Die DHL Group erwartet für 2026 ein operatives Ergebnis von über 7 Milliarden Euro, die bisherige Prognose lag bei über 6,5 Milliarden. Den Ausschlag gibt die Expresssparte, die im dritten Quartal rund 1,04 Milliarden Euro verdiente. Im deutschen Post- und Paketgeschäft sank das Ergebnis dagegen um knapp ein Drittel.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer Bonner Konzern meldete die Anhebung am Freitagabend in einer Ad-hoc-Mitteilung.[1] Schon im Juli hatte DHL das Gewinnziel von 6,2 auf 6,5 Milliarden Euro erhöht. Der Quartalsumsatz stieg um mehr als 12 Prozent auf rund 22,6 Milliarden Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Konzern-EBIT 2026 soll über 7,0 Milliarden Euro erreichen, statt über 6,5 Milliarden.
- Im dritten Quartal stieg das EBIT um rund 16 Prozent auf etwa 1,71 Milliarden Euro.
- DHL Express steigerte sein Quartalsergebnis von 692 auf rund 1.035 Millionen Euro.
- Post & Paket Deutschland fiel von 218 auf rund 150 Millionen Euro.
Warum verdient DHL Express so viel mehr?

Die Sparte transportierte mehr Gewicht und lastete ihr Netz damit besser aus, dazu wirkten Sparprogramme und Maßnahmen für höhere Erlöse weiter.[1] Frachtflugzeuge und Drehkreuze verursachen weitgehend feste Kosten. Jede zusätzliche Sendung an Bord hebt deshalb vor allem die Marge.
Rund 100 Millionen Euro des Quartalsergebnisses verdankt Express der knappen Kapazität im Luftfrachtmarkt.[1] Ohne diesen Effekt und ohne die Einmalbelastung von 54 Millionen Euro im Vorjahresquartal bleibt nach Rechnung von Dr. Web ein Plus von rund einem Viertel. Auf Express entfiel mehr als die Hälfte des Ergebnisses aller Unternehmensbereiche.
Warum fällt das Inlandsgeschäft zurück?
Post & Paket Deutschland verdiente im dritten Quartal rund 150 Millionen Euro, nach 218 Millionen ein Jahr zuvor.[1] Für das Gesamtjahr hält DHL an über 900 Millionen Euro fest und setzt damit auf das Weihnachtsgeschäft. Gründe für den Rückgang nennt die Mitteilung nicht, der vollständige Quartalsbericht folgt am 5. November.
Ab 2027 könnte das Porto helfen, denn die Bundesnetzagentur will der Post 20 Prozent höhere Briefpreise erlauben. Um Großkunden konkurrieren künftig auch sechs private Briefdienste, die sich im Gemeinschaftsunternehmen Deutschlandversand zusammengetan haben.
Den Gewinn holt DHL in der Luft, das deutsche Post- und Paketgeschäft hängt am Porto für 2027.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Die Speditionssparte verdiente 65 Mio. € mehr als im Vorjahresquartal mit 195 Mio. €.
Die Kontraktlogistik legte gegenüber 278 Mio. € im Vorjahresquartal zu.
Der Vorjahreswert von 176 Mio. € enthielt 123 Mio. € positive Sondereffekte.
Was wird aus dem Mittelfristziel?
Über 7 Milliarden Euro EBIT hatte DHL bislang als Mittelfristziel für ein normales wirtschaftliches Umfeld ausgegeben. Nach der neuen Prognose erreicht der Konzern die Marke schon 2026, im März will der Vorstand das Ziel überprüfen.[1] Zugleich steigen die Investitionen in Sachanlagen auf rund 3,6 Milliarden Euro, nach bisher 3,0 bis 3,3 Milliarden. Der freie Cashflow ohne Firmenkäufe und -verkäufe soll trotzdem über 3,2 Milliarden Euro erreichen.
Im dritten Quartal flossen netto rund 255 Millionen Euro im Zusammenhang mit den US-Zöllen ab, die Präsident Trump per Notstandsgesetz verhängt und der Oberste US-Gerichtshof gekippt hatte.[1] DHL hatte angekündigt, erstattete Zölle an seine Kunden weiterzugeben. Versender mit US-Geschäft prüfen deshalb am besten, ob ihnen für frühere Sendungen eine Erstattung zusteht.
Quellen
1 Quelle anzeigenQuellen ausblenden
- DHL GroupAd hoc: DHL AG erhöht Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 (Ad-hoc-Mitteilung vom 16.10.2026)
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