BMW macht seinen Fahrzeugkonfigurator als Plugin in ChatGPT verfügbar. Kundinnen und Kunden stellen ihr Wunschmodell im Dialog zusammen, per Text oder Sprache. Für Marken verschiebt sich damit der erste Schritt der Kaufreise auf eine fremde Plattform.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer BMW-Fahrzeugkonfigurator läuft ab sofort direkt in ChatGPT, gesteuert allein durch das Gespräch mit der KI.[1] Statt sich durch Menüs zu klicken, beschreiben Interessenten ihr Wunschauto in eigenen Worten. Was nach einer Komfortfunktion aussieht, verschiebt die Kontrolle über den Verkaufseinstieg.
Das Wichtigste in Kürze
- BMW bietet seinen Konfigurator ab sofort als Plugin in ChatGPT an, bedienbar per Text oder Sprache auf Smartphone und Desktop.
- Das Wunschfahrzeug lässt sich anschließend im BMW-Konfigurator öffnen, verfügbare Autos zeigt der Dienst bei Händlern an. Ein Kaufabschluss in ChatGPT findet nicht statt.
- BMW folgt dem Muster des Conversational Commerce, das zuvor schon Shopify in ChatGPT eingeführt hat.
- Für Anbieter zählt künftig, ob die KI ihren Katalog versteht. Das rückt maschinenlesbare Produktdaten und die Pflichten des EU AI Act in den Vordergrund.
Was schaltet BMW in ChatGPT frei?

BMW bietet seinen Konfigurator als Plugin in ChatGPT an. Aktuelle Modelle lassen sich per Text oder Sprache auf Smartphone und Desktop zusammenstellen. Das Wunschfahrzeug lässt sich danach im BMW-Konfigurator öffnen, ähnliche verfügbare Autos zeigt der Dienst bei Händlern an.
Freigeschaltet wird das Plugin über chatgpt.com im Menü „Plugins“, auffindbar über die Suche nach „BMW“. Als Datenbasis dient der aktuelle Fahrzeugkonfigurator; sind die entsprechenden Funktionen aktiv, ergänzt ChatGPT die Beratung um Informationen aus dem Netz.
Den eigentlichen Kauf schließt BMW bewusst aus dem Chat aus. Die KI führt bis zur fertigen Konfiguration, dann übernimmt der Händler vor Ort. Der Chat ersetzt die Vorauswahl, nicht den Vertragsabschluss.
Warum gibt ein Autobauer die Kaufberatung an OpenAI ab?
Die Konfiguration wandert dorthin, wo die Kundschaft ohnehin fragt. BMW folgt damit dem Muster des Conversational Commerce: Marken koppeln ihren Katalog an das Sprachmodell, statt Nutzer erst auf die eigene Seite zu locken.
Technisch sitzt hinter dem Plugin die App-Architektur von OpenAI, die BMWs Konfigurationsregeln und den Modellkatalog als aufrufbare Werkzeuge bereitstellt. Das Sprachmodell übersetzt dann Alltagssprache wie „Familien-SUV als Plug-in-Hybrid mit Panoramadach“ in eine gültige Ausstattung, die der Konfigurator zulässt.
Neu ist der Ort, nicht die Technik: BMW steckte ChatGPT bereits in den iDrive-Sprachassistenten, jetzt rückt die KI in den Vertriebstrichter. Denselben Schritt machte Shopify, das inzwischen direkt in ChatGPT verkauft, und die Debatte, ob Agentic Commerce die Onlineshops entmachtet, läuft seither. Verlässlich ist der Kanal aber noch nicht: Ein großer Teil der Server-Infrastruktur für KI-Agenten fällt bei Sicherheitstests durch.
Klassisch
Interessenten klicken sich auf der Markenseite durch Menüs und Ausstattungslisten.
Neu
Sie beschreiben ihr Wunschauto in eigenen Worten, die KI setzt es in eine gültige Konfiguration um.
Nicht das schönere Menü entscheidet künftig, sondern ob die KI Ihr Produkt versteht und empfiehlt. Ohne maschinenlesbaren Katalog verschwindet eine Marke aus dem Gespräch.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für deutsche Anbieter?
Die Kaufreise beginnt zunehmend im Chatfenster, nicht auf der Firmenseite. Anbieter sollten ihre Produktdaten maschinenlesbar aufbereiten, die Sichtbarkeit in KI-Antworten mitdenken und die Transparenzpflichten des EU AI Act prüfen.
Bislang zählten Klickpfade und schönes Webdesign, jetzt zählt der Platz in der KI-Antwort. Strukturierte, aktuelle Produktdaten sind die Voraussetzung dafür, dass ein Modell die eigene Auswahl überhaupt vorschlägt. Genau hier setzt die Generative Engine Optimization an, die eine Marke für generative Antworten sichtbar macht. Für die technische Basis lohnt der Blick auf ein sauber gepflegtes Shopsystem aus unserem Vergleich.
Zwei rechtliche Fragen kommen dazu. Der EU AI Act verlangt in Artikel 50, dass Menschen erkennen, wenn sie mit einer KI sprechen. Und weil die Eingaben bei OpenAI in den USA verarbeitet werden, gehört die Datenschutzgrundverordnung auf den Prüfstand, sobald personenbezogene Angaben ins Spiel kommen.
Unter dem Strich gibt BMW ein Stück Hoheit über die Kundenschnittstelle ab und gewinnt Reichweite im meistgenutzten Chatfenster. Kleinere Anbieter sollten die eigene Produktdatenbasis jetzt für die KI-Suche aufbereiten, statt zu warten, bis die Konkurrenz dort empfohlen wird.
Quelle
[1] BMW Group: „BMW bringt den Fahrzeugkonfigurator als dialogbasiertes Plugin in ChatGPT von OpenAI“ ↩
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