Google Ads liest ab dem 12. Oktober Rabattaktionen von den Websites der Werbekunden aus und blendet sie automatisch als Angebot in Anzeigen ein. Betroffen sind Such- und Performance-Max-Kampagnen mit Standort-Assets, eine ausdrückliche Zustimmung holt Google dafür nicht ein. Abschalten lässt sich die Übernahme nur für das ganze Konto, für den Preis in der Anzeige bleiben die Händler verantwortlich.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenMit automatischen Angeboten übernimmt Google Ads Rabatte von der Landingpage in die Suchanzeige: Steht dort „20 % Rabatt auf schwarze Pullover“, erscheint genau dieser Nachlass unter der Anzeige. Das Beispiel stammt aus Googles eigener Hilfeseite.[1] Den Starttermin 12. Oktober nennt eine Mail an Werbekunden, die der PPC-Berater Arpan Banerjee öffentlich machte. Ab diesem Tag ist die Funktion für geeignete Kampagnen voreingestellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab 12. Oktober übernimmt Google Ads Rabatte und Gutscheine von Landingpages und hängt sie als Angebots-Asset an Anzeigen.
- Betroffen sind Such- und Performance-Max-Kampagnen mit Standort-Assets, in denen keine eigenen Angebote laufen.
- Das Opt-out gilt für das ganze Konto und liegt in den Einstellungen der automatisch erstellten Assets.
- Für Händler in Deutschland berührt die Funktion die Preisangabenverordnung und das Irreführungsverbot.
Was übernimmt Google Ads von der Website?

Googles System durchsucht die Landingpages nach Aktionsangeboten wie Rabatten oder Gutscheinen und legt daraus ein Angebots-Asset an.[1] Voraussetzung sind aktive Such- oder Performance-Max-Kampagnen mit verknüpften Standort-Assets, lokale Werbekampagnen eingeschlossen. Das System überspringt Kampagnen, in denen bereits manuell angelegte Angebote laufen. Ausgespielt werden können die Angebote laut Google in der Suche und im übrigen Anzeigeninventar des Konzerns.
Jedes automatische Angebot läuft weniger als 24 Stunden. Danach kann Google das Angebot erneut freischalten, solange die Aktion auf der Website sichtbar bleibt. Das System kann Start- und Enddatum einer Aktion laut Google noch nicht auslesen, künftig will der Konzern diese Daten erfassen.[1]
Warum ist ein automatischer Rabatt heikler als ein KI-Anzeigentext?
Auf der Marketing Live im Mai zeigte Google, wie das Asset Studio mit Gemini Omni Texte, Bilder und Videos aus einer Markenrichtlinie erstellt. Ein generierter Werbesatz wirbt jedoch nur, ein Rabatt dagegen ist ein Preisversprechen. Googles System erfasst, was sichtbar auf der Seite steht. Ein Nachlass nur für Neukunden oder nur in einer Filiale: Solche Einschränkungen stehen auf Händlerseiten oft im Kleingedruckten. Hängt ein Aktionsbanner nach dem Wochenende noch auf der Startseite, kann die Aktion für Googles Prüfung als weiterhin verfügbar gelten. Ob Google Bedingungen wie einen Mindestbestellwert ebenfalls übernimmt, erklärt der Konzern nicht.
Der Rechtsrahmen in Deutschland ist eng. Nach § 11 der Preisangabenverordnung muss ein Händler bei jeder Bekanntgabe einer Preisermäßigung für eine Ware gegenüber Verbrauchern den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage angeben.[2] Ein Prozentrabatt in der Suchanzeige kann eine solche Bekanntgabe sein. Hinzu kommt das Irreführungsverbot aus § 5 UWG, etwa bei abgelaufenen Aktionen.[3] Wie teuer falsche Preisangaben werden können, zeigt die Abmahnwelle von Miele gegen Onlinehändler mit erfundenen Streichpreisen.
Vom Banner zur Anzeige in vier Schritten
Google übernimmt künftig Rabatte von der Website in die Anzeige, die Verantwortung für den Preis bleibt beim Händler.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Werbetreibende bis zum 12. Oktober prüfen?
