Wer in den vergangenen elf Monaten Google Search Console-Berichte an Vorstände oder Kunden präsentiert hat, hat unwissentlich mit falschen Zahlen gearbeitet. Google bestätigt einen Logging-Fehler, der die ausgewiesenen Impressionen seit dem 13. Mai 2025 inflationär aufgebläht hat. Der Korrektur-Rollout läuft seit Ende April 2026.

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Was Google da gerade eingestanden hat

Eine Lupe über einem Umsatzgraphen und ein Notizblock mit Datum 13. Mai 2025
Google Search Console: Logging-Fehler verfälschte Impression-Daten von Mai 2025 bis April 2026

Auf der Data Anomalies Page der Google Search Console steht ein knapper Satz: Ein Logging-Fehler habe verhindert, dass die Performance-Berichte die tatsächlichen Impressionen korrekt erfassen. Der betroffene Zeitraum reicht vom 13. Mai 2025 bis zum 27. April 2026, also rund 50 Wochen. Klicks und andere Kernmetriken sind laut Google nicht betroffen. Klingt schmal, ist es aber nicht: Impressionen stehen am Anfang fast jeder Reporting-Kette, und jede daraus abgeleitete Quote, allen voran die Klickrate, war im selben Zeitraum verzerrt.

Aufgefallen war die Anomalie der SEO-Community vor Google selbst. Der australische Berater Brodie Clark hatte am 30. März 2026 auf LinkedIn auffällige Impression-Spitzen auf Desktop und in Merchant Listings markiert. Vier Tage später folgte das knappe Eingeständnis im Status-Dashboard, ohne Detailanalyse, ohne Scope, ohne Reparatur-Roadmap.

Warum reicht der Fix nicht aus?

Pinnwand mit fehlerhaften Kalenderblättern zu Google Search Console-Daten vor weißer Wand
Sinkende Impressionen durch Logging-Korrektur: Proaktive Kommunikation mit Kunden und Vorstand notwendig

Sinkende Impressionen sehen in den nächsten Wochen aus wie ein Sichtbarkeitseinbruch, sind aber tatsächlich nur die Korrektur des Loggings. Wer den Effekt nicht aktiv erklärt, läuft in zwei Gespräche hinein: eines mit dem Kunden, der gleich nach der Agenturperformance fragt, und eines mit dem Vorstand, der von einem SEO-Crash redet. Beide Gespräche brauchen jetzt eine Vorbereitung mit Zahlen, nicht erst nächste Woche.

Hinzu kommt der Zeitvergleich. Year-over-Year-Reports, die Mai 2025 mit Mai 2026 abgleichen, vergleichen einen verzerrten Wert mit einem korrigierten. Wer Trendaussagen daraus ableitet, vergleicht systematisch Äpfel mit Birnen. Klickrate-Modellierungen über die gleiche Periode laufen ins Leere, weil der Denominator nicht stimmt.

Elf Monate falsche Zahlen sind kein Bug, sondern ein Vertrauensschaden. Niemand bei Google hat den Anomalien-Hinweis aus eigenem Antrieb auf das Status-Dashboard gesetzt. Ohne Brodie Clarks LinkedIn-Post liefen die Reports der gesamten Branche heute noch falsch.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was Reporting-Teams jetzt sofort tun

Hölzerner Abakus mit einer orangefarbenen Kugel, markiert mit „0?“ auf einer Reihe
Drei Pflichtmaßnahmen für Mai-Reports: Anomaliehinweis mit Link, Zeitraum 13.5.2025-27.4.2026 markieren, Trendvergleiche auf Klicks umstellen, Kundenreports auf alternative Metriken anpassen

Drei konkrete Maßnahmen sind Pflicht. Erstens: in jedem Mai-Report einen sichtbaren Hinweis auf die Anomalie verlinken und den Zeitraum 13. Mai 2025 bis 27. April 2026 markieren. Zweitens: in allen Trendvergleichen, die diesen Zeitraum berühren, auf Klicks als Leitmetrik umstellen, da Klicks laut Google nicht betroffen sind. Drittens: bei Kunden, deren Reports stark auf Impressions oder CTR aufbauen, einen kurzen Erklär-Slide vorbereiten, bevor Fragen kommen. Wer das jetzt sauber kommuniziert, behält Glaubwürdigkeit. Wer es aussitzt, verliert sie.

Für die strategische Einordnung bietet sich ein Blick auf das jüngste Google Mai-Update 2026 an, das zeitgleich zu Sichtbarkeitsverlusten zwischen 25 und 35 Prozent in kompetitiven Nischen geführt hat. Beide Effekte überlagern sich gerade in den Reports, ohne dass Google die zeitliche Verflechtung adressiert.

Mehr Newshunger?

Eine Schnecke und das Wort „Klick?“ unter einer Lupe
Googles Geschäftsmodell: 73 Prozent der 343 Milliarden Umsatz stammen aus Werbung. Search Console misst die Reichweite des eigentlichen Produkts

Wer Google strategisch einordnen will, beginnt beim Google-Geschäftsmodell: 73 Prozent des 343-Milliarden-Umsatzes kommen aus Werbung, was die Search Console zur Reichweiten-Bilanz für das eigentliche Produkt macht. Wer Sichtbarkeit in AI-Surfaces aufbauen will, findet im LLMs-Ratgeber einen Überblick zu den relevanten Modellen. Und wer das Big Picture rund um Generative-Engine-Optimization braucht, prüft den GEO-Pillar-Artikel.

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