DHL Express hat am 9. Oktober in Köln-Marsdorf einen neuen Betriebsstandort für 40 Millionen Euro eröffnet. Dort arbeiten die rund 250 Beschäftigten, die bisher an der Escherstraße saßen. Zusätzliche Stellen beziffert DHL nicht. Den größeren Ausbau plant der Bonner Konzern in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenIn Köln-Marsdorf steht seit dem 9. Oktober eine Sortieranlage von DHL Express, die bis zu 6.000 Packstücke pro Stunde verarbeitet.[1] Die Station an der Toyota-Allee 28 bietet auf einem mehr als 20.000 Quadratmeter großen Grundstück rund 5.500 Quadratmeter Hallen- und Büroflächen. Angekündigt war der Umzug für Ende 2026.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- DHL Express beziffert das Investitionsvolumen auf 40 Millionen Euro, Grundstückseigentümer und Bauherr ist der Kölner Projektentwickler Bauwens Development.
- Rund 250 Beschäftigte wechseln vom rund zehn Kilometer entfernten Standort Escherstraße nach Marsdorf.
- Das Servicegebiet reicht von Pulheim bis Dahlem in der Eifel und von Bergneustadt bis Aachen.
Was hat DHL Express in Marsdorf gebaut?

Mit der Eröffnung hat das Projekt die letzte Stufe erreicht: Der Betrieb läuft, knapp 15 Monate nach dem Baustart am 14. Juli 2025.[2] Drei sogenannte PUD-Finger, kurz für Pick-up and Delivery, bieten 78 Tore, an denen Zustellfahrzeuge direkt be- und entladen. Im Hallenbereich kommen 35 weitere Tore hinzu, angekündigt waren 2025 noch zwölf.[1]
An den PUD-Fingern liegen 78 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, ein separater Parkplatz bietet 30 weitere elektrifizierte Stellplätze für E-Vans. Außerdem ist die Station nach TAPA-Klasse A zertifiziert, der höchsten Sicherheitsstufe der Transported Asset Protection Association für Frachtstandorte.[1]
Wie viel neue Arbeit bringt der Standort nach Köln?
Eine Zahl neuer Arbeitsplätze nennt DHL Express nicht. Die rund 250 Beschäftigten aus dem operativen Betrieb und dem Vertrieb arbeiteten bisher an der Escherstraße.[2] Der Neubau ersetzt also einen bestehenden Standort und vergrößert dessen Kapazität.
Offen bleibt auch, wer die 40 Millionen Euro aufbringt. Grundstückseigentümer und Bauherr ist laut der Mitteilung zum Baustart der Kölner Projektentwickler Bauwens Development. Wie sich die Summe zwischen Bauwens und DHL aufteilt, schlüsselt der Konzern nicht auf. Fördergeld erwähnt DHL nicht.
Köln bekommt eine schnellere Halle für dieselben 250 Leute. Die großen Summen plant DHL in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Warum baut DHL am Rhein um und im Osten aus?
Im zweiten Quartal 2026 trieb DHL Express den Gewinnsprung, mit dem die DHL Group im Juli ihre Prognose für 2026 anhob. Die Kölner Station soll Sendungen schneller durch die Sortierung bringen und Firmen der Region enger an das internationale Netz anbinden.[1]
Deutlich mehr Geld fließt nach Osteuropa: Bis 2030 will die DHL Group mehr als 400 Millionen Euro in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien investieren, darunter in ein Expressterminal am Flughafen Katowice. Dort entstehen die Fabriken, denen DHL mit Lagern und Frachtnetzen folgt. Im deutschen Brief- und Paketgeschäft sah das Programm „Fit for Growth“ für 2025 den Abbau von rund 8.000 Stellen vor.[3] Seit September führt der Konzern diese Sparte als eigene Tochter Deutsche Post AG.
Was bedeutet der Standort für Köln?
In Köln überwogen zuletzt die Abbaumeldungen. Ford fand für sieben Werksbereiche keinen Käufer, laut WDR verlassen deshalb 500 weitere Beschäftigte das Unternehmen mit Abfindung. Westlake legt sein PVC-Werk in Merkenich im ersten Quartal 2027 still. Neben diesen Zahlen fällt der DHL-Standort klein aus, hält aber 250 bestehende Arbeitsplätze in der Stadt.
Verschicken Sie zwischen Aachen und Bergneustadt regelmäßig eilige Sendungen ins Ausland, gleichen Sie nach dem Umzug die Abholzeiten mit Ihrem Ansprechpartner bei DHL Express ab. Ob die schnellere Sortierung in Marsdorf spätere Abholungen am Nachmittag erlaubt, hat DHL Express bisher nicht mitgeteilt.
Quellen
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