Leapmotor hat im September 105.656 Autos ausgeliefert und mehr als 27.000 davon exportiert, also rund jedes vierte. Chinas Händler verkauften im selben Monat ein Fünftel weniger Elektro- und Plug-in-Autos als vor einem Jahr. In Spanien läuft derweil die Fertigung des SUV B10 an, für das kein EU-Ausgleichszoll fällig wird.

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Der Exportsprung von Leapmotor kommt für Stellantis zur rechten Zeit. Im Werk Figueruelas bei Saragossa laufen die ersten B10 des chinesischen Partners vom Band, während in Sochaux und Rennes im Oktober die Bänder für mehrere Elektromodelle stillstehen, weil der Zellhersteller ACC zu wenig Batterien liefert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leapmotor lieferte im September 105.656 Autos aus, 58,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und zum dritten Mal in Folge über 100.000.
  • Mehr als 27.000 Autos gingen in den Export, nach 18.255 im August. Seit Januar summieren sich die Exporte auf über 150.000.
  • Chinas Einzelhandel mit Elektro- und Plug-in-Autos lag vom 1. bis 27. September 20 Prozent unter dem Vorjahr.
  • In Deutschland kamen von Januar bis August 13.392 Leapmotor neu auf die Straße, knapp viermal so viele wie ein Jahr zuvor.

Warum wächst der Export schneller als der Absatz?

Drei graue Container und ein orangefarbener mit Anhänger „EXPORT NACH ÜBERSEE“ und Papierflieger
Chinas Elektroauto-Verkäufe im September um 20 Prozent gesunken, Gesamtmarkt verlor 29 Prozent

Der Heimatmarkt gibt weniger her. Vom 1. bis 27. September verkauften Chinas Händler 827.000 Elektro- und Plug-in-Autos, 20 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der gesamte Pkw-Markt verlor sogar 29 Prozent.[1] Ein Teil des Minus geht auf den Rekord im September 2025 zurück, als Käufer vor dem Aussetzen regionaler Kaufzuschüsse noch schnell zugriffen.

Seit dem 1. Januar 2026 fällt zudem eine höhere Kaufsteuer an. Für Elektroautos und Plug-in-Hybride erhebt China die halbe Steuer, der Nachlass ist auf 15.000 Yuan je Auto gedeckelt, rund 1.970 Euro zum EZB-Kurs vom 30. September.[2] 2024 und 2025 waren diese Antriebe bis zu einer Grenze von 30.000 Yuan komplett befreit.

Leapmotor fängt die Delle über das Ausland ab. Der bisherige Exportrekord des Jahres stammte aus dem Juni mit 21.000 Autos, im September stieg die Zahl auf mehr als 27.000.[3] Rechnerisch sank der Inlandsabsatz gegenüber August damit um rund 6.000 Autos. Den Vertrieb außerhalb Chinas übernimmt Leapmotor International, ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Stellantis 51 Prozent hält.[4] Die Marke nutzt so Händler und Werkstätten des Konzerns hinter Opel, Peugeot und Fiat und zählt in Europa inzwischen mehr als 1.000 Verkaufs- und Servicepunkte. Der Trend reicht über Leapmotor hinaus: Chinas Hersteller verkaufen immer mehr Autos ins Ausland.

Was bringt die Fertigung in Spanien?

Ein B10 aus Figueruelas umgeht den Ausgleichszoll. Auf Elektroautos, die Leapmotor aus China einführt, erhebt die EU seit Ende Oktober 2024 einen Satz von 20,7 Prozent zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent.[5] Stellantis hatte die Fertigung des B10 im Werk bei Saragossa im Mai bestätigt.[4] Spanischen Medienberichten zufolge läuft dort seit Wochen eine Vorserie, die Serienfertigung soll im Oktober beginnen. Denselben Weg geht GAC, das seine Elektroautos in Österreich bauen lässt.

In Deutschland wächst die Marke schon mit Importware. Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte im August 2.254 Neuzulassungen und von Januar bis August 13.392, ein Plus von 279 Prozent.[6] Die Geely-Marke Zeekr kam im selben Zeitraum auf 417 Autos und baut gerade erst ein Händlernetz auf. Leapmotor profitiert vom Vertriebsnetz des Partners und schreibt anders als die meisten chinesischen Rivalen Gewinn.

Leapmotor wächst im Ausland
Auslieferungen und Exporte im September 2026, Zulassungen in Deutschland und der chinesische Heimatmarkt
Auslieferungen
105.656
Autos im September, 58,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat
Export
27.000+
Autos im September exportiert, rund jedes vierte
Deutschland
13.392
Neuzulassungen von Januar bis August, ein Plus von 279 Prozent
Heimatmarkt China
−20 %
Einzelhandel mit Elektro- und Plug-in-Autos vom 1. bis 27. September

Was bedeutet der Exportsprung für Händler und Flotten?

Für Stellantis bleibt ein Widerspruch. Der Konzern verkauft über seine europäischen Händler immer mehr chinesische Technik, während eigene Elektromodelle in Frankreich auf Zellen warten. Opel- und Peugeot-Händler bekommen mit Leapmotor günstige Elektroautos ins Programm, die nicht von den Zellen aus ACC-Fabriken abhängen.

Leapmotor schickt jedes vierte Auto ins Ausland, und den zollfreien B10 baut ausgerechnet Stellantis in Spanien. Der Partner aus Hangzhou füllt die Lücke, die ACC in Sochaux reißt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Fuhrparkleiter fragen bei einem Leapmotor-Angebot am besten nach dem Produktionsort: Für einen B10 aus Spanien fällt kein Ausgleichszoll an, ein Preisvergleich mit importierten Modellen lohnt sich deshalb. Bei einer jungen Marke bestimmt das Servicenetz den Restwert mit, und der erwartete Wertverlust eines Elektroautos fließt in jede Leasingrate ein. Vor dem Kauf hilft zudem ein Blick auf die aktuelle E-Auto-Förderung.

Quellen

[1] CnEVPost: „China NEV retail sales fall 20% in first 27 days of September as decline deepens“ (30. September 2026)

[2] Chinesische Regierung: Bekanntmachung von Finanzministerium, Steuerverwaltung und Industrieministerium zur Kaufsteuer auf Fahrzeuge mit neuer Antriebsenergie (Juni 2023)

[3] CnEVPost: „Leapmotor posts record September deliveries, tops 100,000 for third straight month“ (1. Oktober 2026)

[4] Stellantis: „Stellantis and Leapmotor Announce Their Intention to Take Their Strategic Partnership to the Next Level“ (8. Mai 2026)

[5] Europäische Kommission: „EU imposes duties on unfairly subsidised electric vehicles from China while discussions on price undertakings continue“ (29. Oktober 2024)

[6] Kraftfahrt-Bundesamt: „Neuzulassungen von Personenkraftwagen im August 2026 nach Marken“ (September 2026)

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