Google schickt Klicks auf kostenlose Produkteinträge in einem US-Test direkt zur Produktseite des Händlers, statt zuerst ein eigenes Vergleichsfenster zu öffnen. In zwei weiteren Tests hebt Google den Hinweis auf werbende Händler blau hervor und setzt einen organischen Link über den Anzeigenblock. In der europäischen Google-Suche fehlen die Gratis-Raster seit September, dort gehört der Platz nach dem Digital Markets Act Vergleichsportalen.

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Ein Klick auf ein kostenloses Produkt im Google-Produktraster öffnete bislang ein Fenster mit den Preisen mehrerer Händler. Seit Mitte September landen US-Nutzer im Test ohne diesen Zwischenschritt auf der Produktseite des Shops, dokumentiert der australische SEO-Berater Brodie Clark.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem US-Test führen kostenlose Produkteinträge direkt zur Produktseite des Händlers.
  • Über dem Anzeigenblock testet Google einen zusätzlichen organischen Link.
  • OpenAI erprobt in ChatGPT farbige Etiketten wie „bester Allrounder“ für Produktempfehlungen.
  • Im EWR hat Google die Gratis-Raster nach einer DMA-Strafe von 460 Millionen Euro durch einen Block mit Vergleichsportalen ersetzt.

Was testet Google in den Produktrastern?

Ein 3D-Modell zeigt eine Rampe, einen
Google kennzeichnet Produkte mit blauem „Mehr >“-Etikett, um zusätzliche Händleranzeigen zu markieren

Den Anfang machte am 14. September ein blaues Etikett „Mehr >“. Google markiert so Produkte, für die weitere Händler Anzeigen schalten.[1] Bisher stand an derselben Stelle ein unscheinbares „& mehr“. Einen Tag später folgte der Direktlink zur Produktseite, eine erste Fassung lief laut Clark schon im Juni im Shopping-Tab. Den Hinweis darauf bekam Clark von Sachin Patel.

Ebenfalls von Patel stammt der Fund vom 19. September: ein weiterer organischer Link mit blauer Schaltfläche über dem Anzeigenbereich im Raster.[1] Diesen Anzeigenbereich führte Google erst im April in den USA ein, vorher blieb das Raster werbefrei.

Warum lenkt Google die Klicks um?

Den Preisvergleich erreichen Nutzer nur noch über das Etikett, das Google an die Anzeigen weiterer Händler koppelt. Der Händlervergleich rückt so näher an die Werbung. Für Shops heißt das: Die Produktseite muss ohne vorgeschalteten Vergleich überzeugen, Preis und Lieferzeit gehören ganz nach oben.

Um dieselbe Kaufentscheidung konkurriert OpenAI: ChatGPT zeigt im Test laut Clark ein grünes Etikett für den „besten Allrounder“ und graue Etiketten für Bestwerte in einzelnen Kriterien.[1] Die Sichtbarkeit in ChatGPT wird für Händler damit zur eigenen Kennzahl.

Amerikanische Händler bekommen den Gratis-Klick im Test direkt, europäische in der Google-Suche nur noch über Vergleichsportal oder Anzeige.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bleibt europäischen Händlern?

Im Europäischen Wirtschaftsraum laufen diese Tests ins Leere. Die EU-Kommission verhängte am 23. Juli eine Strafe von 460 Millionen Euro, weil Google eigene Dienste wie Shopping in der Suche bevorzugte.[2] Seit dem 8. September baut Google die europäische Suche um, Mitte September verschwanden dabei die kostenlosen Produktraster aus der Hauptsuche. Den Platz übernimmt ein Block mit Vergleichsportalen. Klicks darin führen direkt zum jeweiligen Portal.[3]

Neu ist das Muster nicht. Schon 2017 belegte die Kommission Google mit 2,42 Milliarden Euro Strafe, weil der Konzern den eigenen Preisvergleich bevorzugte. Seitdem buchen Händler Shopping-Anzeigen in Europa auch über fremde Preisvergleichsdienste (kurz CSS). Für den neuen Vergleichsblock melden sich solche Dienste über ein eigenes Kontaktformular bei Google an.[3] Clark berät nach eigener Aussage bereits viele große europäische Shops bei dieser Umstellung.

Was sollten Shop-Betreiber jetzt tun?

Prüfen Sie zuerst, über welchen CSS-Partner Ihre Produkte im EWR laufen und ob dieser Dienst im neuen Vergleichsblock erscheint. Ein sauberer Produktfeed im Merchant Center bleibt Pflicht, denn Shopping-Anzeigen speisen sich weiter daraus. Kontrollieren Sie außerdem, welche Rabatte Google Ads ab 12. Oktober automatisch in Anzeigen übernimmt.

Shops mit US-Geschäft messen den Erfolg der Direktlinks am besten auf der Produktseite selbst. Rank-Tracker lesen die Ziel-Adressen im Raster nur mühsam aus, weil Google die Links über seine /goto-Umleitung schickt.

Quellen

[1] Brodie Clark: „SERP Alerts: Notes“

[2] Europäische Kommission: „Commission fines Google €890 million for breaches of the Digital Markets Act“

[3] Google Search Central: „Aggregator unit in Google Search“

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