Im Teilehandel standen bisher drei Schaeffler-Marken nebeneinander im Regal: FAG, INA und LuK. Diese Dreiteilung im Aftermarket beendet der Zulieferer jetzt und zieht die Namen unter die Konzernmarke Schaeffler zusammen. Der Umbau startet im zweiten Quartal 2027 und betrifft ein Milliardengeschäft, das an der Werkstatttheke entschieden wird.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Schaeffler führt die Aftermarket-Marken FAG, INA und LuK ab dem zweiten Quartal 2027 schrittweise unter dem Namen Schaeffler zusammen.
- Teilenummern, Spezifikationen, Preise und Online-Kataloge bleiben unverändert, die alten Markennamen stehen weiter auf den Metallkomponenten.
- Den Anfang macht das FAG-Sortiment mit neuem Verpackungsdesign, gezeigt auf der Automechanika Frankfurt vom 8. bis 12. September 2026.
- Hinter dem Schritt steht das Geschäftsfeld Schaeffler Vehicle Lifetime Solutions, das Produkte, Services und digitale Werkzeuge in einem Ökosystem verbindet.
Was ändert sich für FAG, INA und LuK?

Schrittweise führt Schaeffler seine Aftermarket-Marken FAG, INA und LuK unter dem Konzernnamen zusammen. Den Anfang macht ab dem zweiten Quartal 2027 das FAG-Sortiment mit einem neuen Verpackungsdesign, das die Marke Schaeffler in den Vordergrund rückt. An Teilenummern, Spezifikationen, Preisen und Online-Katalogen ändert sich nichts, und die eingeführten Namen bleiben auf den Metallkomponenten stehen.
Vorgestellt wird die neue Markenwelt auf der Automechanika Frankfurt, der Weltleitmesse der Kfz-Teilebranche, die vom 8. bis 12. September 2026 läuft. Verantwortlich ist das Geschäftsfeld Schaeffler Vehicle Lifetime Solutions, unter dem der Konzern nach der Fusion mit Vitesco die Ersatzteile, Werkstattservices und digitale Diagnose verbindet.
Warum bündelt Schaeffler ausgerechnet jetzt?
Der eigentliche Hebel liegt nicht im Logo, sondern in der Komplexität moderner Fahrzeuge. Je mehr Hybrid- und Elektroantriebe, Sensorik und Software in den Bestand kommen, desto seltener bestellen Werkstätten ein einzelnes Bauteil und desto häufiger eine komplette Reparaturlösung samt Diagnose und Anleitung. Eine gemeinsame Marke bündelt dieses Angebot und stärkt die Preismacht gegenüber No-Name-Teilen.
„Indem wir unser Geschäft unter einer starken Marke, mit einem integrierten Portfolio und einem durchgängigen Serviceerlebnis zusammenführen, machen wir Reparatur und Wartung einfacher, schneller und zuverlässiger“, sagt Jens Schüler, Vorstand Vehicle Lifetime Solutions bei Schaeffler.[1]
Der Schritt reiht sich in einen Umbau der ganzen Zulieferbranche ein. Die Continental-Abspaltung Aumovio trennt sich vom Bremsenwerk und setzt auf Software, Knorr-Bremse legt die Update-Pflicht fürs Nutzfahrzeug auf eine offene Plattform. Überall verschiebt sich der Wert vom Einzelteil zum System.
Die Bündelung ist kein Logo-Tausch, sondern Schaefflers Versicherung gegen den Verbrenner-Abschied. Das Ersatzteilgeschäft am Bestandsauto zahlt, wenn das Neuwagengeschäft schwächelt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet die Bündelung für Werkstätten im DACH-Raum?
Für freie Werkstätten im deutschsprachigen Raum bleibt der Umstieg zunächst kosmetisch. Bestellnummern und Kreuzreferenzen von FAG, INA und LuK gelten weiter, nur Verpackung und Markenauftritt wechseln ab 2027. Geschützt wird ihr Geschäft ohnehin durch die EU-Gruppenfreistellung für den Kfz-Sektor, die den freien Teilemarkt und das Recht auf Reparatur absichert.
Genau dieser Markt gewinnt an Gewicht, während das Neuwagengeschäft schwächelt. Der riesige Pkw-Bestand in Deutschland altert und braucht Ersatzteile, unabhängig davon, ob der nächste Neuwagen ein Verbrenner oder ein Stromer wird. Anbieter, die die Werkstatt digital an sich binden, etwa über Servicenetze für den E-Lkw, sichern sich einen stabilen Ertrag jenseits des Preiskampfs bei Neufahrzeugen.
Drei Traditionsmarken wandern schrittweise unter den Konzernnamen.
Quelle
[1] Schaeffler Vehicle Lifetime Solutions: „Integriertes Portfolio und smarte Lösungen: Schaeffler Vehicle Lifetime Solutions ebnet den Weg zu mehr Effizienz und weniger Komplexität“
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