Die Deutsche Bahn zeigt ihr erstes großes Corporate Design seit Jahren und macht damit den Umbau des Konzerns sichtbar. Ein Raster aus Gleisschwellen löst den roten Puls ab, die Schrift wird fetter, Flieder kommt als Akzentfarbe dazu. Logo und Rot bleiben, der Ton wird härter.

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Zum 1. September 2026 baute die Deutsche Bahn ihr Corporate Design um, mitten im größten Sanierungsprogramm ihrer Geschichte. Der Konzern will seinen Umbau sichtbar machen und den Ruf als Ankündigungsweltmeister ablegen. Ob ein neues Markenbild dieses Versprechen einlöst, bleibt die eigentliche Frage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Raster aus Gleisschwellen wird zum zentralen Gestaltungselement und löst den roten „Puls“ ab.
  • Die Typografie wird fetter und kontrastreicher, Flieder kommt als neue Akzentfarbe dazu.
  • Logo und die Hausfarbe Rot bleiben unverändert, die neue Markenrolle heißt „Die Macher:innen“.
  • Hinter dem Relaunch stehen die Strategieagentur Unicorns&Lions und die Designagentur Strichpunkt.

Was ändert sich am Markenbild der Bahn?

Blaue Betonschwelle mit Farbeimer und Farbrolle auf weißem Hintergrund
Neues Designelement: Gleisschwellen-Raster ersetzt roten Puls. Fettere Hausschrift, Schwarz und Flieder als Akzentfarbe. DB-Logo und Bahn-Rot bleiben erhalten

Das auffälligste neue Element ist die Schwelle: ein Raster aus Gleisschwellen, das als Fläche, Trenner oder Bewegungsmotiv dient und den bisherigen roten Puls ablöst. Dazu kommen eine fettere Hausschrift, mehr Schwarz und Flieder als Akzentfarbe.

Unverändert bleiben die stärksten Wiedererkennungszeichen. Das seit 2008 nahezu gleiche DB-Logo und das Bahn-Rot führen die Marke fort, Bildsprache und Tonfall werden dagegen deutlich dynamischer.[1] Neu ist die Markenrolle „Die Macher:innen“, die Verantwortung und Machbarkeit betont.

Warum ein Redesign mitten in der Sanierung?

Das neue Design soll den Konzernumbau sichtbar machen: Die Bahn will als Problemlöserin auftreten statt als Ankündigungsweltmeister. Der Rollout startete mit Kampagnen für die BahnCard und die Berliner S-Bahn, die erste große Bühne wird die Messe InnoTrans Ende September.

Hinter dem Relaunch stehen die Strategieagentur Unicorns&Lions und die Designagentur Strichpunkt, die den Etat 2023 gewann.[1] Website und Intranet stellen parallel auf das neue System um, damit die Marke an jedem Kontaktpunkt gleich auftritt. Einen ähnlichen Weg ging zuletzt der Energiekonzern mit seiner Umfirmierung von Siemens Energy zu Omterra.

Ein Schwellen-Raster und die Farbe Flieder ändern nichts an einer verspäteten Verbindung. Vertrauen gewinnt die Deutsche Bahn erst über den pünktlichen Betrieb zurück, nicht über das Markenbild.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Der Bahn-Relaunch auf einen Blick
Neues Corporate Design, gleicher Marken-Kern
1. Sept.
Start des Rollouts 2026, zuerst bei BahnCard und Berliner S-Bahn
2008
So lange bleibt das DB-Logo unverändert, auch das Bahn-Rot bleibt Hausfarbe
2
Agenturen hinter dem Relaunch: Strichpunkt (Design) und Unicorns&Lions (Strategie)
Ende Sept.
InnoTrans 2026: erste große öffentliche Bühne für das neue Markenbild

Was Unternehmen aus dem Bahn-Relaunch lernen

Ein Marken-Relaunch gelingt nur, wenn er eine echte Veränderung begleitet, statt sie zu ersetzen. Für Unternehmen heißt das: Ein neues Design ordnet sich der Strategie unter und folgt dem Umbau, statt ihm vorauszulaufen.

Die Kritik zielt genau auf diesen Punkt. Der Designkritiker Achim Schaffrinna lobt die handwerkliche Konsequenz, vermisst aber die Wärme des alten Puls-Elements und zweifelt, ob ein optischer Umbau etwas an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit ändert.[2] Diese Spannung kennt jede Marke, die sich strategisch positioniert: Die Optik verkauft ein Versprechen, das der Betrieb erst decken muss.

Für die eigene Marke lohnt der nüchterne Blick: Ein Relaunch wirkt, sobald Design, Sprache und Leistung dieselbe Geschichte erzählen. Ein bloßer Austausch der Oberfläche verschiebt das Glaubwürdigkeitsproblem, mehr nicht. Steht ein grundlegender Umbau der eigenen Optik an, hilft der Vergleich der Corporate-Design-Agenturen bei der Auswahl.

Quellen

[1] Deutsche Bahn: „Deutsche Bahn richtet Marke neu aus und rückt Verantwortung in den Mittelpunkt“

[2] Achim Schaffrinna, Design Tagebuch: „Deutsche Bahn richtet Marke neu aus“

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