Microsoft Advertising stellt seine Programmierschnittstelle vollständig auf REST um. Seit dem 1. Oktober erscheinen neue API-Funktionen nur noch dort, am 31. Januar 2027 endet die alte SOAP-API. Betroffen sind Agenturen und Werbetreibende, deren Gebots- und Reporting-Werkzeuge noch über die alte Schnittstelle laufen.

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Die SOAP-API von Microsoft Advertising läuft noch vier Monate. Microsoft hat den Abschied von SOAP am 1. April 2026 angekündigt und rät Werbetreibenden, die Migration jetzt zu planen und zu testen.[1] Im Monatsüberblick vom 30. September erinnerte der Konzern an die Frist und stellte drei weitere Neuerungen vor, darunter eine Einschränkung, die Werbetreibende im DACH-Raum direkt betrifft.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem 1. Oktober 2026 erscheinen neue Funktionen der Microsoft-Advertising-API nur noch in der REST-Version.
  • Am 31. Januar 2027 schaltet Microsoft die SOAP-API ab, betroffen sind Gebots-, Reporting- und Feed-Werkzeuge mit alter Anbindung.
  • Experimente für Such-, Shopping-, Audience- und Performance-Max-Kampagnen stehen allen Werbetreibenden offen.
  • Die neuen LinkedIn-Firmenlisten mit bis zu 10.000 Einträgen erreichen keine Nutzer aus dem EWR, Großbritannien und der Schweiz.

Was ändert sich an der Schnittstelle von Microsoft Advertising?

Brief, Anhänger (Gültig bis 31.01.2027), Siegel, leeres Papier, Mini-Schildkröte
Microsoft Advertising stellt SOAP-API zum 31. Januar 2027 ab. Neue Funktionen nur noch über REST-API verfügbar. Migrationsunterstützung im Support erhältlich

Microsoft Advertising baut seine API vollständig auf REST um: Neue Funktionen erscheinen seit dem 1. Oktober 2026 nur noch in der REST-API, am 31. Januar 2027 schaltet Microsoft die SOAP-API ganz ab. Bestehende SOAP-Anbindungen funktionieren bis dahin weiter. Für komplexe Integrationen bietet Microsoft über den Support einen verlängerten Migrationsplan an.[1]

Die Umstellung betrifft jede Software, die automatisch auf das Werbekonto zugreift: eigene Gebotsskripte von Agenturen, Reporting-Konnektoren für Dashboards, Feed- und Budget-Werkzeuge. In der Weboberfläche ändert sich nichts. SOAP verpackt jede Anfrage in eine XML-Nachricht mit festem Schema, REST arbeitet mit schlichten HTTP-Aufrufen und JSON. Für Entwickler bedeutet der Wechsel neue Endpunkte und ein neues Anfrageformat, also mehr als einen Versionssprung. Der Konzern empfiehlt, die Umstellung über die offiziellen SDKs zu erledigen, die bei künftigen API-Änderungen ohnehin aktualisiert werden. Wie Programmierschnittstellen grundsätzlich funktionieren, erklärt unser Ratgeber.

Google hat denselben Schritt schon hinter sich. Die alte AdWords-API, ebenfalls eine SOAP-Schnittstelle, stellte Google am 27. April 2022 nach rund einem Jahr Vorlauf ein.[3] Microsoft lässt seinen Kunden zehn Monate zwischen Ankündigung und Abschaltung. Bricht eine Anbindung weg, laufen die Anzeigen weiter, nur Gebotsanpassungen und Berichte aus den externen Werkzeugen bleiben aus.

Was bringt das September-Update außerdem?

Experimente stehen jetzt allen Werbetreibenden für Such-, Shopping-, Audience- und Performance-Max-Kampagnen zur Verfügung. Mit der Funktion testen Sie Gebote, Targeting oder Anzeigentexte kontrolliert gegen die Originalkampagne und übernehmen die bessere Variante mit einem Klick.[2] Die Redmonder raten zu Tests vor dem Weihnachtsgeschäft, damit die Kampagnen bis zur Nachfragespitze eine stabile Ausgangsbasis haben.

Seit September verknüpft eine HubSpot-Integration Microsoft Advertising mit dem CRM. Ein neuer Lead aus einer Kampagne kann dort automatisch eine Folgeaktion auslösen, etwa die Zuweisung an einen Vertriebsmitarbeiter, und Werbetreibende sehen, welche Anzeigen zu Abschlüssen geführt haben. Für B2B-Kampagnen steigt zudem die Obergrenze der LinkedIn-Firmenlisten von 1.000 auf 10.000 Firmennamen pro Liste.[2]

Microsoft Advertising: der Fahrplan zur REST-API
Fristen und Neuerungen für Werbetreibende und Agenturen, Stand 2. Oktober 2026
10 Monate
liegen zwischen Ankündigung und Abschaltung der SOAP-API, Google ließ 2022 rund ein Jahr Zeit
10.000
Firmennamen fasst eine LinkedIn-Firmenliste jetzt, bisher lag die Grenze bei 1.000
6,49 %
Marktanteil hatte Bing im September 2026 unter den Suchmaschinen in Deutschland

Wie die Umstellung abläuft

06.03.2024
LinkedIn-Daten getrennt
Microsoft beendet wegen des DMA die Datenflüsse von LinkedIn zu Microsoft Advertising.
01.04.2026
Ankündigung
Microsoft kündigt den Abschied von SOAP an und gibt sechs Monate Vorlauf für neue Funktionen.
30.09.2026
September-Update
Experimente stehen allen offen, die LinkedIn-Listen wachsen, HubSpot ist angebunden.
01.10.2026
Nur noch REST
Neue API-Funktionen erscheinen ausschließlich in der REST-API.
31.01.2027
SOAP endet
Microsoft beantwortet keine Anfragen über die alte Schnittstelle mehr. Prüfen Sie Ihre Werkzeuge rechtzeitig.

