Der Mannheimer Schmierstoffhersteller Fuchs hebt seine Gewinnprognose für 2026 zum zweiten Mal an, auf ein EBIT von rund 500 Millionen Euro. Zieht man den Gewinn der ersten neun Monate ab, bleiben für das Schlussquartal rund 91 Millionen Euro, 18 Millionen weniger als im Vorjahr. Die vorgezogenen Käufe aus dem Frühjahr fehlen laut Fuchs jetzt im Absatz.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen149 Millionen Euro Ergebnis vor Zinsen und Steuern meldete Fuchs am Montagnachmittag für das dritte Quartal. Analysten hatten laut dem Datendienst Vara mit 116 Millionen gerechnet, im Vorjahresquartal waren es 117 Millionen.[1] Der Vorstand erhöhte daraufhin den Ausblick und warnte in derselben Mitteilung vor einem schwächeren Jahresende.
Das Wichtigste in Kürze
- Fuchs erwartet für 2026 ein EBIT von rund 500 Millionen Euro, bisher 460 bis 480 Millionen.
- Nach neun Monaten stehen 409 Millionen Euro EBIT bei 3,13 Milliarden Euro Umsatz.
- Für das vierte Quartal ergibt die Prognose rechnerisch weniger Gewinn als im Vorjahr.
- Knappes Grundöl treibt die Preise, der Umsatz soll 2026 auf rund 4,1 Milliarden Euro steigen.
Woher kommt das Plus?

Der Schub begann im Frühjahr. Im zweiten Quartal bestellten Kunden auf Vorrat, ausgelöst durch den Konflikt im Nahen Osten. Dazu kamen Lieferprobleme einzelner Wettbewerber, von denen Fuchs profitierte.[2] Vorstandschef Stefan Fuchs nannte im Juli außerdem behinderte Seewege und beschädigte Anlagen von Zulieferern in der Region.
Wichtigster Rohstoff ist Grundöl, der Hauptbestandteil jedes Schmierstoffs. Bestimmte Sorten waren laut Fuchs im Sommer stark eingeschränkt verfügbar, die Preise stiegen deutlich.[2] Für das zweite Halbjahr erwartete Fuchs vor allem inflationsbedingtes Wachstum, also höhere Preise. Im dritten Quartal wuchs der Umsatz rechnerisch um ein Viertel auf 1,12 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge blieb mit 13,3 Prozent fast auf dem Vorjahreswert von 13,1 Prozent.
Warum dämpft Fuchs den Ausblick?
Im vierten Quartal 2025 verdiente Fuchs operativ 109 Millionen Euro, das ergibt sich aus Jahres- und Neunmonatswert. Die neue Prognose lässt für dieselben drei Monate rund 91 Millionen übrig. Als Gründe nennt der Konzern die Feiertage, die das Schlussquartal jedes Jahr zum schwächsten machen, und die vorgezogenen Käufe, die nun im Absatz fehlen.[1] Bei Absatz und Marge sieht Fuchs zudem weiter Risiken.
Ein weiterer Ausfall liegt in Saudi-Arabien: Am 25. Juli brannte das Werk des Gemeinschaftsunternehmens Alhamrani Fuchs Petroleum im saudischen Yanbu.[3] Fuchs hält 32 Prozent daran, das Joint Venture lieferte 2025 rund 1,5 Prozent des Konzern-EBIT.
Ein Gewinnsprung aus Engpässen hält nur so lange wie die Engpässe. Fuchs rechnet selbst schon mit einem schwächeren vierten Quartal.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Einkäufer im Mittelstand?
Das Muster kennt die Börse aus diesem Jahr. Hapag-Lloyd hob im Juli die Prognose an, weil die Frachtraten stiegen. Bei Dräger stammte das Plus der Prognose aus zurückgezahlten US-Zöllen. In beiden Fällen lag der Auslöser außerhalb des eigenen Geschäfts, bei Fuchs liegt er zum Teil bei knappem Grundöl und Lieferproblemen der Konkurrenz.
Für Betriebe mit Maschinenpark oder Fuhrpark bleiben Schmierstoffe teuer, solange Grundöl knapp ist. Im Juli erwartete Fuchs, dass die Lage noch Monate angespannt bleibt.[2] Zwei Schritte helfen im Einkauf:
- Rahmenverträge auf Preisgleitklauseln prüfen, die an Rohstoff- oder Grundölpreise gekoppelt sind.
- Für kritische Spezialschmierstoffe eine zweite Bezugsquelle freigeben, bevor ein Lieferant ausfällt.
Die vollständige Quartalsmitteilung legt Fuchs am 30. Oktober vor.
Quellen
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