Ströers neues KI-Werbeformat verwandelt die Native-Anzeige in ein Beratungsgespräch. Statt auf eine Landingpage zu klicken, tippt der Kunde seine Frage nach Preis oder Voraussetzung direkt in den Werbeplatz. Seeding Alliance zielt damit auf Finanzdienstleister, Autobauer und SaaS-Anbieter, also auf jedes erklärungsbedürftige Produkt.

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Ströers neues KI-Werbeformat lässt den Interessenten seine erste Frage direkt in der Anzeige stellen, statt ihn auf eine Modellseite zu schicken. Seit dem 3. August 2026 bietet die Ströer-Tochter Seeding Alliance dieses Format unter dem Namen AI Conversational Story an, als größter unabhängiger Native-Advertising-Vermarkter Deutschlands.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • KI-Chat in der Anzeige: Der Nutzer klickt einen Native-Teaser und landet in einem Dialog statt in einem fertigen Advertorial.
  • Nur eigenes Material: Die KI antwortet ausschließlich aus den Inhalten des Werbetreibenden, was Halluzinationen und Markenrisiken begrenzt.
  • Zielgruppe: beratungsintensive Branchen wie Finanzdienstleister, Autobauer und SaaS-Anbieter.
  • Konditionen: Abrechnung nach Cost-per-View, empfohlene Laufzeit acht bis zwölf Wochen, Reichweite rund 57,5 Millionen Nutzer.

Wie funktioniert das KI-Werbeformat?

Miniprospekt, Hundefigur und Sprechblase „Fragen Sie mich“ auf weißem Grund
Native-Teaser öffnet Chatfenster: KI beantwortet Fragen zu Preis, Voraussetzungen und Anwendungsfall direkt im Werbeplatz mit Wissensgrenze

Der Nutzer klickt einen Native-Teaser und öffnet damit ein Chatfenster statt eines fertigen Advertorials. Fragen nach Preis, Voraussetzungen oder Anwendungsfall beantwortet die KI sofort im Werbeplatz. Das eigentliche Prinzip steckt in der Wissensgrenze: Das Modell greift nur auf die vom Werbetreibenden gelieferten Texte zu, nicht auf sein allgemeines Trainingswissen. Damit fallen die zwei größten Risiken solcher Chatbots weg, die frei erfundene Antwort und die markenschädliche Aussage.

Jeder Dialog liefert dem Werbetreibenden zugleich Daten darüber, was Interessenten vor dem Kauf wissen wollen. Aus diesen Fragen baut Ströer Zielgruppen für das Retargeting, wie eine KI-gestützte Customer Journey im E-Commerce tut.

Warum jetzt ein Chatbot in der Werbung?

Der Klick auf die Landingpage verliert an Wert, weil die Produktrecherche in Chat-Oberflächen abwandert. Kunden tippen ihre Frage zum Auto oder zum Abo zunehmend in ein Sprachmodell statt in die Suchmaschine. Dieselbe Bewegung zeigt sich quer durch den Handel: BMW lässt Kunden den Neuwagen inzwischen in ChatGPT konfigurieren und Shopify verkauft direkt im Chat. Auch Visa hat Agentic Commerce mit über 30 Banken in Europa gestartet.

Ströer überträgt dieses Muster auf die Werbefläche selbst, statt den Nutzer erst auf eine fremde Seite zu lotsen. Für das Kölner Haus ist das der nächste Schritt nach der eigenen Bewegtbild-Kategorie.

AI Conversational Story in Zahlen

Das KI-Werbeformat von Ströer und Seeding Alliance auf einen Blick

57,5 Mio.
Nutzer über das Premium-Publisher-Netz von Seeding Alliance
8 bis 12
Wochen empfohlene Kampagnenlaufzeit
CpV
Abrechnung nach Cost-per-View, je Aufruf des Formats
ab 2.8.2026
KI-Kennzeichnung nach Artikel 50 der KI-Verordnung

Für welche Produkte gedacht

Finanzdienstleister
Autohersteller
SaaS-Anbieter

Ein Werbeplatz, der Fragen beantwortet, statt nur Aufmerksamkeit zu kaufen, verschiebt das Geld vom Klick zur Qualifizierung. Der Preis dafür ist die Datenspur jedes Gesprächs, die in Deutschland unter die DSGVO fällt.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was gilt für Werbetreibende in der DACH-Region?