Am 31. Januar versagen zuerst die Reporting-Skripte, die seit Jahren unbeachtet auf Agenturservern laufen. Bing hat in Deutschland nur 6,5 Prozent Marktanteil, ein leeres Dashboard zum Jahresauftakt fällt trotzdem jedem Kunden auf.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Warum fehlen Nutzer aus der EU in den LinkedIn-Listen?

Die Nutzerdaten hinter den neuen LinkedIn-Firmenlisten schließen Personen aus dem EWR, Großbritannien und der Schweiz aus.[2] Einen Grund nennt Microsoft im Blog nicht. Den Hintergrund für die EU liefert ein Compliance-Bericht des Konzerns zum Digital Markets Act: Die EU-Kommission hat LinkedIn am 5. September 2023 als zentralen Plattformdienst des Gatekeepers Microsoft benannt. Art. 5 Abs. 2 DMA untersagt, personenbezogene Daten ohne Einwilligung über Dienste hinweg zu kombinieren. Bis zum 6. März 2024 hat Microsoft deshalb die entsprechenden Datenflüsse von LinkedIn zu Microsoft Advertising beendet.[4]

Für Kampagnen, die Entscheider in Deutschland, Österreich oder der Schweiz erreichen sollen, bringt die größere Liste damit keinen Zugewinn. Firmen-Targeting im DACH-Raum läuft weiterhin direkt über die Werbeplattform des Karriere-Netzwerks. Bing kam im September 2026 laut StatCounter in Deutschland auf 6,49 Prozent Marktanteil unter den Suchmaschinen, Google auf 87,84 Prozent.[5]

Was sollten Werbetreibende jetzt tun?

Mit vier Schritten stellen Sie sicher, dass nach dem 31. Januar kein Bericht leer bleibt:

  • Bestandsaufnahme: Fragen Sie Agentur und Tool-Anbieter, welche Anbindungen noch über SOAP laufen, auch bei Dashboards und Feed-Werkzeugen.
  • Migration planen: Eigene Integrationen stellen Sie am einfachsten über ein aktuelles offizielles SDK um. Bei komplexen Fällen vereinbaren Sie mit dem Microsoft-Support einen verlängerten Migrationsplan.
  • Parallel prüfen: Lassen Sie alte und neue Anbindung vor dem Jahreswechsel einige Wochen nebeneinander laufen und vergleichen Sie Klicks, Kosten und Conversions.
  • Gebote absichern: Prüfen Sie geplante Gebotsänderungen erst an einem Teil des Traffics, bevor Sie sie auf alle Kampagnen übertragen.

Bei der Suche nach externer Unterstützung hilft unser SEA-Agentur-Vergleich, die Grundlagen der Abrechnung erklärt der Ratgeber zu Pay-per-Click. Wie sich Suchwerbung in KI-Oberflächen verschiebt, zeigt der Start von ChatGPT Ads in 31 europäischen Märkten.

FAQ: Microsoft Advertising beendet die SOAP-API am 31. Januar 2027

Was ist Microsoft Advertising?

Microsoft Advertising ist die Werbeplattform von Microsoft für Such- und Displayanzeigen. Die Anzeigen erscheinen unter anderem in der Suchmaschine Bing, in Copilot, in Outlook und auf der Xbox. Abgerechnet wird bei Suchanzeigen pro Klick.

Was ist ein Gatekeeper nach dem Digital Markets Act?

Gatekeeper sind große Plattformbetreiber, die die EU-Kommission nach dem Digital Markets Act für bestimmte zentrale Plattformdienste benannt hat, darunter Alphabet, Amazon, Apple, ByteDance, Meta, Microsoft und Booking. Für diese Dienste gelten besondere Pflichten, etwa beim Zusammenführen von Nutzerdaten über mehrere Dienste.

Kann ich Google-Ads-Kampagnen in Microsoft Advertising übernehmen?

Ja, Microsoft Advertising bietet einen Import aus Google Ads an, der Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords und Anzeigen übernimmt. Nach dem Import lohnt ein Blick auf Gebote und Budgets, weil Bing in Deutschland deutlich weniger Suchanfragen abwickelt als Google.

Was ist ein SDK?

Ein SDK (Software Development Kit) ist ein Paket aus Programmbibliotheken, Dokumentation und Beispielen, mit dem Entwickler eine Schnittstelle in ihrer Programmiersprache ansprechen. Microsoft Advertising stellt SDKs unter anderem für .NET, Java, PHP und Python bereit.

Quellen

[1] Microsoft Advertising Blog: „Evolving the Microsoft Advertising API Platform“ (1. April 2026)

[2] Microsoft Advertising Blog: „Less busywork, more growth: What’s new in Microsoft Advertising this September“ (30. September 2026)

[3] Google Ads Developer Blog: „The AdWords API sunsets on April 27, 2022“

[4] Microsoft: „Microsoft Compliance Report, Annex 12: LinkedIn (Online Social Networking Service)“, Abschnitt „Cross-Use of LinkedIn Data for Microsoft Advertising and LMS“

[5] StatCounter Global Stats: „Search Engine Market Share in Germany, September 2026“

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