Eine knappe Woche bleibt bis zum Start. Eine regionale Einschränkung nennt Google nicht, die Funktion steht auch in der deutschen Hilfe. Die Mail erreichte nach Angaben von Search Engine Roundtable allerdings nur einen Teil der Werbekunden.
- Abschalten: Öffnen Sie im Menü Kampagnen unter Assets das Dreipunkt-Menü und wählen Sie „Automatisch erstellte Assets auf Kontoebene“. Über das Dreipunkt-Menü dieser Seite gelangen Sie zu den erweiterten Einstellungen, dort stellen Sie „Automatische Angebote“ auf „Aus“.[1] Die Einstellung gilt für das ganze Konto.
- Selbst steuern: Ein manuell angelegtes Angebots-Asset schließt die Kampagne von der automatischen Übernahme aus. Rabatt und Laufzeit legen Sie dann selbst fest.
- Website aufräumen: Entfernen Sie abgelaufene Aktionsbanner und schreiben Sie Bedingungen direkt neben den Rabatt.
- Kontrollieren: Unter Assets mit dem Asset-Typ „Angebot“ zeigt die Spalte „Hinzugefügt von“ automatische Angebote mit der Kennung „Google AI“. Laut der Mail führt die Übersicht Angebote ohne Impression nicht auf.
Agenturen mit vielen Kundenkonten setzen die Einstellung nach Googles Beschreibung Konto für Konto, eine Vorgabe für Verwaltungskonten erwähnt die Hilfe nicht. Wie Performance-Max-Kampagnen ihre Assets kombinieren, erklärt unser Überblick zu Google Ads Performance Max. Für Betriebe mit festem Standort zeigt ein Berliner Beispiel, wie sich lokale Google Ads aufsetzen lassen. Unterstützung bei der Kontopflege bieten die Dienstleister aus unserem Google-Ads-Agentur-Vergleich.
FAQ: Google Ads setzt ab 12. Oktober Website-Rabatte automatisch in Anzeigen
Was sind Angebots-Assets in Google Ads?
Angebots-Assets zeigen unter einer Anzeige eine laufende Aktion, etwa einen Prozentrabatt oder einen Gutscheincode. Bisher legen Werbetreibende diese Assets selbst mit Anlass und Laufzeit an, ab Oktober erzeugt Google sie zusätzlich automatisch aus der Website.
Was sind automatisch erstellte Assets in Google Ads?
Automatisch erstellte Assets sind Anzeigenbausteine, die Google selbst aus Landingpages und vorhandenen Anzeigen erzeugt, etwa zusätzliche Anzeigentitel oder Sitelinks. Werbetreibende schalten diese Bausteine auf Kontoebene ein oder aus, automatische Angebote gehören seit Kurzem dazu.
Was sind Standort-Assets in Google Ads?
Standort-Assets ergänzen eine Anzeige um die Adresse und die Entfernung zum Geschäft. Die Daten stammen meist aus einem verknüpften Google-Unternehmensprofil. Nur Such- und Performance-Max-Kampagnen mit solchen Standort-Assets kommen für automatische Angebote infrage.
Welchen Preis muss ein Händler bei Rabattwerbung angeben?
Nach § 11 der Preisangabenverordnung nennt ein Händler bei jeder Bekanntgabe einer Preisermäßigung für eine Ware gegenüber Verbrauchern den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage. Ausnahmen gelten für individuelle Rabatte und für schnell verderbliche Waren.
Was ist Performance Max in Google Ads?
Performance Max ist ein Kampagnentyp, der mit einem Budget und einem Satz von Assets alle Werbeflächen von Google bespielt, darunter Suche, YouTube, Display, Discover, Gmail und Maps. Die Verteilung auf die Kanäle steuert Google anhand des gewählten Conversion-Ziels selbst.
Quellen
[1] Google-Ads-Hilfe: „Automatische Angebote“
[2] Gesetze im Internet: „§ 11 PAngV: Zusätzliche Preisangabenpflicht bei Preisermäßigungen für Waren“
[3] Gesetze im Internet: „§ 5 UWG: Irreführende geschäftliche Handlungen“
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