Zum 1. September 2026 verliert Deutschlands bekanntester Postkonzern seinen angestammten Namen: Aus der Deutschen Post AG wird die DHL AG. Hinter dem Namenswechsel steckt kein Marketing-Einfall, sondern ein handfester Umbau der Konzernstruktur, den die Aktionäre bereits im Mai beschlossen haben.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Die börsennotierte Muttergesellschaft heißt ab dem 1. September 2026 DHL AG; das deutsche Brief- und Paketgeschäft wandert in eine neue Tochter mit dem Namen Deutsche Post AG.
- Die Hauptversammlung stimmte am 5. Mai 2026 mit 99,95 Prozent zu, die Umstellung kostet einmalig rund 37 Millionen Euro plus etwa 3 Millionen Euro Verwaltung pro Jahr.
- Vom Konzernumsatz von 82,9 Milliarden Euro entfällt nur noch rund ein Fünftel auf das Geschäft Post und Paket Deutschland.
- Für Verbraucher bleibt der gelbe Auftritt erhalten, an der Börse läuft die frühere Post-Aktie künftig unter DHL.
Warum verschwindet der Name Deutsche Post?

Der Namenswechsel ist vor allem ein Nachvollzug im Register. Als Marke tritt der Bonner Konzern schon seit dem 1. Juli 2023 als DHL Group auf, der eingetragene Name lautete aber weiter Deutsche Post AG.[1] Aus der früheren staatlichen Bundespost sei ein weltweit tätiger Logistikkonzern geworden, begründet Vorstandschef Tobias Meyer die Entscheidung.
Was ändert sich an der Konzernstruktur?
Wichtiger als das Türschild ist der Umbau darunter. Das deutsche Brief- und Paketgeschäft wird zum Stichtag aus der Holding ausgegliedert und als eigenständige Deutsche Post AG mit eigenem Aufsichtsrat geführt.[2] Damit steht die Sparte Post und Paket Deutschland künftig gleichrangig neben Express, Global Forwarding, Supply Chain und E-Commerce, statt wie bisher in der Holding über den anderen Sparten zu stehen.
Die neue Rangordnung folgt den Umsätzen. Nur noch rund ein Fünftel des Konzernumsatzes von 82,9 Milliarden Euro stammt aus dem deutschen Post- und Paketgeschäft, das mit einem schrumpfenden Briefmarkt und einem preislich regulierten Paketmarkt kämpft.[3] Den Löwenanteil erwirtschaften die internationalen Sparten, etwa mit dem Ausbau der Paketautomaten im Baltikum.
Der neue Name macht sichtbar, was die Bilanz längst sagt: Das Briefgeschäft ist zur Nebensache geworden, das Wachstum steckt in der internationalen Logistik. Für Geschäftskunden zählt am 1. September weniger das Logo als die Frage, welcher Vertragspartner künftig auf der Rechnung steht.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Geschäftskunden?
Im Alltag ändert sich für Versender wenig Sichtbares. Die gelben Fahrzeuge, die Packstationen und die Marke Deutsche Post bleiben im Inland erhalten, weil die neue Tochtergesellschaft genau diesen Namen weiterführt. Auf Rechnungen und in Verträgen kann künftig jedoch die DHL AG als Vertragspartner auftauchen, was Buchhaltung und Stammdaten betrifft.
An der Börse verschwindet die Post-Aktie und läuft künftig unter DHL, während ISIN und Wertpapierkennnummer unverändert bleiben. Der Umbau reiht sich in eine Serie deutscher Konzernmanöver ein, von Zalandos Vorstoß in die Europa-Logistik bis zur Uber-Übernahme von Delivery Hero. Geschäftskunden prüfen am besten vor dem Stichtag, ob Verträge, Lastschriftmandate und Lieferantendaten den neuen Firmennamen bereits abbilden.
Quellen
[1] DHL Group: „Modernisierung der Konzernstruktur“
[2] DHL Group: „Aktionäre beschließen höhere Dividende und stimmen der Modernisierung der Konzernstruktur zu“ (5. Mai 2026)
[3] DHL Group: „Geschäftsjahr 2025″ (5. März 2026)
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