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DHL Group will bis 2030 mehr als 400 Millionen Euro in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien investieren.[1] Das Geld fließt in Lager, Frachtnetze für Geschäftskunden und ein Expressterminal am Flughafen Katowice. In der Region fertigt Mercedes bereits seit Jahren, Daimler Truck plant ein Lkw-Werk im tschechischen Cheb.

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„Vor allem Polen entwickelt sich zu einem der dynamischsten Logistik- und Produktionsstandorte Europas“, sagt John Pearson, Chef von DHL Express. Dort beschäftigt der Konzern mehr als 10.000 Menschen, Polen zählt damit zu den zehn größten DHL-Märkten nach Personal.

Das Wichtigste in Kürze

  • DHL Group plant bis 2030 Investitionen von mehr als 400 Millionen Euro in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien, angekündigt am 8. Oktober 2026.
  • Am Flughafen Katowice entsteht ein Expressterminal, das ab 2029 voll in Betrieb gehen soll.
  • Nach Rumänien kam die Kontraktlogistik über den Händler Pepco, dessen Verteilzentrum in Bukarest DHL seit 2026 betreibt.

Warum zieht die Logistik nach Osten?

Weißer Karton und Fabrikmodell mit grünem
DHL-Paket zu Nearshoring: Hersteller verlagern Produktion näher an europäische Märkte. Mercedes-Faktorkosten in Ungarn 70 Prozent unter Deutschland

DHL begründet das Paket mit Nearshoring: Hersteller rücken Produktion und Einkauf näher an die europäischen Absatzmärkte, um ihre Lieferketten robuster zu machen.[1] Nach Rechnung von Mercedes liegen die Faktorkosten im ungarischen Kecskemét 70 Prozent unter denen in Deutschland, und der Konzern streitet mit dem Betriebsrat um die deutschen Werke.

Daimler Truck will Anfang 2027 mit dem Bau des Lkw-Werks in Cheb beginnen, und CATL hat in Debrecen die Probeproduktion von Batteriezellen für BMW, Mercedes und VW gestartet. Neben solchen Werken brauchen Zulieferer und Händler Lagerfläche und schnelle Verbindungen per Lkw und Luftfracht.

Polens Warenhandel wuchs von 2016 bis 2025 laut DHL Globalization Tracker 2,1-mal so schnell wie der Welthandel. Für 2026 bis 2029 prognostiziert DHL dem polnischen Handel ein Wachstum, das 28 Prozent über dem des Welthandels liegt.[1] Deutschland bleibt für Polen ein wichtiger Handelspartner, im Investitionspaket kommt der Heimatmarkt des Bonner Konzerns aber nicht vor.

Wie baut DHL die Netze in der Region auf?

Den Markteintritt in Rumänien verdankt DHL dem polnischen Non-Food-Discounter Pepco: Der Händler übergab DHL Supply Chain im Frühjahr 2026 sein Verteilzentrum in Bukarest, das Rumänien, Bulgarien und Griechenland beliefert.[2] Für Pepco betreibt DHL fünf Verteilzentren mit 290.000 Quadratmetern, darunter Sosnowiec und Rawa Mazowiecka in Polen und Gyál in Ungarn.

In Katowice baut der Flughafenbetreiber GTL das Expressterminal selbst und vermietet das Gebäude für 20 Jahre an DHL Express. Geplant sind rund 4.500 Quadratmeter Lagerfläche und eine Sortieranlage für bis zu 6.000 Sendungen pro Stunde, gebaut wird 2027 und 2028.

Für den Nahen Osten kündigte DHL im Juni 2025 mehr als 500 Millionen Euro an, verteilt auf die Jahre 2024 bis 2030.[3] Im Baltikum übernimmt der Konzern den Paketdienst Venipak samt 800 Paketautomaten, statt ein eigenes Netz aufzubauen. Die Strategie 2030 setzt gezielt auf Regionen mit Rückenwind aus verschobenen Handelsströmen.

DHL steckt mehr als 400 Millionen Euro in Lager zwischen Posen und Bukarest, weil die Werkbank Europas nach Osten wandert.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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DHL in Mittelosteuropa: das Paket bis 2030
Wo der Logistikkonzern Lager, Frachtnetze und Terminals ausbaut
> 400 Mio. €
Geplante Investitionen bis 2030 in Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien
> 10.000
Beschäftigte in Polen, einem der zehn größten DHL-Märkte nach Personal
2,1-mal
So schnell wie der Welthandel wuchs Polens Warenhandel von 2016 bis 2025
290.000 m²
Lagerfläche in den fünf Verteilzentren, die DHL für den Händler Pepco betreibt
Regionale Investitionspakete von DHL
Okt. 2023
Südostasien: 350 Mio. € über fünf Jahre für Lager und Kontraktlogistik
Juni 2025
Naher Osten: mehr als 500 Mio. € für 2024 bis 2030, vor allem in Saudi-Arabien und den Emiraten
Okt. 2026
Mittelosteuropa: mehr als 400 Mio. € bis 2030, darunter ein Expressterminal in Katowice

Was ändert sich für deutsche Mittelständler?

Mittelständler mit Zulieferern oder eigener Fertigung in Polen, Tschechien oder Ungarn finden dort künftig mehr Logistikkapazität. Waren aus diesen Ländern bewegen sich innerhalb des Binnenmarkts ohne Zollabfertigung, Sendungen aus Asien müssen dagegen durch den Zoll.

Prüfen Sie gerne, ob ein Lager in Polen Ihre Lieferzeiten nach Ost- und Südosteuropa verkürzt, und sichern Sie sich Kapazität in der Kontraktlogistik früh vertraglich. Zalando hat fremde Lager bis 2030 gebucht, während das eigene Zentrum in Erfurt schließt.

Quellen

[1] DHL Group: „DHL Group plans more than EUR 400 million investment to support growth and supply chain resilience in Central and Eastern Europe“ (08.10.2026)

[2] DHL Polen: „Pepco Expands Strategic Partnership With DHL Supply Chain“ (Mai 2026)

[3] DHL Group: „DHL Group to invest more than EUR500 million in fast-growing markets in the Middle East“ (11.06.2025)

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