Die Google-Suche in Europa liefert von dieser Woche an schlechtere Ergebnisse. Google bestätigt das selbst. Um einer Milliardenstrafe der EU-Kommission zu entgehen, dampft der Konzern seit dem 8. September seine eigenen Preis- und Buchungsboxen ein und schiebt Vergleichsportale nach vorn. Für Betreiber von Websites verschiebt der Umbau die Sichtbarkeit in der wichtigsten Suchmaschine des Kontinents.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer DMA-Umbau der Google-Suche ist der bislang sichtbarste Eingriff in die europäische Suchlandschaft. Google nennt den Schritt nach eigener Darstellung die größte Qualitätsverschlechterung in 29 Jahren Suchgeschichte. Was nach interner Warnung klingt, entscheidet mit darüber, wie Kunden Hotels, Flüge und lokale Anbieter künftig finden.
Das Wichtigste in Kürze
- Google baut seine Suchergebnisse im Europäischen Wirtschaftsraum seit dem 8. September 2026 um, um die Vorgaben des Digital Markets Act zu erfüllen.
- Auslöser sind zwei Beschlüsse der EU-Kommission vom 23. Juli 2026 über zusammen 890 Millionen Euro, davon 460 Millionen für die Bevorzugung eigener Vertikaldienste.
- Preise, Bewertungen und Direktbuchungs-Details verschwinden aus den Boxen, dafür rücken Vergleichsportale und spezialisierte Suchdienste nach vorn.
- Nach Googles Angaben brach der direkte Buchungsverkehr zu europäischen Anbietern schon bei früheren Anpassungen um bis zu 30 Prozent ein.
Was ändert Google an den Suchergebnissen?

Der Umbau trifft vor allem Suchen mit Kaufabsicht. Statt einer eigenen Box mit Preisen und Bewertungen zeigt Google künftig eine spezialisierte Suchmaschine oben auf der Seite, darunter zwei weitere Vergleichsdienste mit weniger Details. Ein Karussell mit Hotels, Fluglinien und Restaurants rutscht nach unten, die Echtzeitpreise darin fallen weg.
Welche Anbieter oben erscheinen, entscheidet weiter Googles Algorithmus. Für Nutzer bedeutet das mehr Klicks bis zum Ziel. Für die klassische Suchmaschinenoptimierung ändern sich die Spielregeln genau an den Stellen, an denen Umsatz entsteht.
Warum trifft die DMA ausgerechnet die Suche?
Auslöser ist ein Verfahren nach dem Digital Markets Act. Die Europäische Kommission verhängte am 23. Juli 2026 in zwei Beschlüssen zusammen 890 Millionen Euro, davon 460 Millionen für die Bevorzugung der eigenen Vertikaldienste in den Suchergebnissen.[1] Schon dieser Beschluss zwang Google zu faireren Rankings.
Die Kommission gab dem Konzern 60 Tage, um die Selbstbevorzugung zu beenden, die Frist läuft um den 21. September aus. Bei Nichtbefolgung drohen Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des weltweiten Tagesumsatzes. Wie hartnäckig Brüssel diese Bevorzugung verfolgt, zeigt der Streit um Googles Shopping-Box.
Der DMA-Umbau räumt Googles besten Schaufensterplatz. Die frei werdende Sichtbarkeit geht an Vergleichsportale. Unternehmen, die bisher an der Direktbox hingen, brauchen jetzt einen zweiten Kanal.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Umbau für Websites im DACH-Raum?
Für Websites im DACH-Raum verschiebt der Umbau die Sichtbarkeit. Vergleichsportale und spezialisierte Suchdienste gewinnen die prominenten Plätze, während lokale Anbieter Googles direkten Buchungskanal verlieren. Nach Googles Angaben brach der direkte, kostenlose Buchungsverkehr zu europäischen Betrieben bei früheren DMA-Anpassungen um bis zu 30 Prozent ein.
Google selbst wertet den Schritt als Verlust. „Diese Änderungen verschlechtern das Nutzererlebnis für Europäer, stärken Online-Vermittler zulasten lokaler Anbieter und entfernen hilfreiche Funktionen, auf die sich Menschen täglich verlassen“, sagt Nick Fox, Senior Vice President für Knowledge und Information bei Google. Für Entscheider heißt das vor allem, die eigene Direktbuchung zu stärken und Präsenz auf den relevanten Vergleichsportalen zu sichern. Parallel gewinnt die Sichtbarkeit in KI-Antwortmaschinen an Gewicht, weil immer mehr Kaufabsichten dort statt in der blauen Linkliste starten.
Warum Google seine Suchergebnisse in Europa seit dem 8. September 2026 umbaut.
FAQ: Der DMA-Umbau der Google-Suche
Warum baut Google seine Suche in Europa um?
Google setzt die Vorgaben des Digital Markets Act um. Nach zwei Beschlüssen der EU-Kommission vom 23. Juli 2026 über zusammen 890 Millionen Euro darf der Konzern seine eigenen Vertikaldienste nicht länger bevorzugt anzeigen und passt dafür seit dem 8. September 2026 die Suchergebnisse an.
Was ändert sich konkret in den Suchergebnissen?
In Suchen mit Kaufabsicht ersetzt Google die eigene Box durch eine hervorgehobene spezialisierte Suchmaschine und zwei weitere Vergleichsdienste mit weniger Details. Ein Karussell mit Hotels, Fluglinien und Restaurants rutscht nach unten, Echtzeitpreise fallen darin weg.
Welche Websites profitieren, welche verlieren?
Vergleichsportale und spezialisierte Suchdienste gewinnen die prominenten Plätze. Lokale Anbieter, Hotels und Airlines verlieren Googles direkten Buchungskanal. Nach Googles Angaben brach der direkte Buchungsverkehr zu europäischen Betrieben bei früheren Anpassungen um bis zu 30 Prozent ein.
Was sollten Unternehmen im DACH-Raum jetzt tun?
Sinnvoll ist, die eigene Direktbuchung zu stärken, Präsenz auf relevanten Vergleichsportalen zu sichern und die Sichtbarkeit in KI-Antwortmaschinen aufzubauen. So bleibt die Reichweite unabhängig davon, wie Google die Boxen in Europa weiter umbaut.
Quelle
[1] Europäische Kommission: „Commission fines Google €890 million for breaches of the Digital Markets Act“
Mehr Newshunger?
- 48 % Reichweite: AI Overviews kippen Google-Suche
- Studie: AI Overviews halbieren die Klickrate trotz Platz 1
- Site Reputation Abuse: Google kippt die Spam-Regel im EWR
- Cloudflare blockiert KI-Trainings-Crawler ab September standardmäßig, auch Googlebot
- DuckDuckGo: Wie verdient die Anti-Google-Suchmaschine Geld?