Retail Media erreicht den Heimwerkermarkt. Seit dem 3. September vermarktet die Rewe Group auch ihre Baumarktkette toom als Werbefläche und macht deren Heimwerker- und Gartensortiment für Markenkampagnen buchbar.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügentoom ist nach REWE, Penny und ZooRoyal die vierte Marke im Werbenetzwerk des Kölner Konzerns. Für Werbekunden entsteht ein Kanal, der Reichweite im Onlineshop mit Bildschirmen in über 300 Filialen verbindet.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Rewe Group öffnet ihre Baumarktkette toom seit dem 3. September 2026 für Retail Media.
- toom ist nach REWE, Penny und ZooRoyal die vierte Marke im Netzwerk, vermarktet von Rewe Group Retail Media Connect.
- Ab Oktober buchen Marken erstmals digitale Werbeflächen im toom-Onlineshop, dazu kommen Bildschirme in den Filialen.
- Retail Media wächst in Deutschland 2026 zweistellig, während Amazon Anteile an jüngere Netzwerke abgibt.
Was die Rewe Group bei toom startet

Das Angebot bündelt digitale und stationäre Werbung. Ab Oktober schalten Marken erstmals Anzeigen im toom-Onlineshop, von Sponsored Products bis zur Display-Fläche, dazu kommen die Bildschirme in den Märkten. Die Vermarktung übernimmt Rewe Group Retail Media Connect, das zentrale Werbeteam des Konzerns.[1]
Die Datenbasis ist groß: toom betreibt mit den Schwestermarken B1 und Klee über 300 Märkte und setzt brutto rund drei Milliarden Euro um, die Rewe Group kam 2024 auf 96 Milliarden Euro Außenumsatz. Christian Raveaux, Head of Retail Media Connect bei der Rewe Group, ordnet den Ausbau ein: „Retail Media hat in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung durchlaufen, von der Nische zum festen Bestandteil vieler Mediapläne.“
Warum Händler zu Werbekonzernen werden
Der eigentliche Treiber steckt in den Kassendaten. Aus Kundenkarte, App und Kaufhistorie kennt der Händler, wer was kauft, und diese Erstanbieterdaten lassen sich nach dem Auslaufen der Drittanbieter-Cookies kaum ersetzen. Eine Anzeige neben dem passenden Produkt trifft die Kaufabsicht im Moment der Entscheidung, und der Händler misst den Abverkauf direkt gegen. Aus Verkaufsfläche wird so ein hochmargiges Werbegeschäft, das zuvor vor allem die programmatische Werbung für sich beanspruchte.
Retail Media verkauft keine Werbeplätze, sondern Kaufabsicht. Marken, die allein bei Amazon buchen, überlassen dem Handel die wertvollsten Daten und lernen ihre eigenen Kunden nie kennen.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Das Werbenetzwerk der Rewe Group in vier Zahlen
Was das Netzwerk für Marken bedeutet
toom reiht sich in einen Wettlauf der Händler ein. Schwarz Media rund um Lidl und Kaufland, Ceconomy mit Media Markt und Saturn sowie die Otto Group betreiben eigene Netzwerke, der Baumarkt blieb bislang eine Lücke. In Europa floss 2024 der Großteil der Retail-Media-Ausgaben zu Amazon, doch die höheren Wachstumsraten liegen inzwischen bei den Herausforderern, wie schon der Streit um Amazons Werbeauktionen zeigte.
Für Marken und Agenturen im DACH-Raum wächst damit das Inventar jenseits von Amazon, allerdings um den Preis der Zersplitterung: Jeder Händler bringt eine eigene Plattform und eine eigene Zahlenwelt mit. Vor der ersten Buchung lohnt der Abgleich der eigenen Zielgruppe mit dem toom-Publikum und ein nüchterner Test der Messbarkeit über alle Kanäle. Die Kennzeichnungspflicht bleibt bestehen, weil Werbung auch auf dem Ladenbildschirm klar erkennbar sein muss.
Richtig eingesetzt ergänzt der neue Kanal das klassische Online-Marketing, ohne die bestehenden Kanäle zu verdrängen.
Quelle
[1] Rewe Group: „Wenn die Märkte zur Werbeplattform werden“
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