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Drägerwerk erzielte im dritten Quartal rund 48 Millionen Euro operatives Ergebnis, nach 56,7 Millionen ein Jahr zuvor. Eingerechnet sind bereits 20,1 Millionen Euro, die der US-Zoll zurückgezahlt hat. Für die bestätigte Jahresprognose muss der Lübecker Konzern im vierten Quartal nach Rechnung von Dr. Web mehr als doppelt so viel verdienen.

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Im Juli hatte Dräger die Margenprognose noch angehoben, weil der US-Zoll zu viel gezahlte Abgaben erstattete. Am Mittwochabend folgten per Ad-hoc-Mitteilung die vorläufigen Zahlen zum dritten Quartal.[1] Gegenüber dem Vorjahresquartal stieg der Umsatz nominal um 2,1 Prozent auf rund 851 Millionen Euro, das EBIT fiel um rund 15 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das EBIT sank im dritten Quartal auf rund 48 Millionen Euro, die Marge auf 5,6 Prozent.
  • Der Auftragseingang stieg um 8,2 Prozent auf rund 926 Millionen Euro.
  • Nach neun Monaten liegt die EBIT-Marge bei 4,6 Prozent, das Jahresziel bei 6 bis 8 Prozent.
  • Den vollständigen Quartalsbericht veröffentlicht Dräger am 29. Oktober.

Warum sinkt der Gewinn trotz der Zollerstattung?

Eine Sanduhr mit orangerotem Sand und einem Etikett „4. QUARTAL“ auf weißem Hintergrund
Funktionskosten wuchsen schneller als Umsatz. Erstattung von 20,1 Millionen Euro macht zwei Fünftel des Quartalsergebnisses aus

Die Ausgaben für Vertrieb, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung, im Bericht als Funktionskosten zusammengefasst, wuchsen schneller als der Umsatz.[1] Die Erstattung von 20,1 Millionen Euro macht gut zwei Fünftel des Quartalsergebnisses aus.

Der Vergleichswert liegt zudem hoch: Im dritten Quartal 2025 hatte sich das EBIT mehr als verdoppelt, weil Nachholeffekte den Umsatz damals kräftig steigen ließen. Die Medizintechnik setzte diesmal währungsbereinigt 1,4 Prozent weniger um, die Sicherheitstechnik 4,1 Prozent mehr.

Von den Zollerstattungen des Jahres, zusammen 27,9 Millionen Euro, betreffen 3,8 Millionen Abgaben aus dem laufenden Jahr und wirken laut Dräger ergebnisneutral.[1] Ohne die übrigen 24,1 Millionen käme der Konzern nach neun Monaten auf eine bereinigte Marge von rund 3,6 Prozent, so die Rechnung von Dr. Web. Ein Jahr zuvor standen 3,3 Prozent zu Buche.

Wie viel muss Dräger im vierten Quartal verdienen?

Im Vorjahr entschied das Schlussquartal über das Jahresergebnis. Dräger erzielte 2025 insgesamt 233,4 Millionen Euro EBIT, davon 77,1 Millionen in den ersten neun Monaten.[3] Auf Oktober bis Dezember entfielen damit rund 156 Millionen Euro, der Geschäftsbericht spricht von einem sehr starken Jahresendgeschäft.

Erreicht der Umsatz im vierten Quartal nur das Vorjahresniveau, landet Dräger bei rund 3,6 Milliarden Euro Jahresumsatz. Für die Untergrenze von 6 Prozent Marge genügen dann rund 104 Millionen Euro EBIT in den letzten drei Monaten. Für 8 Prozent wären rund 175 Millionen nötig, mehr als im vierten Quartal 2025.

Für das Jahresende spricht der Auftragseingang. In der Sicherheitstechnik, zu der Gaswarngeräte und Atemschutz gehören, stiegen die Bestellungen währungsbereinigt um 20,2 Prozent auf rund 452 Millionen Euro, vor allem dank hoher Nachfrage in Deutschland, Amerika und Asien-Pazifik.[1] In der Medizintechnik gingen währungsbereinigt 3,0 Prozent weniger Aufträge ein.

Zollerstattungen wiederholen sich nicht, das Jahresziel erreicht Dräger nur, falls die Kosten langsamer wachsen als der Umsatz.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Dräger: Das Schlussquartal entscheidet
Vorläufige Zahlen zum dritten Quartal 2026 und Rechnung zum Jahresziel
48 Mio. €
EBIT im dritten Quartal, nach 56,7 Mio. € ein Jahr zuvor
20,1 Mio. €
US-Zollerstattung, im Quartals-EBIT schon enthalten
926 Mio. €
Auftragseingang im Quartal, 8,2 % mehr als ein Jahr zuvor
4,6 %
EBIT-Marge nach neun Monaten, Jahresziel 6 bis 8 %
Ziel 6 % Marge
rund 104 Mio. €

EBIT, das Dräger im vierten Quartal mindestens braucht

Ziel 7 % Marge
rund 140 Mio. €

EBIT für die Mitte der Prognose

Ziel 8 % Marge
rund 175 Mio. €

EBIT für die Obergrenze der Prognose

Vergleich 2025
rund 156 Mio. €

EBIT im vierten Quartal des Vorjahres

Was zeigt der Fall über die Medizintechnik?

Auch Siemens Healthineers erhielt nach dem Urteil des Obersten US-Gerichtshofs vom Februar gut 200 Millionen Euro an Zöllen zurück, die Präsident Trump per Notstandsgesetz verhängt hatte. Solche Einmaleffekte stützen die Ergebnisse, den Druck auf die Margen lindern sie nicht: Der Erlanger Konzern kappte die Umsatzprognose wegen der schwachen Diagnostik in China, Carl Zeiss Meditec streicht bis zu 1.000 Stellen.

Weitere Erstattungen fallen klein aus: Im Juli bezifferte Dräger mögliche zusätzliche Rückzahlungen auf 7 bis 9 Millionen Euro, ohne Zeitpunkt oder Höhe zusichern zu können.[2] Geschäftspartner und Anleger achten im Quartalsbericht am 29. Oktober deshalb am besten auf die Entwicklung der Funktionskosten.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Drägerwerk AG & Co. KGaAVorläufige Zahlen Q3 2026: Ergebnis unter Vorjahr, Umsatz gestiegen, Prognose bestätigt (Ad-hoc-Mitteilung vom 14.10.2026)
  2. Drägerwerk AG & Co. KGaADräger erhält weitere Zollrückerstattungen und hebt Prognose an (Ad-hoc-Mitteilung vom 21.07.2026)
  3. Drägerwerk AG & Co. KGaAGeschäftsbericht 2025 (PDF, Kennzahlen und Brief des Vorstands)

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