secunet und Securepoint lassen Firewall, VPN-Zugang und lokale Anwendungen künftig auf einer einzigen Edge-Box laufen, die eine zentrale Konsole steuert. Für Filialnetze und Behörden ohne eigene IT vor Ort schrumpft der Gerätestapel im Serverschrank auf ein Gerät. Noch läuft die Kombination nur bei ausgewählten Pilotkunden.

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secunet und Securepoint setzen an einem Alltagsärgernis verteilter Standorte an: dem Kabelschrank voller Einzelgeräte, je eines für Firewall, VPN-Tunnel und lokale Software. Genau diesen Stapel soll die Partnerschaft auf ein zentral verwaltetes Gateway eindampfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Securepoints UTM-Dienste, also Firewall, VPN und Angriffserkennung, laufen künftig direkt auf der Edge-Plattform secunet edge.
  • Ein zentral verwaltetes Gateway ersetzt mehrere Appliances je Standort und senkt den Aufwand für Vor-Ort-IT.
  • Zielgruppe sind Behörden, KRITIS-Betreiber, Kliniken und Industriebetriebe mit vielen verteilten Standorten.
  • Beide Technologien stammen aus Deutschland, ein Argument für souveräne Beschaffung unter BSI-Vorgaben.

Was verbindet secunet und Securepoint?

Vergleich von Kabelsalat in Rack und kompaktem Mini-PC vor weißem Hintergrund
Secunet öffnet sein Gateway für UTM-Sicherheitsdienste von Securepoint. Eine Box vereint Firewall, VPN und Angriffserkennung statt mehrerer Einzelgeräte

Eine gemeinsame Plattform. Der Essener Sicherheitskonzern secunet, langjähriger Partner des BSI, öffnet sein Gateway secunet edge für die UTM-Sicherheitsdienste des Lüneburger Herstellers Securepoint.[1] Auf einer Box laufen damit Firewall, VPN, Angriffserkennung und lokale Anwendungen zusammen, die sonst mehrere Einzelgeräte belegen.

Vorerst Pilotbetrieb. Zunächst steht die Kombination nur ausgewählten Partnern und Kunden für Pilotprojekte offen, die Einsatzszenarien und Betriebsmodelle im Echtbetrieb prüfen. René Hofmann, Geschäftsführer von Securepoint, verweist auf zusätzliche Sicherheitsdienste jenseits der klassischen UTM-Funktionen, Torsten Redlich von secunet auf durchgängig integrierte Lösungen über alle Ebenen.

Warum ein Gateway den Appliance-Stapel ersetzt

Software statt Kisten. Der eigentliche Hebel liegt nicht in einer neuen Firewall, sondern im Betriebsmodell. secunet edge bündelt Netzsicherheit, sichere Anbindung und lokale Rechenleistung auf einer zentral steuerbaren Gateway-Plattform, auf der sich Dienste modular zuschalten lassen. Ein neuer Schutzdienst wird zentral ausgerollt, ohne dass ein Techniker an den Standort fährt.

Weniger Vor-Ort-IT. Genau hier sitzt der Nutzen für Filialnetze. Wo bislang jede Zweigstelle eigene Appliances und damit eigene Update-Zyklen brauchte, verwaltet die Zentrale künftig alle Standorte aus einer Konsole. Zentrale Steuerung senkt die Hardwarekosten und schließt die Lücke, die entsteht, wenn vor Ort niemand die Technik betreut.

Bekanntes Muster. secunet zieht dieselbe Linie wie zuletzt bei der Anbindung von US-Cloud-Technik unter deutsche Kontrolle. Ähnliche Wege gehen Anbieter, die souveräne Cloud-Sicherheit auf deutsche Infrastruktur holen oder eigene nationale Analyseplattformen aufbauen. Alle halten kritische Funktionen im eigenen Rechtsraum.

