Pinterest verkauft ab sofort Werbeplätze mitten in der Bildersuche. Die neuen Visual Search Ads erscheinen genau dort, wo Nutzer Produkte vergleichen und sich für einen Kauf entscheiden. Für Werbetreibende im DACH-Raum öffnet sich damit ein Kanal, dessen Wirkung sich bisher schwer beziffern ließ.

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Mit den Visual Search Ads bringt Pinterest bezahlte Ergebnisse direkt in die visuelle Suche, also in den Moment, in dem jemand ein Bild betrachtet und nach ähnlichen Produkten sucht. Das Unternehmen zählt über 80 Milliarden Suchen pro Monat, die meisten davon visuell und mehr als die Hälfte mit klarer Kaufabsicht. Genau diese Kaufabsicht bietet Pinterest den Marken künftig zum Kauf an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Visual Search Ads platzieren Werbung in den Suchergebnissen und in der Detailansicht einzelner Pins.
  • Der Rollout läuft in den kommenden Wochen als Beta in allen Werbemärkten an, auch im deutschsprachigen Raum.
  • Pinterest verweist auf 640 Millionen aktive Nutzer und über 80 Milliarden Suchen pro Monat.
  • Ein früher Testkunde meldet bis zu 85 Prozent niedrigere Kosten pro App-Installation, allerdings nach Angaben von Pinterest selbst.

Was sind Pinterests Visual Search Ads?

Lupe zeigt Pinnwand mit Foto eines Sessels und Schild
Visual Search Ads auf Pinterest verbinden Keywords mit Bildern. Die Bilderkennung ordnet Objekte automatisch passenden Produktkatalogen zu und zeigt bezahlte, kaufbare Ergebnisse an. Ziel sind Nutzer kurz vor der Kaufentscheidung

Bezahlte Suchtreffer. Visual Search Ads verbinden das Stichwort mit dem Bild. Pinterests Bilderkennung ordnet die Objekte auf einem betrachteten Pin passenden Produktkatalogen zu und schiebt an dieser Stelle ein bezahltes, direkt kaufbares Ergebnis ein. Die Anzeigen zielen auf das untere Ende des Trichters, also auf Nutzer kurz vor der Entscheidung. Vorgestellt hat Pinterest das Format auf seiner Werbekonferenz Pinterest Presents.[1]

Warum setzt Pinterest gerade auf die visuelle Suche?

Kaufabsicht als Ware. Klassische Textsuche liefern Google und Amazon längst aus. Pinterest besetzt stattdessen die Nische der KI-gestützten visuellen Suche, in der Menschen nicht nach Wörtern, sondern nach Bildern und Stimmungen suchen. Bill Ready, CEO von Pinterest, ordnet das so ein: „Visual Search Ads geben Werbetreibenden Zugang zu dieser neuen, schnell wachsenden Form der KI-gestützten Suche, mit prominenter Platzierung an den entscheidenden Punkten, an denen Menschen sehen, speichern und sich entscheiden.“

Mehr Kontrolle. Zugleich erweitert Pinterest sein KI-Werbepaket Performance+ um Priority Products. Damit steuern Marken, welche Artikel die Automatik in wichtigen Momenten bevorzugt, etwa zu einem Saisonstart oder einer Rabattaktion.

Kein Einzelfall. Pinterest folgt einem Muster: Plattformen verwandeln KI-gestützte Entdeckung in Werbeplatz. Google zeigt Produkte im KI-Modus der Suche, YouTube Shopping ist in Deutschland gestartet, und Ströer lässt Kunden inzwischen direkt mit der Anzeige chatten.

Pinterest verkauft nicht mehr nur Aufmerksamkeit, sondern den Moment der Kaufentscheidung. Marken im DACH-Handel sollten dessen Wirkung selbst nachrechnen, statt sich auf einen einzelnen Testwert zu verlassen.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Pinterest in Zahlen: die visuelle Suche als Werbekanal
Womit Pinterest seine neuen Visual Search Ads bewirbt
640 Mio.
monatlich aktive Nutzer weltweit
80 Mrd.
Suchen pro Monat, überwiegend visuell
> 50 %
der Suchen mit erkennbarer Kaufabsicht
85 %
niedrigere Cost-per-Install bei einem Testkunden, bis zu, laut Pinterest

Was bedeutet das für Werbetreibende im DACH-Raum?

Bald auch hier. Anders als die neue KI-Funktion Restyle, die vorerst nur in den USA und Kanada läuft, kommen die Visual Search Ads laut Pinterest in allen Werbemärkten, also auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.[1] Für den Handel entsteht so ein neuer Kanal für bildstarke Kategorien wie Wohnen, Mode und Deko.

Zahlen mit Vorsicht. Der genannte Vorsprung von bis zu 85 Prozent bei den Installationskosten stammt von einem einzelnen Testkunden und aus Pinterests eigener Mitteilung. Gerade bei Kennzahlen wie Cost-per-Install lohnt der zweite Blick, wie der Fall zeigt, bei dem 60 Prozent der gemeldeten App-Installationen von Bots stammten.

DSGVO und AI Act. Werbetreibende, die Verhaltens- und Bilddaten für die Aussteuerung nutzen, bleiben an DSGVO, Digital Services Act und den EU AI Act gebunden. Alle drei verlangen Transparenz über Profiling und über KI-gestützte Anzeigen. Vor dem ersten Test empfiehlt sich, die Zielgruppen sauber zu dokumentieren und die eigene Attribution unabhängig von Pinterests Zahlen aufzusetzen. Wie sich ein Werbeweg auch abseits des klassischen Produktbezugs verschiebt, zeigt der Streit um KI-Werbung bei Adobe und OpenAI.

Quelle

[1] Pinterest Newsroom: „Pinterest unveils Visual Search Ads and new Performance tools“

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