Die Teams der Schwerlastmarken Scheuerle und Kamag arbeiten seit Kurzem in einem neuen Headquarter, als Nächstes ersetzt die TII Group ihre alten Produktionshallen durch Neubauten. Die Eigentümerfamilie Rettenmaier spricht von der größten Investition der Firmengeschichte. Wie viele Stellen hinzukommen und bis wann die Fabrik steht, sagt TII nicht.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEinen hohen zweistelligen Millionenbetrag steckt die TII Group in ihren Standort Pfedelbach, wie der Hersteller Anfang Oktober mitteilte.[1] Aus dem Werk im Hohenlohekreis stammt der selbstfahrende Modultransporter SPMT. Auf solchen Modulen bewegte ein Schwerlastlogistiker im Juli die 3.700 Tonnen schwere Sternbrücke rund 500 Meter durch Hamburg-Altona.
Das Wichtigste in Kürze
- Die TII Group investiert einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in Pfedelbach, die größte Investition der Firmengeschichte.
- Das neue Headquarter mit mehr als 200 Arbeitsplätzen ist fertig, die Produktionshallen folgen schrittweise.
- In Pfedelbach arbeiten mehr als 600 der weltweit über 1.000 Beschäftigten.
- Für die neue Fabrik nennt TII weder einen Zeitplan noch neue Stellen.
Was baut die TII Group in Pfedelbach?

Die Investition besteht aus zwei Teilen. Fertig ist das neue Headquarter der Marken TII Scheuerle und TII Kamag mit mehr als 200 Arbeitsplätzen.[1] Im zweiten Teil baut TII die bestehenden Produktionshallen zurück und ersetzt sie durch Neubauten mit neu geordneten Materialflüssen und Montageflächen.
Das Headquarter ist in Betrieb, die neue Fabrik existiert bisher nur als Plan ohne Baubeginn. Wie sich der Betrag auf beide Teile verteilt, schlüsselt TII nicht auf. Von öffentlicher Förderung ist in der Mitteilung keine Rede.
Die Arbeitsplätze im Neubau sind Büroplätze für die vorhandenen Teams, keine neuen Stellen. Unterkommen kann dort rund ein Drittel der mehr als 600 Beschäftigten am Standort. „Die TII Group hat ihren Umsatz in den letzten Jahren verdoppelt“, sagt Geschäftsführer Filippo Baldassari.[1] Absolute Umsatzzahlen hält das Familienunternehmen unter Verschluss.
Warum bleibt der Schwerlastbau in Deutschland?
Wie anders die Rechnung im Serienfahrzeugbau ausfällt, zeigt Schmitz Cargobull. Europas Marktführer bei Sattelaufliegern verkaufte zuletzt mehr als 47.000 Fahrzeuge und schrieb trotzdem operative Verluste. Bis 2030 will der Hersteller bis zu 500 Stellen abbauen, vor allem in den Zentralbereichen in Deutschland. Ein neues Werk im rumänischen Oradea soll künftig bis zu 4.000 Fahrzeuge im Jahr fertigen. Bei Serienaufliegern entscheidet der Stückpreis.
Beim SPMT zählen andere Größen. Scheuerle entwickelte den selbstfahrenden Modultransporter 1983 in Pfedelbach, die Module lassen sich über Fahrzeuggenerationen hinweg zu großen Verbünden koppeln.[1] Logistiker kaufen deshalb passende Achslinien zu ihrer bestehenden Flotte nach. Diese Kompatibilität bindet die Kunden an den Hersteller.
Hinzu kommt die Ingenieursarbeit je Auftrag. 2024 bewegten Logistiker in Texas ein mehr als 23.000 Tonnen schweres Installationsschiff für Offshore-Windparks auf 880 Achslinien mit 28 Antriebseinheiten.[1] Solche Einsätze verlangen für jede Last eigene Berechnungen. Neben Pfedelbach investiert TII in Ulm in Elektromobilität, das Werk im indischen Bawal hat die Gruppe zuletzt ausgebaut.
Was bedeutet die Investition für Hohenlohe und für Bauherren?
In Hohenlohe ballen sich Hidden Champions. Der Ventilatorenhersteller ebm-papst aus Mulfingen im selben Landkreis geht für knapp 4,8 Milliarden Euro an den US-Konzern Madison Air. Die TII Group bleibt in Familienbesitz: Die Heilbronner Familie Rettenmaier verkündet die Investition im Jahr des 100. Geburtstags von Gründer Otto Rettenmaier.[1]
Während ebm-papst an einen US-Konzern geht, baut die Familie Rettenmaier. Den Beweis liefert erst der Spatenstich für die neuen Hallen.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zusätzliche Fahrzeuge für Brücken- oder Windkraftprojekte bringt die Investition erst, sobald TII in den neuen Hallen fertigt. Engpässe sehen Schwertransporteure vor allem bei Genehmigungen und Brücken: Die Verfahren dauern laut VerkehrsRundschau häufig Wochen, marode Brücken schränken die Routen ein. Projektleiter planen die Transportroute deshalb am besten zusammen mit dem Bauzeitenplan.
Quelle
[1] TII Group: „TII Group investiert am Standort Pfedelbach“ (Oktober 2026)
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