Adobe Premiere und After Effects bekommen zur IBC Show 2026 eine ganze Reihe KI-Funktionen, die Videoprofis mitten im Schnitt Material generieren lassen. Der Hersteller zeigt ein Generative Media Tool, aufgeräumte Audiowerkzeuge und einen KI-Assistenten. Wie viel Kontrolle dabei beim Cutter bleibt, entscheidet über den Nutzen im Alltag.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenMitten im Schnitt fehlt die eine B-Roll-Aufnahme, die den holprigen Übergang rettet. Bisher hieß das: raus aus der Timeline, rein in die Stockbibliotheken, der kreative Faden reißt. Adobe verlegt diesen Griff jetzt in die Software selbst und will Tempo, Flexibilität und Kontrolle über den ganzen Produktionsweg zusammenbringen.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Generative Media Tool erzeugt Video, Soundeffekte, Soundscapes und Musik direkt in der Premiere-Timeline, wahlweise mit Firefly, Google Veo, Kling, Runway oder Luma.
- Neue Audiowerkzeuge entrauschen Aufnahmen, trennen überlappende Dialoge und mischen automatisch ab, aktuell in der öffentlichen Beta.
- Der KI-Assistent in After Effects erledigt mehrstufige Aufgaben in natürlicher Sprache, von der Projektordnung bis zu Expressions ohne Code.
- Premiere gewinnt einen Engineering Emmy 2026, dazu kommen ein neuer Farbmodus und Frame.io Mounted Storage für alle Konten.
Was steckt hinter Adobes KI-Offensive zur IBC 2026?

Angekündigt hat Adobe die Neuerungen zur IBC Show 2026 in Amsterdam, dem wichtigsten Branchentreff der Medienwelt. Im Zentrum steht ein einfacher Gedanke: Kreative sollen Bausteine dort erzeugen, wo sie ohnehin arbeiten, in der Timeline. Den ausführlichen Überblick liefert Adobe im Blogpost zur Ankündigung.
Der Ansatz hat Kalkül. Fast neun von zehn Kreativen wachsen laut Adobes Creators’ Toolkit Report 2026 schneller, sobald KI-Werkzeuge im Spiel sind. Gleichzeitig pocht eine große Mehrheit darauf, die letzten kreativen Entscheidungen selbst zu treffen. Dass Design auch im KI-Zeitalter eine klare Haltung braucht, hält Designerin Jessica Walsh dagegen. Genau auf diese Doppelforderung zielen die neuen Funktionen.
Die Videowerkzeuge sind nur ein Teil der Welle. Zuletzt brachte Adobe seine Kreativ-KI in über 70 Werkzeugen nach ChatGPT und kurz darauf in den Slackbot.
Wie funktioniert das Generative Media Tool?
Das Generative Media Tool sitzt als eigener Bereich in der Timeline. Cutter markieren die Lücke, beschreiben das fehlende Material in Worten und bekommen vollständig bearbeitbare Clips zurück. Die Modellwahl bleibt offen: Adobe Firefly steht neben Partnermodellen wie Google Veo, Kling, Runway und Luma.
Vier Werkzeuge bündelt der Bereich. Generate Video füllt Lücken und greift dabei auf Referenzbilder aus dem Projekt zurück, damit das Ergebnis zum umgebenden Schnitt passt. Generate Sound Effects erzeugt Geräusche und nimmt sogar die eigene Stimme als Taktgeber. Generate Soundscape und Generate Music laufen als Beta und liefern Atmosphären sowie kommerziell nutzbare Musik und Soundeffekte mit Sync-Rechten. Was solches KI-Material rechtlich bedeutet, ordnet der Vergleich von Firefly und DALL·E ein.
Generative Media
- Generate Video füllt Lücken in der Timeline
- Generate Sound Effects, Stimme als Taktgeber
- Generate Soundscape Beta
- Generate Music, mit Sync-Rechten Beta
- Modellwahl: Firefly, Veo, Kling, Runway, Luma
Smart Audio Beta
- Enhance Audio trennt Dialog, Musik, Ambiente
- Separate Crosstalk teilt zwei Sprecher auf
- Dynamic Auto Ducking regelt Pegel ohne Keyframes
- Neuer Speed-Algorithmus hält die Tonhöhe
After Effects Beta
- KI-Assistent per natürlicher Sprache
- Ordnet Projekte mit tausenden Ebenen neu
- Baut Bewegungseffekte und Expressions
- Kein Code nötig, projektübergreifend
Farbe & Workflow
- Farbmodus mit Vignette und Mitteltönen Beta
- Auto Color korrigiert Temperatur auf Klick
- Frame.io Mounted Storage für alle Konten
- Schnellere Eigenschaften- und Effekt-Panels
Wie sauber wird der Ton, wie schnell die Farbe?
