Google hat am 1. Oktober seine Hinweise zu KI-Inhalten verschärft und nennt den Faktencheck von Hand nun „kritisch“. Die Prüfung reicht bis in Title-Tags, Meta-Descriptions, strukturierte Daten und Alt-Texte. SEO-Plugins wie Yoast SEO und Rank Math füllen Titel und Meta-Descriptions längst auf Knopfdruck per KI.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDrei Sätze hat Google in seine Hinweise zu KI-Inhalten eingefügt, und der wichtigste davon verlangt eine Prüfung von Hand vor jeder Veröffentlichung.[1] Die Begründung fällt technisch aus: Generative Modelle rufen keine Fakten ab, sondern sagen eine wahrscheinliche Wortfolge voraus, und dabei entstehen Fehler, die Google Halluzinationen nennt. Im Änderungsprotokoll von Search Central steht die Ergänzung unter dem 1. Oktober 2026.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Google stuft den Faktencheck von Hand für alle KI-generierten Inhalte seit dem 1. Oktober 2026 als „kritisch“ ein.
- Die Prüfung gilt ausdrücklich auch für Title-Elemente, Meta-Descriptions, strukturierte Daten und Alt-Texte.
- KI als Werkzeug bleibt erlaubt, massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert verstoßen weiter gegen die Spam-Richtlinien.
- In der EU befreit eine echte redaktionelle Prüfung seit dem 2. August 2026 zudem von der Hinweispflicht des AI Act für KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse.
Was hat Google an den Hinweisen zu KI-Inhalten geändert?

Google hat den Abschnitt über Genauigkeit, Qualität und Relevanz um eine klare Anweisung ergänzt: Betreiber sollen alle KI-generierten Inhalte vor der Veröffentlichung von Hand auf Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit prüfen. Das Dokument erwähnte die Metadaten schon vorher. Neu ist die ausdrückliche Klarstellung, dass die Prüfung auch Title-Elemente, Meta-Descriptions, strukturierte Daten und Alt-Texte von Bildern umfasst.[1]
Am Grundsatz ändert Google nichts. Generative KI darf weiterhin bei der Recherche helfen und eigenen Texten eine Struktur geben. Viele Seiten ohne Mehrwert für Nutzer zu erzeugen, kann dagegen gegen die Richtlinie zu Scaled Content Abuse verstoßen. Das Dokument verweist dafür auf die Abschnitte 4.6.5 und 4.6.6 der Richtlinien für Search Quality Rater, die massenhaft erzeugte Inhalte und Inhalte mit wenig Aufwand oder Originalität behandeln.[1] Die Urteile der Rater fließen nicht direkt ins Ranking, Google prüft damit seine Ranking-Systeme.
Warum zieht Google die Zügel gerade jetzt an?
Google selbst nennt einen nüchternen Grund: Die Dokumentation soll zu den Vorträgen passen, die das Unternehmen auf seinen Entwicklerveranstaltungen hält.[2] Parallel läuft seit dem 24. September Googles Spam-Update für September 2026, weltweit und in allen Sprachen, mit einem angekündigten Rollout von bis zu zwei Wochen.[3] Einen Abschluss meldete das Search Status Dashboard bis zum Morgen des 2. Oktober nicht, eine Verbindung zwischen beiden Schritten stellt Google nicht her.
Im Februar 2023 kündigte Google noch an, hochwertige Inhalte zu belohnen, gleich wie sie entstehen. Im März 2024 folgte die Spam-Richtlinie gegen Scaled Content Abuse, die das Erzeugen vieler Seiten ohne Mehrwert mit generativer KI ausdrücklich als Beispiel nennt.[4] Welche Folgen dünne KI-Texte für die Sichtbarkeit hatten, zeigte bereits das Core-Update vom Mai. Die Ergänzung vom 1. Oktober setzt eine Ebene tiefer an, beim einzelnen Text und seinen Metadaten.
Fehler in den Metadaten fallen auf der fertigen Seite nicht auf. Title und Meta-Description erscheinen nicht im sichtbaren Artikel, Screenreader und Suchmaschinen lesen die Alt-Texte, Besucher sehen sie nur, wenn ein Bild nicht lädt. Eine erfundene Preisangabe in einer KI-Meta-Description stünde dagegen direkt im Suchergebnis, ein fehlerhaftes Produkt-Markup brächte falsche Angaben in die Rich Results.
Wie sich die Regeln für KI-Texte verschoben haben
Google verlangt von KI-Texten, was jede Redaktion seit jeher von Praktikanten verlangt: Jede Zahl wird nachgeschlagen, bevor sie rausgeht. Teuer wird der Faktencheck erst für Websites, die ihre Meta-Descriptions zu Tausenden aus dem Plugin ziehen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Faktencheck für Websites in der EU?