Zwei deutsche Sicherheitsanbieter auf einer Box, das ist mehr als ein Technikdetail. Für Behörden und KRITIS-Betreiber wird digitale Souveränität so zur konkreten Beschaffungsoption statt zum Sonntagsversprechen.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Ein Gateway statt vieler Kisten
Wie secunet edge und Securepoint die Standort-Sicherheit bündeln
Vorher
3–4
getrennte Appliances je Standort, jede mit eigenem Update-Zyklus
wird zu
Nachher
1
zentral verwaltetes Gateway für alle Standorte

Was auf einer Box zusammenläuft

3-in-1
Firewall, VPN und Angriffserkennung als modulare Dienste
1 Konsole
zentrale Verwaltung statt IT-Personal in jeder Zweigstelle
Pilot 2026
vorerst nur für ausgewählte Partner und Kunden im Echtbetrieb

Für wen gedacht

Behörden
KRITIS-Betreiber
Kliniken
Industriebetriebe

Was bedeutet das für NIS2-pflichtige Netze?

Mehr Pflichten, weniger Personal. Mit der NIS2-Umsetzung geraten deutlich mehr Unternehmen unter verschärfte Auflagen, die Cybersecurity endgültig zur Chefsache machen. Verteilte Standortnetze müssen segmentiert, überwacht und dokumentiert werden. Für Betreiber ohne IT-Personal an jeder Zweigstelle ist das schwer zu leisten, wie die Haftungsfragen rund um vernetzte Produktionshallen zeigen.

Souveräne Beschaffung. Weil beide Bausteine aus Deutschland stammen, entfällt die Frage nach dem Zugriff ausländischer Behörden, die bei US-Diensten über den CLOUD Act mitläuft. Für den öffentlichen Sektor und KRITIS zählt das ebenso wie die Härtung vernetzter Fabriken, die etwa Krones und die Universität Regensburg erproben.

Jetzt prüfen. Entscheider verteilter Netze sollten rechnen, ob zentral verwaltete Gateways den Appliance-Wildwuchs an den Standorten günstiger ablösen. Parallel gehört die eigene NIS2-Betroffenheit auf den Tisch, denn Filialnetze rutschen leicht in den Pflichtenkreis. Bis zur allgemeinen Verfügbarkeit bleibt Zeit, den Pilotstatus zu beobachten und eine rein deutsche Lösung als Beschaffungsvorteil zu bewerten.

FAQ: secunet und Securepoint auf einer Edge-Box

Was ist secunet edge?

secunet edge ist eine zentral verwaltbare Plattform für sichere Vernetzung, Edge-Computing und lokale Anwendungen. Sie richtet sich an Hersteller sowie Service- und Lösungsanbieter in regulierten Märkten und lässt sich modular um weitere Dienste erweitern.

Was ist ein UTM-System?

UTM steht für Unified Threat Management. Ein UTM-System bündelt mehrere Sicherheitsfunktionen wie Firewall, VPN und Angriffserkennung in einem Produkt, statt für jede Aufgabe ein eigenes Gerät zu betreiben. Securepoint liefert diese Dienste künftig auf secunet edge.

Für wen eignet sich die Kombination aus secunet edge und Securepoint?

Die Kombination zielt auf Organisationen mit vielen verteilten Standorten und wenig IT-Personal vor Ort: Behörden, KRITIS-Betreiber, Kliniken sowie Industriebetriebe. Sie ersetzt mehrere Appliances je Standort durch ein zentral verwaltetes Gateway.

Ist die Lösung schon verfügbar?

Noch nicht allgemein. Die Kombination aus secunet edge und Securepoint-UTM steht ausgewählten Partnern und Kunden für Pilotprojekte offen. Darin werden Einsatzszenarien, Integration und Betriebsmodelle im Echtbetrieb geprüft.

Warum ist digitale Souveränität bei Sicherheits-Gateways wichtig?

Bei rein deutschen Sicherheitsdiensten entfällt der mögliche Zugriff ausländischer Behörden, der bei US-Anbietern über den CLOUD Act besteht. Für Behörden und KRITIS unter BSI-Vorgaben ist das ein Beschaffungs- und Compliance-Argument.

Quelle

[1] secunet AG: „secunet edge und Securepoint UTM-Security-Services“

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