Verrauschte Takes und übereinanderliegende Stimmen bremsen jeden Schnitt. Enhance Audio steuert Dialog, Musik, Ambiente und Effekte innerhalb eines einzigen Clips getrennt. Separate Crosstalk zieht zwei Sprecher automatisch auseinander, und Dynamic Auto Ducking regelt die Pegel ohne manuelle Keyframes. Alle drei Audiowerkzeuge stehen in der öffentlichen Beta.
Bei der Farbe führt Adobe seinen Kurs vom April fort, als der Hersteller den Farbmodus für Cutter vorstellte. Neue Stilmodule wie Vignette und Mitteltöne liefern kinoreife Looks, das Werkzeug Auto Color korrigiert Temperatur und Belichtung auf einen Klick. Ergänzend streamt Frame.io Mounted Storage Medien in voller Auflösung aus der Cloud in die Timeline, jetzt für alle Konten.
„Adobe baut die Generierung dort ein, wo Cutter ohnehin stehen, mitten in der Premiere-Timeline. Die freie Wahl zwischen Veo, Kling und Firefly ist der eigentliche Coup, weil kein Studio sich damit an einen einzigen KI-Anbieter kettet.“ — Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bringt der KI-Assistent in After Effects?
Der KI-Assistent zieht als öffentliche Beta in After Effects ein und überträgt ein Prinzip, das Cutter aus Premiere schon kennen. In Alltagssprache beschrieben, ordnet der Assistent Projekte mit tausenden Ebenen neu, behebt technische Fehler und baut Bewegungseffekte samt Expressions, ganz ohne Code.
KI-Agenten, die mehrstufige Aufgaben eigenständig abarbeiten, prägen Adobes Kurs quer durch die Produktpalette. Wie verschieden Teams KI in den Arbeitsalltag holen, zeigt das Vier-Modi-Framework von Tey Bannerman. Adobe reiht sich in diese Bewegung ein, hält die Zügel aber bewusst beim Profi.
April 2026
Video und Farbe
Neue Firefly-Videomodelle, die Öffnung für Fremdmodelle und der Farbmodus für Cutter in Premiere.
Juni 2026
Creative Agent
Adobe rollt den KI-Assistenten breit über Firefly und die Creative-Cloud-Apps aus, darunter Premiere.
August 2026
Firefly-Studio und Photoshop
Musik, Sprache und Soundeffekte bündeln sich in Firefly, dazu neue KI-Funktionen in Photoshop.
September 2026
IBC Show und Emmy
Generative Media, Smart Audio und der After-Effects-Assistent kommen, Premiere gewinnt einen Engineering Emmy.
Neben den Werkzeugen feiert Adobe einen Titel. Die Television Academy verleiht Premiere einen Engineering, Science & Technology Emmy 2026 und würdigt damit 35 Jahre Postproduktion mit dem Programm. Wie aus dieser Software ein Abo-Goldesel wurde, zeichnet unsere Analyse nach. Für Redaktionen, Agenturen und Marketingteams zählt am Ende die gesparte Zeit, denn Aufgaben von Stunden schrumpfen laut Adobe auf Minuten.
Für Videoteams im Mittelstand lohnt jetzt ein Blick in die Betas, bevor die Funktionen in die Vollversion wandern. Sinnvoll ist ein klar umrissenes Testprojekt: Säubern Sie eine Timeline mit den neuen Audiowerkzeugen und füllen Sie eine Lücke per Generate Video, danach stellen Sie das Ergebnis gegen die gewohnte Handarbeit.
Mehr #Adobe News
Mehr zu Premiere
Mehr Newshunger?
- Adobe Firefly vs. Canva: KI-Bildwerkzeuge im Online-Shop
- Adobe für ChatGPT: Über 70 Werkzeuge wandern in OpenAIs Oberfläche
- Meitu wird zur Design-Firma: Der Beauty-Filter finanziert die KI-Werkzeuge
- Adobe Acrobat vs. Nitro PDF: warum sich der günstigere Umstieg selten rechnet
- Adobe Acrobat vs. PDF-XChange Editor: was im Ingenieurbüro wirklich zählt
- Dither it: Bilder im Browser dithern, ohne Upload und Konto