In der EU zahlt sich dieselbe Prüfung doppelt aus: Seit dem 2. August 2026 gilt Art. 50 des AI Act, und KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse brauchen danach einen Hinweis, außer ein Mensch hat sie redaktionell geprüft.[5] Die EU-Kommission versteht darunter eine bewusste inhaltliche Prüfung durch Personen mit Fachwissen, eine Rechtschreib- oder Grammatikkorrektur genügt nicht. Bei Verstößen gegen die Transparenzpflichten sieht der AI Act Bußgelder bis 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor, je nachdem, welcher Betrag höher ist.[6]
Für Onlinehändler nennt Google zwei Sonderfälle. KI-generierte Bilder im E-Commerce brauchen die IPTC-Metadaten DigitalSourceType mit dem Wert TrainedAlgorithmicMedia, Händler kennzeichnen KI-generierte Produkttitel und Produktbeschreibungen nach den Richtlinien des Merchant Center gesondert.[1]
Den Stopp der Parasite-SEO-Regel im EWR vom 30. August sollten SEO-Verantwortliche nicht als Lockerung missverstehen. Google setzte damals nur die manuellen Maßnahmen wegen Site Reputation Abuse aus, die Regeln gegen massenhaft erzeugte Inhalte blieben unberührt.
Was sollten Sie jetzt prüfen?
Mit fünf Schritten setzen Sie die neue Vorgabe um, ohne den Betrieb aufzuhalten:
- Bestandsaufnahme: Halten Sie fest, an welchen Stellen KI schreibt, auch in Plugins, die Titel, Meta-Descriptions oder Alt-Texte automatisch füllen.
- Freigabe mit Namen: Legen Sie fest, welche Person KI-Texte vor der Veröffentlichung inhaltlich abnimmt, und dokumentieren Sie die Freigabe. Der Nachweis hilft zugleich beim AI Act.
- Markup testen: Prüfen Sie KI-erzeugte strukturierte Daten mit dem Test für Rich-Suchergebnisse, bevor Preise, Bewertungen oder Öffnungszeiten falsch im Suchergebnis stehen.
- Shopdaten kennzeichnen: Versehen Sie KI-Bilder mit den IPTC-Metadaten und markieren Sie KI-Produkttexte im Merchant Center.
- Ruhig auswerten: Beurteilen Sie Rankingverluste in der Google Search Console erst nach dem Abschluss des Spam-Updates.
Wie Google Erfahrung, Fachwissen und Vertrauenswürdigkeit einer Quelle bewertet, erklärt unser Beitrag zu E-E-A-T. Für die Sichtbarkeit in KI-Antworten von AI Mode und ChatGPT hilft der Ratgeber zur Generative Engine Optimization, die Grundlagen bündelt der Einstieg in die Suchmaschinenoptimierung.
FAQ: KI-Inhalte und Googles Faktencheck von Hand
Wertet Google KI-generierte Inhalte ab?
Google wertet Inhalte nicht allein deshalb ab, weil eine KI sie geschrieben hat. Gegen die Spam-Richtlinien verstoßen Seiten, die in großer Zahl vor allem zur Manipulation von Rankings entstehen und Nutzern wenig bieten, gleich ob mit oder ohne KI geschrieben. Für Recherche und Gliederung eigener Texte hält Google KI ausdrücklich für nützlich.
Darf ich Meta-Descriptions mit KI schreiben lassen?
Ja, Google verbietet KI-generierte Metadaten nicht. Die Dokumentation vom 1. Oktober 2026 verlangt aber, auch Title-Elemente, Meta-Descriptions, strukturierte Daten und Alt-Texte vor der Veröffentlichung von Hand auf Richtigkeit zu prüfen.
Muss ich KI-Texte auf meiner Website kennzeichnen?
Google rät, Lesern offenzulegen, wie ein Inhalt entstanden ist, etwa über Hinweise auf den KI-Einsatz und passende Metadaten. In der EU verlangt Art. 50 AI Act seit dem 2. August 2026 einen Hinweis bei KI-Texten zu Themen von öffentlichem Interesse, außer ein Mensch hat sie redaktionell geprüft und trägt die Verantwortung.
Was versteht Google unter Scaled Content Abuse?
Scaled Content Abuse liegt laut Googles Spam-Richtlinien vor, sobald viele Seiten vor allem zur Manipulation von Rankings statt für Nutzer entstehen. Beispiele sind mit KI erzeugte Seiten ohne Mehrwert, automatisch umformulierte fremde Inhalte und Seiten voller Suchbegriffe ohne Sinn für Leser.
Wie lange dauert das September 2026 Spam Update?
Google hat das Update am 24. September 2026 gestartet und einen Rollout von bis zu zwei Wochen angekündigt. Den Abschluss meldet Google im Search Status Dashboard; bis zum Morgen des 2. Oktober stand dort noch kein Enddatum.
Quellen
[1] Google Search Central: „Google Search’s guidance on using generative AI content on your website“ (Stand 1. Oktober 2026)
[2] Google Search Central: „Latest Google Search Documentation Updates“ (Eintrag vom 1. Oktober 2026)
[3] Google Search Status Dashboard: „September 2026 Spam Update“
[4] Google Search Central: „Spam policies for Google web search“, Abschnitt „Scaled content abuse“
[5] EU-Kommission: „Transparency obligations under Article 50 AI Act“
[6] EUR-Lex: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 50 und Art. 99
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