Der Räderhersteller Wicke baut seinen Stammsitz in Sprockhövel für 50 Millionen Euro aus, wie die WAZ nach einem Rundgang über das Gelände berichtet. Kern des Ausbaus ist ein automatisches Hochregallager mit 22.596 Palettenplätzen. Die Staplerbauer unter den Kunden ringen derweil mit Preisdruck aus China.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenWicke zog in Sprockhövel ein Lager hoch, das mit 25,5 Metern die Höhe eines achtstöckigen Hochhauses erreicht.[2] Hochregallager und Multifunktionsbau entstanden binnen eines Jahres, schreibt die WAZ. Bis Mitte 2027 soll das neue Produktions- und Logistikzentrum am Stammsitz fertig sein.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Das Lager in Silobauweise steht auf mehr als 3.500 Quadratmetern Grundfläche.
- Sieben Regalbediengeräte von Jungheinrich schaffen 150 Doppelspiele pro Stunde, ausgelegt auf zwei Schichten.
- Wicke beschäftigt rund 1.000 Menschen und fertigt außer in Deutschland auch in Tschechien und China.
- Zur Zahl neuer Stellen und zu Fördergeld hat Wicke bisher nichts mitgeteilt.
Was entsteht am Stammsitz in Sprockhövel?

Den Auftrag für das Zentrallager vergab Wicke im Frühjahr 2025 an Jungheinrich.[2] Der Hamburger Intralogistik-Konzern liefert Regale, Fördertechnik, Steuerung und die Software für die Lagerverwaltung. Ein Handlingsgebäude auf zwei Ebenen bündelt Wareneingang, Kommissionierung, Verpackung und Versand, dazu kommen Büros und Sozialräume. Die bestehenden Produktionshallen hängen direkt am Lager, eine zweite Bauphase soll ein weiteres Produktionsgebäude anbinden.
Neben dem Lager plant Wicke neue Produktionsflächen sowie größere Bereiche für Qualitätssicherung und Entwicklung.[1] Das Projekt befindet sich in der Bauphase, das Hochregallager steht bereits. Pikant am Auftrag: Wicke liefert seit Jahren Räder und Rollen für Jungheinrich-Stapler und kauft beim eigenen Kunden nun die Lagertechnik.
Warum automatisiert ein Räderhersteller gerade jetzt?
Wicke fertigt Antriebsräder, Lasträder, Bockrollen und Lenkrollen für die Staplerbranche. Die Staplerbauer selbst stehen unter Druck. Chinesische Anbieter wie Hangcha, Heli und EP Equipment verkaufen günstige Lithium-Ionen-Stapler in Europa. Jungheinrich senkte im Juli seine Gewinnprognose und beteiligte sich wenig später an EP Equipment. Kion kündigte Anfang Oktober an, im dritten Quartal hinter den Erwartungen der Analysten zu bleiben, auch wegen schwächerer Margen im Staplergeschäft.
Ein automatisches Lager spart Personal in den Gängen. Die sieben Regalbediengeräte erledigen pro Stunde 150 Doppelspiele, also je eine Ein- und eine Auslagerung, ohne Staplerfahrer zwischen den Regalen.[2] Parallel baute Wicke den Standort in China aus und schloss die Erweiterung Anfang 2026 ab.[1] In China sitzen auch die Staplerbauer, die Jungheinrich mit Kampfpreisen zusetzen.
Ausgerechnet ein Räderhersteller für Stapler lagert künftig ohne Staplerfahrer. Wicke zeigt in Sprockhövel, wohin die Intralogistik läuft.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Neubau für den Ennepe-Ruhr-Kreis?
Aus dem Kreis kam im September eine Abbaumeldung: Bilstein plant, in Ennepetal und Essen bis zu 180 Stellen zu streichen, vor allem in der Entwicklung. Wicke vergrößert am Stammsitz dagegen die Flächen für Entwicklung. Wie Claas in Paderborn baut das Unternehmen damit im Inland aus, während die Standortdebatte um Abwanderung kreist.
Seit September trägt eine Bushaltestelle in Sprockhövel den Firmennamen: Aus „Am Brink“ wurde „Wicke“.[3] Bürgermeisterin Sabine Noll würdigte das Unternehmen bei der Umbenennung als bedeutenden Arbeitgeber, der sich darüber hinaus für Vereine und Veranstaltungen in der Stadt engagiere.
In automatischen Hochregallagern überwachen Fachkräfte für Lagerlogistik Fördertechnik und Software, statt selbst Paletten einzulagern. Beziehen Sie Staplerräder oder Bockrollen aus Sprockhövel, fragen Sie gerne vor größeren Abrufen für 2027 nach, ob der Umzug ins neue Zentrallager Lieferfenster verschiebt.
Quellen
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