäts-Paradox in drei Schritten
Schritt 1
Die US-Hyperscaler investieren 2026 rund 630 Milliarden Euro, vor allem in KI-Rechenzentren.
Schritt 2
STACKIT hält mit Grünstrom-Rechenzentren dagegen, bleibt aber um Größenordnungen kleiner.
Schritt 3
Für Sicherheit und Analytik holt Schwarz Digits US-Anbieter an Bord, die Souveränität bleibt teils geliehen.

Souveränität ist ein Vertragsversprechen über Datenstandort und Zugriff, kein Herkunftssiegel auf der Software. STACKIT liefert europäische Rechtskontrolle über eine Plattform, deren Sicherheitsschicht aus Austin kommt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was heißt das für Entscheider im DACH-Raum?

Für Entscheider zählt der Vertrag, nicht das Etikett. Regeln wie NIS2, DORA und der EU Data Act, dessen Wechselentgelte ab dem 12. Januar 2027 wegfallen, machen europäische Clouds attraktiver und den Anbieterwechsel billiger. Souveränität bleibt dabei eine Frage der Rechtskontrolle über die Daten.

Klären Sie vor einem Wechsel den physischen Speicherort der Daten und prüfen Sie, welche Bausteine wie Sicherheit oder Analytik weiterhin aus den USA stammen. Erst danach lohnt der nüchterne Vergleich der deutschen Anbieter, von STACKIT über IONOS bis zur Open Telekom Cloud.

FAQ: Schwarz Digits, STACKIT und die Cloud-Souveränität

Was ist STACKIT?

STACKIT ist die Cloud-Plattform von Schwarz Digits, dem IT- und Digitalarm der Schwarz Gruppe hinter Lidl und Kaufland. Die Plattform bietet Infrastruktur- und KI-Dienste mit Datenhaltung in europäischen Rechenzentren und richtet sich an Unternehmen und Behörden, die auf Datenstandort und EU-Rechtskontrolle Wert legen.

Wem gehört Schwarz Digits?

Schwarz Digits gehört zur Schwarz Gruppe, dem Handelskonzern hinter Lidl und Kaufland. Als IT- und Digitalsparte bündelt Schwarz Digits die Cloud-Plattform STACKIT sowie Cybersicherheitsdienste und wird von den Co-Chefs Rolf Schumann und Christian Müller geführt.

Ist eine europäische Cloud vor US-Zugriff geschützt?

Eine europäische Cloud schützt vor allem über Datenstandort und Rechtskontrolle, nicht durch die Herkunft jeder Software. Entscheidend ist, wo die Daten liegen und welchem Recht der Betreiber unterliegt. Laufen US-Bausteine wie CrowdStrike auf europäischer Infrastruktur, bleibt die Verarbeitung laut Vertrag in der EU, die Rechtsbindung des US-Anbieters gehört aber geprüft.

Was regelt der EU Data Act für den Cloud-Wechsel?

Der EU Data Act erleichtert den Wechsel zwischen Cloud-Anbietern. Ab dem 12. Januar 2027 fallen die Wechselentgelte weg, Anbieter müssen den Umzug von Daten und Anwendungen unterstützen. Der Wegfall senkt die Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter und stärkt europäische Alternativen wie STACKIT.

Welche deutschen Cloud-Anbieter gibt es neben STACKIT?

Neben STACKIT von Schwarz Digits zählen IONOS und die Open Telekom Cloud der Deutschen Telekom zu den bekannten deutschen Anbietern mit Souveränitätsanspruch. Diese Anbieter treten gegen die US-Hyperscaler Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud an. Ihr Argument ist der Datenstandort in der EU samt Rechtssicherheit.

Quellen

[1] CrowdStrike: „CrowdStrike and Schwarz Digits Partner to Deliver AI-Native Sovereign Cybersecurity Platform on STACKIT“

[2] Schwarz Digits: „STACKIT Data Center Lübbenau“

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