Nach der Warenhauskette Galeria stehen auch ihre Restaurants und Feinkostabteilungen unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Am 6. Oktober ordnete das Amtsgericht Düsseldorf für die Galeria Restaurant GmbH & Co. KG und die Galeria Markthalle GmbH & Co. KG Sicherungsmaßnahmen an. Betroffen sind laut Rheinischer Post rund 2.000 Beschäftigte.

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Die Galeria-Insolvenz reicht damit bis in die Restaurantetagen, etwa im Kaufhof an der Düsseldorfer Königsallee, wo im zweiten Obergeschoss gerade eine Herbstaktion für das Buffet läuft.[2] Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Frank Kebekus ist in allen drei Verfahren vorläufiger Insolvenzverwalter. Für die beiden Töchter bestellte das Gericht den Sanierer am 6. Oktober,[1] für die Muttergesellschaft schon am 5. Oktober.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die Galeria Restaurant GmbH & Co. KG (Az. 502 IN 261/26) und die Galeria Markthalle GmbH & Co. KG (Az. 502 IN 260/26) hat das Amtsgericht Düsseldorf am 6. Oktober 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.
  • Laut Rheinischer Post arbeiten in den Restaurants und Feinkostabteilungen der Warenhauskette rund 2.000 Menschen.
  • Wie bei der Mutter führt Frank Kebekus beide Verfahren als vorläufiger Insolvenzverwalter, eine Eigenverwaltung hat das Gericht nicht angeordnet.

Was ändert sich mit den beiden neuen Anträgen?

Silberne Servierhaube mit orangefarbenem Schild: »Vorläufig«
Galeria-Restaurantbetrieb und Feinkostsparten unter Kontrolle des vorläufigen Verwalters Kebekus seit Oktober

Die Galeria Restaurant GmbH & Co. KG betreibt die Restaurants in den Warenhäusern, die Galeria Markthalle GmbH & Co. KG die Feinkost- und Lebensmittelabteilungen. Beide Gesellschaften haben ihren Sitz in Düsseldorf. Seit dem 6. Oktober sind Verfügungen der beiden Töchter nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Verwalters wirksam. Schuldner der Gesellschaften zahlen nur noch an Kebekus.[1]

Die Muttergesellschaft hatte am 2. Oktober den vierten Insolvenzantrag seit 2020 gestellt. Alle drei Verfahren stehen jetzt auf derselben Stufe: Das Amtsgericht hat Sicherungsmaßnahmen angeordnet, die Eröffnung steht noch aus. Nach Zählung der Rheinischen Post betreibt Galeria bundesweit 36 eigene Restaurants.[2] Ob die rund 2.000 Beschäftigten der Töchter in der Zahl von etwa 12.000 Galeria-Beschäftigten enthalten sind, haben weder Galeria noch der Verwalter mitgeteilt.

Warum zieht die Mutter die Töchter mit?

Restaurants und Markthallen liegen in den Warenhäusern der Muttergesellschaft und leben von deren Kundschaft. Schließt ein Warenhaus, verliert die Tochter dort Fläche und Gäste zugleich. Über die Zukunft der 83 Häuser entscheidet erst das Sanierungskonzept. Mit jedem Standort steht auch die Etage mit Buffet oder Feinkost zur Disposition.

Denselben Ablauf erlebte Galeria im Herbst 2022. Im zweiten Schutzschirmverfahren folgten Restaurant- und Markthallen-Tochter der Mutter schon einmal in die Sanierung, anschließend schlossen rund 40 Warenhäuser. Im Einzelhandel ist Galeria in diesen Wochen nicht der einzige Fall: Die Haushaltswarenkette Kodi kündigte an, 43 Filialen und die Zentrale in Oberhausen zu schließen.

Galeria: drei Verfahren, ein Verwalter
Warenhauskette und zwei Töchter im vorläufigen Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Düsseldorf
83
Warenhäuser betreibt die Muttergesellschaft, rund 12.000 Beschäftigte warten auf Klarheit
rund 2.000
Beschäftigte arbeiten laut Rheinischer Post in den Restaurants und Markthallen
36
eigene Restaurants zählt die Rheinische Post in den Galeria-Warenhäusern
4.
Insolvenzantrag der Warenhauskette, nach 2020, 2022 und 2024
Wo die Verfahren stehen
2. Oktober 2026
Galeria stellt beim Amtsgericht Düsseldorf den vierten Insolvenzantrag.
5. Oktober 2026
Das Gericht bestellt Frank Kebekus zum vorläufigen Verwalter der Muttergesellschaft.
6. Oktober 2026
Das Gericht ordnet auch für Galeria Restaurant und Galeria Markthalle Sicherungsmaßnahmen an.
Offen
Die Bundesagentur für Arbeit hat über das Insolvenzgeld noch nicht entschieden.
Danach
Ein Sanierungskonzept klärt, welche Standorte bleiben.

Was heißt das für Beschäftigte und Lieferanten?

Für die Belegschaft der Töchter stellt sich die Frage nach dem Insolvenzgeld gesondert, denn der Anspruch knüpft an die Insolvenz des jeweiligen Arbeitgebers an. Bei der Muttergesellschaft hält die Bundesagentur für Arbeit eine erneute Zahlung für sehr unwahrscheinlich, solange das Amtsgericht Essen die Planüberwachung aus dem Verfahren von 2024 nicht aufhebt. Die Gewerkschaft ver.di verlangt für die 12.000 Beschäftigten der Warenhauskette rasch Klarheit. Das Insolvenzgeld finanzieren die Arbeitgeber über eine Umlage, Steuergeld steckt darin nicht. Gegen weitere Staatshilfe hatte sich Investor Carsten Maschmeyer ausgesprochen.

Restaurant und Feinkost sollten Kundschaft in die Warenhäuser holen. Vier Insolvenzanträge später hängen beide Töchter selbst am Tropf der Mutter.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Lieferanten von Lebensmitteln und Getränken sollten neue Lieferungen an Restaurants und Markthallen nur nach Freigabe durch Kebekus ausführen, weil Zahlungen der Töchter ohne seine Zustimmung unwirksam sind. Forderungen aus der Zeit vor dem Antrag melden Gläubiger erst nach der Eröffnung zur Insolvenztabelle an. Gastronomen und Lebensmittelhändler in den Innenstädten mit Galeria-Standort finden Köche und Verkaufskräfte auf dem Arbeitsmarkt, sobald einzelne Etagen schließen.

Quellen

[1] Amtsgericht Düsseldorf: Bekanntmachungen zu den Verfahren 502 IN 260/26 (Galeria Markthalle GmbH & Co. KG) und 502 IN 261/26 (Galeria Restaurant GmbH & Co. KG), insolvenzbekanntmachungen.de (06.10.2026)

[2] Rheinische Post: „Galeria: Auch Restaurant und Markthalle sind insolvent“ (07.10.2026)

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