Uber legt 41,50 Euro je Aktie auf den Tisch und hat sich über den Großaktionär Prosus bereits die Mehrheit an Delivery Hero gesichert. Der Berliner Lieferkonzern, 2018 aus dem deutschen Markt verschwunden, wird damit zu einem der größten Zukäufe der Essenslieferbranche. Der Deal verschiebt die Kontrolle über die europäische Plattformökonomie in Richtung USA.

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Mit einem Gebot von 13 Milliarden Euro macht Uber die Übernahme von Delivery Hero offiziell und beendet damit Monate der Spekulation. Seit dem 27. August 2026 liegt die BaFin-gebilligte Angebotsunterlage vor, die Annahmefrist läuft bis zum 5. November. Hinter dem Gebot steht ein strategisches Kalkül, das den Markt für Essenslieferungen weltweit neu ordnet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Uber bietet 41,50 Euro je Aktie in bar und bewertet Delivery Hero damit mit rund 13 Milliarden Euro (Stand Angebotsunterlage, 27. August 2026).
  • Über den eigenen Anteil und eine Andienungszusage des Großaktionärs Prosus sind bereits rund 53 Prozent der Stimmen gesichert.
  • Zur kartellrechtlichen Absicherung verkauft Delivery Hero parallel sein Geschäft in 14 Märkten an den Finanzinvestor SSW Partners.
  • Den deutschen Endkundenmarkt berührt der Deal kaum: Delivery Hero zog sich 2018 zurück, Platzhirsch ist Lieferando.

Was bietet Uber für Delivery Hero?

Geöffnete graue Kühltasche mit Preisschild und kleiner Tasche darin auf weißem Hintergrund
Uber bietet 41,50 Euro je Aktie in bar für Delivery Hero, eine Bewertung von etwa 13 Milliarden Euro mit 108 Prozent Aufschlag zum Vortag der Übernahmegerüchte

Uber bietet 41,50 Euro je Aktie, vollständig in bar. Das Gebot bewertet Delivery Hero mit rund 13 Milliarden Euro.[1] Der Preis liegt etwa 108 Prozent über dem unbeeinflussten Kurs vom 8. Mai 2026, dem Tag vor den ersten Berichten über die Annäherung.

Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern die bereits gesicherte Mehrheit. Uber hält direkt knapp ein Viertel der Aktien und kommt über Finanzderivate auf 36,83 Prozent der Stimmrechte. Der niederländische Großaktionär Prosus hat weitere rund 17 Prozent unwiderruflich zugesagt, zusammen also gut 53 Prozent.

Ein konkurrierendes Gebot gilt damit als ausgeschlossen. Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero unterstützen die Offerte, die Annahmefrist läuft bis zum 5. November 2026. Den Vollzug erwartet Uber für die zweite Jahreshälfte 2027, sobald die Fusionskontrolle grünes Licht gibt.

Warum ist ein Berliner Lieferkonzern für Uber so viel wert?

Der eigentliche Hebel liegt in der Verzahnung von Fahrdienst und Lieferung. Uber verdient am meisten dort, wo Kunden beide Angebote in derselben Stadt nutzen: Solche Nutzer erzeugen laut Uber rund das Dreifache an Umsatz. Mit Delivery Hero verdoppelt der Konzern die Zahl der Städte mit beiden Diensten von 34 auf 58.

Delivery Hero deckt genau die Regionen ab, in denen Uber Eats schwächelt: den Nahen Osten mit Talabat, Asien mit foodpanda und Lateinamerika mit PedidosYa. Wo sich beide überschneiden, vor allem in Südeuropa mit Glovo, greift eine eingebaute Lösung. Delivery Hero verkauft sein Geschäft in 14 Märkten vorab an den Finanzinvestor SSW Partners, damit die Kartellbehörden weniger zu beanstanden haben.[2]

Der Zukauf reiht sich in eine Übernahmewelle ein. 2025 schluckte DoorDash den britischen Rivalen Deliveroo, Prosus übernahm Just Eat Takeaway für gut vier Milliarden Euro. Die Plattformökonomie der Essenslieferung ordnet sich unter wenigen Anbietern neu, wie schon bei anderen Plattform-Geschäftsmodellen.

