Der Haushaltswaren-Discounter Kodi gibt 43 seiner 144 Filialen und die Zentrale in Oberhausen auf, rund 265 Beschäftigte haben die Kündigung erhalten. Eine Investorengruppe führt die Marke mit 100 Läden weiter. Ende 2024 hatte die Kette noch rund 230 Filialen.

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In Solingen gibt es bald keine Kodi-Filiale mehr: Beide Läden der Stadt gehören zu den 43 Standorten, die nach der zweiten Kodi-Insolvenz binnen zwei Jahren schließen.[1] Seit dem 1. Oktober läuft das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, die neu gegründete Kodi Retail GmbH übernimmt 100 Filialen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Amtsgericht Halle (Saale) hat am 1. Oktober das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über die Kodi Handels GmbH eröffnet.
  • Eine nicht genannte Investorengruppe übernimmt über die Kodi Retail GmbH 100 der 144 Filialen.
  • 43 Filialen und die Zentrale in Oberhausen schließen, rund 265 der etwa 1.200 Beschäftigten haben die Kündigung erhalten.

Welche Filialen übernimmt der Investor, welche schließen?

Drahteinkaufskorb mit orangefarbenen Griffen und Etikett:
Kodi Retail GmbH verkauft 100 Filialen an Rüdiger Grommes und Frank Tepaß. 43 weitere Läden werden geschlossen

Die Kodi Retail GmbH hat Einrichtung und Warenbestände von 100 Filialen gekauft, die Geschäfte führen künftig Rüdiger Grommes und Frank Tepaß. Den Namen der Investorengruppe und den Kaufpreis nennen die Beteiligten nicht.[1]

In den übrigen 43 Läden hat Kodi die Ware bereits abverkauft. Die Schließungen treffen vor allem das Rheinland und das Ruhrgebiet: In Köln schließen 4 von 11 Filialen, in Wuppertal 4 von 6, in Duisburg 3 von 8. Außerhalb Nordrhein-Westfalens fallen nur Lohr am Main und Oberursel weg.[1]

Der Abbau ist damit beschlossen und umgesetzt: Die Kündigungen sind ausgesprochen, gut ein Fünftel der Belegschaft verliert die Stelle. Im Dienstleistungszentrum in Oberhausen waren im Juli noch 72 Beschäftigte tätig.[2] Angaben zu Sozialplan oder Transfergesellschaft enthält die Mitteilung nicht. „Zugleich bedaure ich, dass es für die übrigen Standorte keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gab und dadurch Arbeitsplätze verloren gehen“, sagt Geschäftsführer Fabian Grund.[1]

Warum steckt Kodi zum zweiten Mal in der Insolvenz?

Ende November 2024 hatte Kodi beim Amtsgericht Duisburg ein Schutzschirmverfahren beantragt, damals mit rund 230 Filialen. Im Mai 2025 hat laut Branchenberichten ein Konsortium um Gesellschafter Richard Nölle 150 Läden und rund 1.200 Beschäftigte übernommen, 80 Standorte haben geschlossen. Im Juli 2026 hat Kodi den zweiten Antrag gestellt.[2]

Kodi nennt die schwache Konsumstimmung, digitale Konkurrenz, hohe Energie- und Mietkosten sowie steigende Lohnnebenkosten.[1] Dahinter steht ein Preiskampf um dasselbe Sortiment aus Haushaltswaren, Drogerieartikeln und Deko. Der niederländische Discounter Action hatte laut Immobilien Zeitung im Januar 2026 bereits 649 Filialen in Deutschland, mehr als sechsmal so viele wie Kodi heute. Temu und Shein liefern dieselben Kleinteile direkt nach Hause.

Beim Personal wächst der Kostendruck weiter: Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2027 von 13,90 auf 14,60 Euro. Kodi ist kein Einzelfall: Die Baumarktkette Hellweg hat nach ihrer Insolvenz 35 Filialen an Hornbach, Obi und Bauhaus abgegeben und Rewe hat die insolvente Supermarktkette Feneberg übernommen. Für 2026 erwarten Fachleute mehr als 500 Großinsolvenzen in Deutschland.

Kodi: von rund 230 auf 100 Filialen
Filialen, Kündigungen und Stationen zweier Insolvenzverfahren in knapp zwei Jahren
100 von 144
Filialen übernimmt die Kodi Retail GmbH, über einen Standort fällt die Entscheidung später
43 + Zentrale
Filialen schließen, dazu das Dienstleistungszentrum in Oberhausen
265
Kündigungen bei rund 1.200 Beschäftigten, gut ein Fünftel der Belegschaft
41 von 43
geschlossenen Läden liegen in Nordrhein-Westfalen, allein 4 in Köln und 4 in Wuppertal
Vier Stationen bis zur zweiten Verkleinerung
November 2024
Schutzschirmantrag in Duisburg bei rund 230 Filialen.
Mai 2025
Ein Konsortium übernimmt 150 Filialen, 80 Standorte schließen.
Juli 2026
Zweiter Antrag, diesmal auf Eigenverwaltung in Halle (Saale).
1. Oktober 2026
Verfahren eröffnet, Kodi Retail übernimmt 100 Filialen.

Zwei Insolvenzen in knapp zwei Jahren zeigen, dass ein kleineres Filialnetz allein nicht reicht, solange Action und Temu die Preise vorgeben. Für Vermieter in den Stadtteilzentren an Rhein und Ruhr beginnt jetzt die Suche nach Nachmietern.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bedeutet das für Lieferanten, Vermieter und Händler?

In der Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt, Sachwalter Lucas Flöther überwacht sie im Interesse der Gläubiger.[1] Lieferanten und Vermieter melden offene Forderungen bei ihm an, denn der Sachwalter führt die Insolvenztabelle. Die Kanzlei AndresPartner begleitet parallel die Sanierung der Schwestergesellschaft Mäc Geiz. Lieferanten beider Ketten sollten ihre Kreditlimits deshalb für die Gruppe gemeinsam prüfen.

Eigentümer der 43 Ladenflächen sollten die Nachvermietung sofort angehen, bevor die Läden monatelang leer stehen. Händler zwischen Aachen und Lünen finden unter den Gekündigten erfahrene Verkaufs- und Filialkräfte.

Quellen

[1] AndresPartner: „Kodi Retail GmbH erwirbt Vermögenswerte der Kodi Handels GmbH“ (01.10.2026)

[2] AndresPartner: „KODi beantragt Eigenverwaltung, Geschäftsbetrieb wird fortgeführt“ (Juli 2026)

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