Die Rewe Group zeigt seit dem 1. Oktober 2026 ein neues Logo, in dem „Rewe“ und „Group“ gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Das alte Material bleibt trotzdem im Umlauf, bis der reguläre Austausch fällig ist. Für Marketingverantwortliche ist dieser Rollout lehrreicher als das Logo selbst.

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Im neuen Logo der Rewe Group fehlen die beiden farbigen Quadrate, die seit Januar 2006 neben dem Schriftzug standen. Laut Horizont war das rote Feld damals dem Lebensmittelhandel zugeordnet, das gelbe der Touristik. Seither kamen Geschäftsfelder hinzu, etwa der Großhandel mit Lekkerland und der Onlinehandel mit Zooroyal.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Quadrate von 2006 entfallen, „REWE“ und „GROUP“ stehen gleichberechtigt.
  • Bei der Entwicklung unterstützte das Düsseldorfer Studio Jörn Beyer.
  • Alte und neue Gestaltung bleiben im analogen Raum vorerst parallel sichtbar.
  • Gemeint ist die Konzernmarke, die Märkte von Rewe, Penny und Billa tragen eigene Logos.

Was ändert sich am Auftritt der Rewe Group?

Schachtel mit roter und gelber Kachel, Anhänger mit Aufschrift
Kölner Konzern erneuert Markenidentität mit überarbeitetem Leitbild „Für ein besseres Leben. Gemeinsam. Genossenschaftlich. Für Generationen.“ Neues Farbsystem, historische Elemente und digitale Barrierefreiheit prägen die Neuausrichtung

Den Anlass liefert ein überarbeitetes Leitbild: „Für ein besseres Leben. Gemeinsam. Genossenschaftlich. Für Generationen.“ Darauf baut der Kölner Konzern Markenstrategie und Gestaltung neu auf.[1] Historisch abgeleitete Elemente, ein erweitertes Farbsystem sowie neue Vorlagen, Assets und Regeln gehören dazu. Das Design soll außerdem digitale und barrierearme Kommunikation erleichtern.

„Unser neues Corporate Design gibt diesem besonderen Wir-Gefühl ein Gesicht“, sagt Ines Juen, Director Corporate Communications und Unternehmenssprecherin der Rewe Group.[1] Gelten soll der Auftritt für einen Konzern mit rund 380.000 Beschäftigten in 21 europäischen Ländern.

Warum stellt Rewe nur schrittweise um?

Ein neues Corporate Design kostet vor allem im Rollout, also beim Austausch auf allen physischen Trägern. Die Deutsche Bahn behielt bei ihrem neuen Markenauftritt im September Logo und Hausfarbe, musste sich intern aber trotzdem nach den Kosten des Relaunchs fragen lassen.

Die Rewe Group wechselt dagegen das Logo und streckt die Ausgaben: Ersetzt wird entlang regulärer Erneuerungszyklen, vorhandenes Material wird weiterverwendet.[1] Beim Umbau der Supermarktmarken 2006 bekamen rund 2.800 Märkte auf einen Schlag das Rewe-Logo. Die Zahl der Varianten senkte Schaeffler, indem der Zulieferer die Ersatzteilmarken FAG, INA und LuK unter einer Dachmarke bündelte.

Neues Logo für einen Konzern in 21 Ländern
Die Größenordnung hinter dem neuen Corporate Design
380.000
Beschäftigte in 21 europäischen Ländern
100+ Mrd. €
Gesamtaußenumsatz im Geschäftsjahr 2025
2.000+
Reisebüros der Konzerntochter Dertour Group
2 → 0
farbige Quadrate im Logo der Konzernmarke
Vom Doppelquadrat zum Schriftzug
Januar 2006
Die Dachmarke Rewe Group erhält ein Logo mit rotem und gelbem Quadrat.
1. Oktober 2026
„REWE“ und „GROUP“ stehen gleichberechtigt, die Einführung beginnt.
Ab Oktober 2026
Neues Material ersetzt altes erst im regulären Erneuerungszyklus.

Ein neues Logo kostet wenig, teuer wird der Austausch aller Träger an einem Stichtag. Die Rewe Group spart sich den Stichtag und lebt eine Weile mit zwei Logos.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Am Schriftzug selbst ändert die Barrierefreiheit wenig: Die WCAG nehmen Text in Logos und Markennamen ausdrücklich von der Kontrastpflicht aus.[2] Für Fließtext verlangen die WCAG einen Kontrast von mindestens 4,5:1, für große Schrift 3:1. Barrierearm wird ein Auftritt deshalb über Farbsystem und Vorlagen, also genau die Bausteine, die Rewe neu geordnet hat.

Seit dem 28. Juni 2025 verlangt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz solche Standards von vielen Onlineangeboten für Verbraucher. Planen Sie selbst einen Relaunch, prüfen Sie die Farbpaare am besten vor dem ersten Druckauftrag gegen die WCAG-Werte. Website, Vorlagen und Social-Media-Profile lassen sich sofort umstellen, Schilder und Fahrzeuge folgen beim nächsten fälligen Austausch. Wie sich die Normen in konkrete Designregeln übersetzen lassen, zeigt der A11y Experience Guide.

Quellen

[1] Rewe Group: „Für ein besseres Leben: Gemeinsam. Genossenschaftlich. Für Generationen.“ (01.10.2026)

[2] W3C: „Understanding Success Criterion 1.4.3: Contrast (Minimum)“

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