Uber und Delivery Hero: der Deal in Zahlen

Konditionen des Übernahmeangebots, Stand 27. August 2026

41,50 €
Angebotspreis je Aktie, vollständig in bar
~13 Mrd. €
Bewertung von Delivery Hero
~53 %
bereits gesicherte Stimmen aus Uber-Anteil und Prosus-Zusage
58
Märkte mit Fahrdienst und Lieferung nach dem Zusammenschluss (vorher 34)

Der Zeitplan

Die Annahmefrist läuft bis zum 5. November 2026. Den Vollzug erwartet Uber für die zweite Jahreshälfte 2027, nach Freigabe durch die Kartellbehörden.

Uber kauft mit Delivery Hero keine deutschen Kunden, sondern den Zugang zu Nahost, Asien und Lateinamerika, den Uber Eats allein nie erreicht hätte. Der Preis von 13 Milliarden Euro misst weniger den Umsatz als die Angst, in der nächsten Plattform-Runde nicht mehr dabei zu sein.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet die Übernahme für den deutschen Markt?

Für den deutschen Endkundenmarkt bleibt der Wechsel fast folgenlos. Delivery Hero verkaufte sein Deutschlandgeschäft mit Lieferheld und Foodora bereits Ende 2018 an Takeaway.com. Bestellungen laufen hierzulande über Lieferando, das von der Übernahme unberührt bleibt.

Größer ist die Bedeutung für den Kapitalmarkt. Mit Delivery Hero verliert der MDAX einen der wenigen Berliner Tech-Konzerne von Weltrang an einen US-Käufer. Der Fall zeigt die Bewertungslücke, die europäische Plattformen von ihren amerikanischen Wettbewerbern trennt.

Die EU-Kommission muss die Fusion noch prüfen. In Brüssel ist Delivery Hero kein Unbekannter. Im Juni 2025 verhängte die Kommission gegen den Konzern und die Tochter Glovo ein Bußgeld von zusammen rund 329 Millionen Euro wegen verbotener Absprachen auf dem Arbeitsmarkt. Der Vorabverkauf der 14 Märkte soll die Prüfung diesmal beschleunigen.

FAQ: Uber übernimmt Delivery Hero

Wie viel bietet Uber für Delivery Hero?

Uber bietet 41,50 Euro je Aktie in bar und bewertet Delivery Hero damit mit rund 13 Milliarden Euro. Das Gebot liegt etwa 108 Prozent über dem Kurs vom 8. Mai 2026. Die BaFin-gebilligte Angebotsunterlage datiert vom 27. August 2026, die Annahmefrist läuft bis zum 5. November 2026.

Hat Uber schon die Mehrheit an Delivery Hero?

Rechnerisch ja. Uber hält direkt knapp 25 Prozent und kommt über Finanzderivate auf 36,83 Prozent der Stimmrechte. Der Großaktionär Prosus hat weitere rund 17 Prozent unwiderruflich zugesagt. Zusammen sind gut 53 Prozent gesichert, ein konkurrierendes Gebot gilt damit als ausgeschlossen.

Ändert sich für Kunden in Deutschland etwas?

Kaum. Delivery Hero verkaufte sein Deutschlandgeschäft mit Lieferheld und Foodora bereits Ende 2018. Bestellungen laufen hierzulande über Lieferando, das nicht Teil der Übernahme ist. Die Bedeutung des Deals liegt am Kapitalmarkt und in den Auslandsregionen, nicht im deutschen Endkundengeschäft.

Wann ist die Übernahme von Delivery Hero abgeschlossen?

Uber erwartet den Vollzug für die zweite Jahreshälfte 2027. Vorher müssen die Kartellbehörden zustimmen. Zur Absicherung verkauft Delivery Hero sein Geschäft in 14 Märkten vorab an den Finanzinvestor SSW Partners, um die Überschneidungen mit Uber Eats zu verringern.

Quellen

[1] Uber: „Uber Announces Acquisition Offer for Delivery Hero“

[2] Delivery Hero: „Delivery Hero and Uber to join forces to deliver more for customers, vendors and riders“

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