Google ergänzt die Search Console um einen eigenen Bericht für AI Overviews, AI Mode und Discover. Sichtbar werden nur Impressionen, keine Klicks. Für Entscheider zählt vor allem, warum Google diese Zahlen jetzt offenlegt und was dabei bewusst fehlt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie Google Search Console hat seit dem 3. Juni 2026 einen eigenen Bericht für generative Suchfunktionen wie AI Overviews. Hand aufs Herz: Ob Ihre Seiten dort überhaupt auftauchen, war bisher reines Rätselraten. Jetzt liefert Google erstmals Zahlen, allerdings nur die halbe Wahrheit.
Das Wichtigste in Kürze
- Der neue Bericht zeigt Impressionen in AI Overviews, AI Mode und in Discover, gefiltert nach Seiten, Ländern, Geräten und Zeitraum.
- Klicks, Klickrate und sogar die Suchanfragen fehlen, obwohl gerade sie für die tägliche SEO-Arbeit am wichtigsten sind.
- Google handelt nicht aus Großzügigkeit, sondern auf Anordnung der britischen Wettbewerbsbehörde CMA.
- Der Bericht startet zuerst in Großbritannien, der DACH-Raum geht vorerst leer aus.
Was zeigt der neue Generative-AI-Bericht?

Der Generative-AI-Bericht erfasst laut Googles Ankündigung, wie oft Ihre URLs in AI Overviews und AI Mode erscheinen, und welche Seiten das sind. Filtern können Sie nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum. Die wertvollste Dimension fehlt aber: Für welche Suchbegriffe Ihre Seiten dort erscheinen, zeigt der Bericht nicht. Die Zahlen stammen aus demselben Datensatz wie der reguläre Web-Bericht und steckten dort bisher unauffindbar in Ihrer Gesamtsumme. Discover bekommt einen zweiten, eigenen Bericht.
Warum kommt der Bericht ausgerechnet jetzt?

Freiwillig rückt Google diese Daten nicht heraus. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat Google am 30. September 2025 unter dem Digital Markets, Competition and Consumers Act mit „Strategic Market Status“ eingestuft.
Daraus folgt eine bindende Auflage: Verlage dürfen ihre Inhalte aus den KI-Funktionen nehmen, ohne ihr Ranking zu verlieren, und Google muss Quellen klar verlinken. Aus demselben Grund häufen sich auch die Inline-Links und die Preferred Sources mit Stern-Icon. Die Kernpflichten greifen ab dem 3. Dezember 2026, die seitengenaue Steuerung folgt im März 2027.
Google zeigt uns Impressionen und nennt das Transparenz. Solange die Klicks fehlen, sehen wir nur, wie oft wir zitiert werden, nicht, ob davon jemand bei uns ankommt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Warum fehlen die Klicks, und warum ist das brisant?

Impressionen ohne Klicks zeichnen ein zu schönes Bild. Eine Studie des Pew Research Center zeigt, warum: Taucht eine KI-Zusammenfassung auf, klicken Nutzer nur noch in 8 % der Fälle auf ein Ergebnis, ohne Zusammenfassung sind es 15 %. Auf die Quellenlinks innerhalb der AI Overviews entfällt gerade einmal 1 %. Eine Impression in der KI-Antwort ist also weit weniger wert als ein klassischer Treffer, und genau diese Lücke bleibt im Bericht unsichtbar. Skepsis ist ohnehin angebracht: Erst kürzlich lieferte die Search Console elf Monate lang falsche Impressionszahlen. Dass AI Overviews die Reichweite klassischer Suchergebnisse einbrechen lassen, ist längst belegt.
Was bedeutet das für Seitenbetreiber im DACH-Raum?

Im DACH-Raum fehlen bislang der Bericht und der Opt-out-Schalter, weil hier keine Behörde Google zu solchen Schritten zwingen kann. Die EU-Kommission untersucht zwar, ob Google Verlagsinhalte für AI Overviews zu unfairen Bedingungen nutzt, ein erzwingbares Wahlrecht wie in Großbritannien existiert aber noch nicht. Was Sie heute tun können: Mit dem Token google-extended sperren Sie allenfalls das KI-Training. In AI Overviews erscheinen Ihre Inhalte trotzdem weiter. Ganz aussteigen können Sie nur, indem Sie Googlebot sperren, was die Sichtbarkeit kostet. Sinnvoller ist, die Sichtbarkeit mit Drittanbieter-Tools zu messen und Inhalte gezielt für die generative Suche aufzubereiten. Eine fundierte GEO-Strategie schlägt jeden Opt-out.
Prüfen Sie den Bericht, sobald er in Ihrem Konto auftaucht. Bis dahin gilt: Behandeln Sie KI-Impressionen als Reichweite, nicht als Erfolg.
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