Adobe liefert den Beweis, dass sich generative KI in Abo-Umsatz verwandeln lässt: Der KI-Umsatz wuchs im dritten Quartal um 150 Prozent. Nur Stunden vor den Zahlen verbannte OpenAI die Bild- und Audio-Werkzeuge von Adobe aus der ChatGPT-Werbung. Für Marketing- und SEO-Teams verschiebt sich damit die Frage, wo ihre Anwendungen künftig noch gefunden werden.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAdobe hat im dritten Geschäftsquartal 6,76 Milliarden Dollar umgesetzt, umgerechnet rund 5,88 Milliarden Euro, und die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Getrieben hat das Wachstum vor allem die generative KI, die der Konzern in Photoshop, Premiere Pro und Acrobat verbaut. Der starke Bericht zeigt aber auch die Kehrseite der KI-Ära.
Das Wichtigste in Kürze
- Adobe steigerte den Quartalsumsatz um 13 Prozent auf 5,88 Milliarden Euro und hob die Jahresprognose auf rund 23,1 Milliarden Euro an.
- Der reine KI-Umsatz (AI-first ARR) übersprang 650 Millionen Dollar, rund 565 Millionen Euro, ein Plus von 150 Prozent binnen eines Jahres.
- Zeitgleich strich OpenAI den Bild- und Audio-Werkzeugen von Wettbewerbern den bezahlten und den organischen Zugang in ChatGPT.
- Für den DACH-Raum rückt Generative Engine Optimization von der Kür zur Pflicht.
Woher kommt Adobes KI-Wachstum?

Aus dem Abo-Geschäft. Adobe verkauft generative KI nicht als Einzelprodukt, sondern verankert sie in den Abonnements von Photoshop, Premiere Pro und Acrobat. Diese Strategie zahlt sich jetzt aus: Der eigens ausgewiesene KI-Umsatz, das AI-first ARR, überschritt zum Quartalsende 650 Millionen Dollar (rund 565 Millionen Euro, Kurs 0,87, Stand 11. September 2026) und legte binnen eines Jahres um mehr als 150 Prozent zu. Der Gesamtumsatz kletterte um 13 Prozent auf 5,88 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn je Aktie um 15 Prozent, wie der Konzern in seiner Quartalsmitteilung ausweist.[1] Die Aktie gab nach der Vorlage dennoch leicht nach: Anlegende zweifeln, wie schnell die vielen Gratis-Nutzenden zu zahlender Kundschaft werden.
Warum schließt OpenAI die Suche für Rivalen?
Aus Eigeninteresse. Nur Stunden vor Adobes Zahlen wurde bekannt, dass OpenAI keine ChatGPT-Werbung mehr für Bild- und Audio-Generatoren annimmt, die mit den eigenen Funktionen konkurrieren. Betroffen sind Adobes Firefly und Acrobat Studio. Der Schritt trifft zwei Kanäle zugleich: den bezahlten und den organischen. Denn für Anfragen nach Bildeditoren und Bildgeneratoren liefert ChatGPT zugleich keine ausgehenden Verweise und Quellen-Links mehr, wie Adobes Medienchef für Amerika, Doug Wyatt, öffentlich beschrieb und das Branchenmedium The Information zuerst berichtete. Videowerbung bleibt vorerst erlaubt, die Sperre wirkt also selektiv. Parallel brachte OpenAI mit ChatGPT Images 2.5 eigene Werkzeuge in denselben Kategorien.
Adobe beweist, dass KI im Kreativmarkt Geld verdient. Gefährlicher als jeder Konkurrent ist für diese Rechnung die Plattform, die entscheidet, ob ChatGPT die Werkzeuge überhaupt noch zeigt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Marketing im DACH-Raum?
Sichtbarkeit wird zum Plattform-Risiko. Was Adobe erlebt, kennen deutsche Website-Betreiber aus anderen Zusammenhängen: Eine Plattform öffnet einen Kanal, gewöhnt Anbieter daran und dreht ihn zu, sobald sie selbst im Markt steht. Google zeigt dasselbe Muster mit den AI Overviews, die Klicks von Verlagsseiten abziehen. Marketing- und SEO-Teams, die ihre Reichweite allein aus einer KI-Suche ziehen, sitzen auf einem einzigen Hebel, den ein fremdes Unternehmen umlegen kann. Die Antwort liegt in Generative Engine Optimization, also darin, in mehreren Antwortmaschinen zitierfähig zu sein, statt allein auf einen Werbeplatz zu setzen. In Europa kommt der regulatorische Hebel hinzu: Der Digital Markets Act zielt genau auf Torwächter, die eigene Dienste bevorzugen.
Für Entscheider im DACH-Raum bleibt die Lehre: KI-Funktionen binden zahlende Kundschaft, doch der Vertriebsweg über fremde KI-Plattformen ist unsicher. Prüfen Sie deshalb regelmäßig, über welche Kanäle Ihre Produkte in KI-Antworten auftauchen, und verteilen Sie Ihre Sichtbarkeit auf mehrere Antwortmaschinen, bevor die nächste Plattform einen Kanal schließt.
FAQ: Adobe wächst mit KI, OpenAI kappt den Werbeweg über ChatGPT
Wie stark ist Adobes KI-Umsatz 2026 gewachsen?
Adobes eigens ausgewiesener KI-Umsatz (AI-first ARR) überschritt zum Ende des dritten Geschäftsquartals 2026 die Marke von 650 Millionen Dollar, rund 565 Millionen Euro, und legte im Jahresvergleich um mehr als 150 Prozent zu. Der Gesamtumsatz stieg um 13 Prozent auf 5,88 Milliarden Euro.
Warum sperrt OpenAI Adobe die Werbung in ChatGPT?
OpenAI nimmt keine ChatGPT-Werbung mehr für Bild- und Audio-Generatoren an, die mit den eigenen Funktionen konkurrieren, darunter Adobes Firefly. Zeitgleich brachte OpenAI mit ChatGPT Images 2.5 eigene Werkzeuge in denselben Kategorien auf den Markt und schützt so sein wachsendes Werbegeschäft.
Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?
Generative Engine Optimization bezeichnet die Optimierung von Inhalten dafür, in KI-Antwortmaschinen wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews zitiert zu werden. Anders als klassisches SEO zielt GEO nicht auf Ranglisten, sondern darauf, als Quelle in der generierten Antwort aufzutauchen.
Was bedeutet die ChatGPT-Sperre für Unternehmen im DACH-Raum?
Unternehmen, die ihre Reichweite stark aus KI-Suchen beziehen, hängen von den Regeln einer einzelnen Plattform ab, die diese jederzeit ändern kann. Sinnvoll ist, die Sichtbarkeit auf mehrere Antwortmaschinen und eigene Kanäle zu verteilen und die eigene Auffindbarkeit regelmäßig zu prüfen.
Quelle
[1] Adobe: „Adobe Reports Record Q3 Fiscal 2026 Revenue“
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