Blume macht aus einem Ordner mit Markdown-Dateien eine Dokumentationsseite für Menschen und KI-Agenten. Das Framework des australischen Design Engineers Hayden Bleasel steht kostenlos unter MIT-Lizenz. Software-Teams, die Mintlify rund 390 € im Monat zahlen, sollten nachrechnen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEinen Nachmittag brauchte das US-Start-up Specific, um seine Dokumentation von Mintlify auf Blume umzuziehen, die Arbeit erledigte Claude als Coding-Agent.[1] Seit Mitte Juli erschienen 38 Versionen des Docs-Frameworks, zuletzt am 30. September Version 2.1.
Das Wichtigste in Kürze
- Blume läuft auf jedem Hoster, als statische Seite oder mit Server-Funktion.
- Jede Seite liegt zusätzlich als Markdown-Datei vor, dazu kommen eine llms.txt und ein zuschaltbarer MCP-Server.
- Analyse-Skripte starten ohne weitere Einstellung sofort, die Einwilligungsabfrage müssen Betreiber selbst aktivieren.
Was macht Blume anders als Mintlify und Docusaurus?

Blume baut die Doku-Website aus Markdown-Dateien, ohne dass ein Team eine eigene React-Anwendung pflegen muss. Mintlify bietet diesen Komfort als geschlossene, gehostete Plattform an, Docusaurus und Nextra liefern quelloffene Bausteine für eine selbst gebaute App.[2]
Unter der Haube arbeitet das Web-Framework Astro, als Voraussetzung nennt Blume Node.js ab Version 22.12.[3] Für den Umzug übergibt der Befehl npx blume migrate die Arbeit an Claude Code oder Codex: Der Agent schreibt Konfiguration und Seiten um und legt das Ergebnis als Diff zur Prüfung vor.[4]
Das hohe Tempo verlangt Pflege. Blume 2 verlagerte am 24. September Suche, Analyse und KI-Anbindung in Adapter, Bestandsprojekte mussten ihre Konfiguration anpassen.[5] Das Repository zählt rund 1.700 GitHub-Sterne.[6]
Warum liest bei Dokumentation der KI-Agent mit?
Coding-Agenten ziehen beim Programmieren Dokumentation heran. Blume liefert deshalb jede Seite zusätzlich als Markdown-Datei unter ihrer .md-Adresse aus und erzeugt bei jedem Build eine llms.txt samt Volltextfassung.[7]
Für gewöhnliche Websites bringt die in der Generative Engine Optimization gern empfohlene Datei wenig: Laut einer Ahrefs-Auswertung bekamen 97 % aller llms.txt-Dateien im Mai keinen einzigen Abruf. Die Abrufe benannter KI-Werkzeuge stammten fast alle von Coding-Agenten. Eine Entwicklerdoku gehört damit zu den wenigen Orten, an denen sich die Datei lohnt.
Wie stark sich die Leserschaft verschiebt, zeigt Tailwind Labs: Weil KI-Assistenten den Code direkt liefern, besuchten kaum noch Entwickler die Doku, der Umsatz brach um rund 80 Prozent ein.
Über einen zuschaltbaren MCP-Server durchsuchen Agenten die Doku direkt. Im Test Is Agentic von Vercel erreicht die Blume-Website 100 von 100 Punkten,[8] Mintlify kommt in der Gegenüberstellung von Blume auf 78 Punkte.[7]
Agententauglichkeit im Test Is Agentic (Punkte von 100)
Blume
Kostenlos, Kosten entstehen nur beim Hoster und für KI-Antworten
Läuft auf jedem Hoster, statisch oder mit Server-Funktion
Updates und Betrieb übernimmt das eigene Team
Mintlify Pro
Rund 390 € im Monat bei jährlicher Zahlung, rund 470 € monatlich kündbar
Hosting auf der Plattform des Anbieters
Starter-Tarif kostenlos für fünf Redakteure
Der wichtigste Leser einer API-Doku sitzt immer öfter in Cursor oder Claude Code statt im Browser. Ein Docs-Projekt ohne Markdown-Fassung jeder Seite, wie Blume sie automatisch erzeugt, verliert genau diesen Leser.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was kostet Blume im Vergleich zu Mintlify?
Blume selbst kostet nichts, Geld fällt nur beim Hoster und für KI-Antworten an. Mintlify verlangt im Pro-Tarif rund 390 € im Monat bei jährlicher Zahlung, der kostenlose Starter-Tarif reicht für fünf Redakteure.[9]
Blumes eigene Beispielrechnung für zehn Redakteure, 100.000 Seitenaufrufe und 1.000 KI-Antworten im Monat ergibt auf Cloudflare rund 6 € statt rund 530 € bei Mintlify.[10] Specific beziffert die Ersparnis auf rund 435 € im Monat.[1] Nicht eingerechnet ist die Arbeitszeit: Updates wie den Umstieg auf Blume 2 erledigt das eigene Team.
Worauf achten Betreiber in Deutschland beim Datenschutz?
Blume startet Analyse-Skripte ohne weitere Einstellung sofort beim Seitenaufruf. Für nicht notwendiges Tracking verlangt § 25 TDDDG aber eine Einwilligung, Betreiber in Deutschland schalten den Consent-Adapter von Blume deshalb gleich ein.[11]
Beim KI-Assistenten geht jede Leserfrage an einen Modellanbieter, ohne eigene Wahl an ein OpenAI-Modell über das AI Gateway von Vercel.[5] Seit Version 2.1 lassen sich auch Anthropic und Gemini direkt anbinden, über einen OpenAI-kompatiblen Endpunkt zudem ein Modell bei einem europäischen Hoster.[12] Mit dem Modellanbieter schließen Betreiber einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung ab.
Agenturen und Inhouse-Teams mit eigener API testen den Umzug am besten auf einem separaten Git-Branch. Kleinen Teams genügt oft der kostenlose Mintlify-Tarif. Passende Statistik-Werkzeuge mit Einwilligungslogik finden Sie im Analyse-Tools-Vergleich.
Quellen
[1] Blume: „Specific migrated from Mintlify to Blume in an afternoon“
[2] Blume: „FAQ“
[3] Blume: „Quickstart“
[4] Blume: „Blume vs Mintlify, Fumadocs, Docusaurus, Starlight, Nextra“
[5] GitHub, haydenbleasel/blume: „[email protected]“
[6] GitHub: „haydenbleasel/blume“
[7] Blume: „The open-source docs framework for humans and agents“
[8] Is Agentic: „useblume.dev scores 100/100 for agent readiness“
[9] Mintlify: „Pricing“
[10] Blume: „Blume pricing: free and open source“
[11] Blume: „Cookie consent“
[12] GitHub, haydenbleasel/blume: „[email protected]“
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