Die E-Auto-Förderung des Bundes hat die Marke von 100.000 bewilligten Anträgen überschritten. Pro Haushalt zahlte das BAFA bisher im Schnitt 4.418 Euro, rund 18 Prozent mehr, als die Planung des Umweltministeriums mit 3 Milliarden Euro für 800.000 Autos vorsieht. Hält das Tempo vom September an, wäre der Fördertopf im Herbst 2027 leer.

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97.790 Bewilligungen und 432 Millionen Euro ausgezahlte Prämien zählte das BAFA zum Stichtag 1. Oktober für die E-Auto-Förderung.[2] Bundesumweltminister Carsten Schneider sagte am Montag, das Programm habe „unsere Erwartungen weit übertroffen“.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Schnitt zahlte der Bund 4.418 Euro je Bewilligung, eingeplant waren rechnerisch 3.750 Euro.
  • Gut die Hälfte ging an Haushalte mit höchstens 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen.
  • Beim bisherigen Durchschnitt reichen die 3 Milliarden Euro für rund 680.000 statt 800.000 Autos.
  • Leapmotor, BYD, MG und Xpeng erhielten zusammen knapp 15 Prozent der Bewilligungen.

Warum fällt die Durchschnittsprämie so hoch aus?

Weißes Sparschwein mit Ladestecker, daran ein oranger Anhänger: „Noch 2,57 Mrd.“
Bundesregierung plant 3 Milliarden Euro Förderung für 800.000 Fahrzeuge. Meiste Zuschüsse gehen an höhere Einkommensgruppen statt an niedrige

Die Bundesregierung plante mit 3 Milliarden Euro für geschätzt 800.000 Fahrzeuge, rechnerisch 3.750 Euro pro Auto.[3] Die meisten Bewilligungen entfallen jedoch auf die oberen Förderstufen: 51.209 gingen an Haushalte mit höchstens 45.000 Euro zu versteuerndem Einkommen.[2] Für ein reines Elektroauto erhalten diese Haushalte 5.000 bis 6.000 Euro, je nach Zahl der Kinder.[4] „Besonders wichtig ist mir, dass die soziale Staffelung wirkt“, sagte Schneider.[1]

Maßgeblich für die Stufe ist das zu versteuernde Einkommen aus dem Steuerbescheid, also der Betrag nach Abzug von Werbungskosten und Freibeträgen. Ein Haushalt mit zwei Gehältern kann brutto über 45.000 Euro liegen und trotzdem die höchste Stufe erreichen. Plug-in-Hybride, für die der Bund nur 1.500 bis 4.500 Euro zahlt, machen 8,4 Prozent der Bewilligungen aus. Bleibt der Schnitt bei 4.418 Euro, reicht der Topf für rund 680.000 Autos.

Wie lange reicht der Fördertopf noch?

Im September bewilligte das BAFA 45.317 Anträge und zahlte 202 Millionen Euro aus, knapp 80 Prozent mehr als im August mit 113 Millionen Euro.[2] Bei diesem Monatstempo wären die verbleibenden 2,57 Milliarden Euro nach knapp 13 Monaten aufgebraucht, gut zwei Jahre vor dem Ende der Förderrichtlinie im Dezember 2029. Ein Teil des Septemberwerts dürfte aus aufgestauten Anträgen stammen, denn Käufer können die Prämie bis zwölf Monate nach der Zulassung beantragen, auch für Autos aus der Zeit vor dem Portalstart im Mai.[4]

Einen Rechtsanspruch auf die Prämie haben Käufer nicht. Die Richtlinie stellt jede Bewilligung unter den Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel und erlaubt dem BAFA einen Förderstopp, sobald das Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds ausgeschöpft ist.[4] Wie hart ein abruptes Ende wirkt, zeigte das Aus des Umweltbonus im Dezember 2023: 2024 sanken die Neuzulassungen reiner Elektroautos gegenüber 2023 um 27,4 Prozent.

Wohin die E-Auto-Prämie fließt
Bewilligungen der E-Auto-Förderung, Stand 1. Oktober 2026
91,6 %
der Prämien flossen in reine Elektroautos, der Rest in Plug-in-Hybride
33,6 %
der Bewilligungen enthalten einen Kinderbonus von 500 oder 1.000 Euro
49,6 %
der geförderten Autos fahren mit Leasingvertrag, die übrigen wurden gekauft
680.000
Autos deckt der Topf von 3 Milliarden Euro beim bisherigen Schnitt, geplant waren 800.000

Was heißt der Zwischenstand für Käufer?

Bei den Marken führt Tesla mit 12.155 Bewilligungen, 8.297 davon für das Model Y. Der VW-Konzern kommt über alle Marken auf 20.624.[2] Die chinesischen Marken Leapmotor, BYD, MG und Xpeng erreichen zusammen 14.503 Bewilligungen. Das Ministerium prüft eine Bevorzugung von Autos aus europäischer Produktion, bislang zählt der Produktionsort nicht.[3]

Die E-Auto-Prämie erreicht kleine Einkommen und kostet genau deshalb mehr: 4.418 statt 3.750 Euro pro Auto.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Käufer sollten den Antrag direkt nach der Zulassung über das BAFA-Portal stellen, statt die Frist von zwölf Monaten auszureizen. Nach einem Förderstopp bewilligt das BAFA keine offenen Anträge mehr. Auch Leasingkunden, knapp die Hälfte aller Geförderten, binden sich an die Mindesthaltedauer von 36 Monaten. Ein vorzeitiger Wechsel kann die Rückforderung auslösen.[4] Firmenwagen fördert das Programm nicht, für sie zählt allein die Kalkulation beim E-Auto-Leasing im Gewerbe.

Quellen

[1] Bundesumweltministerium: „E-Auto-Förderung des Bundesumweltministeriums erreicht Marke von 100.000 Bewilligungen“ (Pressemitteilung Nr. 124/26, 5. Oktober 2026)

[2] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: „Zwischenbericht zur E-Auto-Förderung, Stand 1. Oktober 2026“, Vormonatswerte aus den Zwischenberichten zum 1. August und 1. September 2026

[3] Bundesumweltministerium: „Fragen und Antworten zur E-Auto-Förderung“

[4] Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: „Richtlinie zur sozial gestaffelten Förderung der Anschaffung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen“ (19. Mai 2026, BAnz AT 19.06.2026 B3)

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