Seit dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung, dass Nutzer erkennen, wenn sie mit einer KI sprechen.[2] Das neue Format startete einen Tag nach Inkrafttreten dieser Kennzeichnungspflicht, weshalb der Hinweis auf den KI-Charakter des Dialogs sichtbar in die Anzeige gehört. Die Gesprächsdaten, aus denen Retargeting-Zielgruppen entstehen, sind personenbezogen und brauchen nach der DSGVO eine Rechtsgrundlage samt Einwilligung. Parallel bleibt die Werbekennzeichnung nach dem UWG Pflicht, denn ein Native-Format muss als Werbung erkennbar bleiben.

Vor der Buchung klären Werbetreibende deshalb drei Punkte: die KI-Kennzeichnung im Chat, die Einwilligung für die Dialogdaten und das Werbe-Label über dem Format. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt am selben Trend, der auch klassische Shops unter Druck setzt und die Frage aufwirft, ob Agentic Commerce den Onlineshop entmachtet.

Buchbar ist die AI Conversational Story ab sofort, abgerechnet nach Cost-per-View und mit einer empfohlenen Laufzeit von acht bis zwölf Wochen. Seeding Alliance spielt das Format über ein Netz von Premium-Publishern wie t-online, GMX und Web.de aus und beziffert die Reichweite auf rund 57,5 Millionen Nutzer.[1] Werbetreibende mit beratungsintensiven Produkten prüfen zuerst, ob genug freigegebenes Produktmaterial für einen belastbaren KI-Dialog vorliegt.

FAQ: Ströers neues KI-Werbeformat

Was ist die AI Conversational Story von Ströer?

Die AI Conversational Story ist ein Native-Werbeformat der Ströer-Tochter Seeding Alliance, das die Anzeige in einen Chat verwandelt. Nutzer stellen ihre Fragen zu Preis, Voraussetzungen oder Anwendungsfall direkt im Werbeplatz, statt auf eine Landingpage zu klicken. Buchbar ist das Format seit dem 3. August 2026.

Wie verhindert das KI-Werbeformat Falschauskünfte?

Die KI greift ausschließlich auf die vom Werbetreibenden gelieferten Inhalte zu und nicht auf ihr allgemeines Trainingswissen. Dadurch sinkt das Risiko frei erfundener Antworten, und die Marke behält die Kontrolle über jede Aussage im Dialog.

Für welche Branchen eignet sich das Format?

Das Format zielt auf beratungsintensive Branchen mit erklärungsbedürftigen Produkten. Seeding Alliance nennt ausdrücklich Finanzdienstleister, Autohersteller und Anbieter von SaaS-Lösungen, also Angebote, bei denen Kunden vor dem Kauf viele Fragen haben.

Was kostet die AI Conversational Story?

Die Abrechnung erfolgt nach dem Modell Cost-per-View, der Werbetreibende zahlt also je Aufruf des Formats. Im Paket enthalten sind die Konzeption des KI-Assistenten, die Inhaltserstellung, die Einrichtung, laufende Optimierung und das Reporting. Ströer empfiehlt eine Laufzeit von acht bis zwölf Wochen.

Muss ein KI-Chat in der Werbung gekennzeichnet werden?

Ja. Seit dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung, dass Menschen erkennen, wenn sie mit einer KI interagieren. Der Hinweis auf den KI-Charakter des Chats gehört deshalb sichtbar in die Anzeige, zusätzlich zur Werbekennzeichnung nach dem UWG.

Was passiert mit den Chatdaten der Nutzer?

Aus den Dialogen entstehen Erkenntnisse über die Fragen der Interessenten, die Ströer für Kampagnenoptimierung und Retargeting nutzt. Diese Gesprächsdaten sind personenbezogen und brauchen nach der DSGVO eine Rechtsgrundlage samt Einwilligung der Nutzer.

Quellen

[1] Ströer Newsroom: Mitteilung von Seeding Alliance zur AI Conversational Story

[2] Amt für Veröffentlichungen der EU: Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 50

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