Google hat seinen Leitfaden für hilfreiche Inhalte am 1. Oktober um eine Definition des Hauptinhalts ergänzt. Die Qualitätsprüfer des Konzerns achten dabei auf vier Merkmale: Aufwand, Originalität, Können und Genauigkeit. Bisher stand die Liste im Handbuch der Prüfer, jetzt richtet sie sich direkt an Website-Betreiber.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenFünf Arten von Seitenbestandteilen zählt Google ausdrücklich zum Hauptinhalt, vom Fließtext über Rechner bis zu Kundenbewertungen.[1] Die kanadische SEO-Beraterin Marie Haynes machte die Ergänzung am 2. Oktober bekannt.
Das Wichtigste in Kürze
- Neben Text und Medien zählen Rechner, Nutzerbeiträge, Inhalte hinter Tabs sowie Titel und Überschriften zum Hauptinhalt.
- Die vier Qualitätsmerkmale Aufwand, Originalität, Talent oder Können und Genauigkeit stammen fast wörtlich aus Googles Prüferhandbuch.
- Eine Quellenangabe ersetzt nach dem Leitfaden keinen eigenen Aufwand.
Was zählt Google zum Hauptinhalt?

Als Hauptinhalt gilt jeder Teil einer Seite, der direkt hilft, ihren Zweck zu erfüllen.[1] Neben Texten, Bildern und Videos nennt Google Werkzeuge wie Rechner, Spiele oder eine Suchfunktion. Kommentare und Kundenbewertungen gehören dazu, sobald die Seite genau für diese Beiträge da ist, etwa im Forum.
Ausdrücklich zählt Google auch Inhalte hinter Tabs und aufklappbaren Abschnitten mit, zum Beispiel Produktdaten oder Sicherheitshinweise. Auch sichtbare Titel und Überschriften gehören dazu.
Woher stammen die vier Merkmale?
Aufwand, Originalität, Talent oder Können und Genauigkeit übernimmt Google fast wörtlich aus Abschnitt 3.2 der Rater-Richtlinien in der Fassung vom 11. September 2025.[2] Mit den Urteilen dieser Prüfer kontrolliert der Konzern seine Ranking-Systeme, direkt ins Ranking fließen die Bewertungen nicht.
Viel Aufwand steckt nach Googles neuen Beispielen in einer eigenen Analyse oder einer selbst gebauten Spielkarte. Wenig bis keinen Aufwand sieht Google in Seiten, die automatisch aus Feeds entstehen oder massenhaft per generativer KI ohne menschliche Kontrolle.[1] Im Prüferhandbuch diente an dieser Stelle noch die maschinelle Übersetzung als Negativbeispiel.
Ebenfalls neu im Leitfaden steht der Satz, dass eine Quellenangabe keinen eigenen Aufwand ersetzt. Im Prüferhandbuch erhalten Seiten, die fremde Inhalte nur kopieren oder umformulieren, die niedrigste Stufe, auch wenn sie die Quelle nennen.[2]
Am selben Tag ergänzte Google den Faktencheck für KI-Inhalte und die Warnung vor erfundenen Autorenprofilen, beide ebenfalls aus dem Prüferhandbuch. Im Änderungsprotokoll steht nur der Faktencheck, begründet mit dem Abgleich zu Vorträgen auf Entwicklerveranstaltungen.[3] Eine davon, die Search Central Live in Barcelona, endete am 2. Oktober.
Ein Ratgeber, den eine KI aus fünf Suchtreffern zusammenfassen kann, liefert nach Googles Maßstab weder Aufwand noch Originalität.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie setzt Marie Haynes den Leitfaden selbst um?
Haynes stellte ihrer Analyse eine Tabelle voran, die alle Änderungen auf einen Blick zeigt.[4] Den Entwurf erstellte nach ihren Worten Googles Entwicklungsumgebung Antigravity, Haynes überarbeitete ihn. Auf X empfiehlt die Beraterin, ein Sprachmodell nach dem Zweck einer Seite und nach drei möglichen Verbesserungen zu fragen.
Haynes’ Tabelle vereinfacht allerdings: Aus Googles „Talent oder Können“ wird dort „Skill & Experience“. Die Warnung vor ungeprüften KI-Halluzinationen steht nicht im Leitfaden, sondern in Googles Hinweisen zu KI-Inhalten. Für die eigene Prüfung lohnt deshalb Googles Originaltext.
Was sollten Website-Betreiber jetzt prüfen?
Stellen Sie die wichtigste Antwort möglichst weit nach oben. Im Prüferhandbuch gilt Füllstoff vor dem eigentlichen Inhalt als schlechte Nutzererfahrung, als Beispiel dient die Rezeptseite mit dem Rezept ganz oben.[2] In Shops gehören Preis, Lieferzeit und Produktdaten deshalb vor den SEO-Text.
Prüfen Sie außerdem, welche Ihrer Ratgeberseiten nur zusammenfassen, was die ersten Suchtreffer ohnehin bieten. Google empfahl schon im KI-Leitfaden vom Mai eigene Messwerte, Tests und Projekterfahrung. Mit solchen Inhalten steigt die Chance, dass KI-Suchen eine Seite als Quelle nennen. Nach einem Core Update dauert die Erholung laut Googles Analyst Gary Illyes meist drei bis sechs Monate.
Quellen
[1] Google Search Central: „Creating helpful, reliable, people-first content“
[2] Google: „Search Quality Rater Guidelines“ (Fassung vom 11. September 2025, PDF)
[3] Google Search Central: „Latest Google Search Documentation Updates“
[4] Marie Haynes: „Google changed their helpful content guidelines to emphasize good ‚Main Content‘“
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