Chinas Automarkt schrumpft: Vom 1. Januar bis zum 20. September verkauften die Händler 12,59 Millionen Pkw, 21 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Fabriken lieferten im selben Zeitraum 18,18 Millionen Autos aus, ein wachsender Teil davon ging ins Ausland. In Europa erhöht der Exportschub den Preisdruck auf Autohändler und Flottenbetreiber.

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Um 52 Prozent sank die Produktion reiner Verbrenner in China in den ersten drei Septemberwochen. Die Zahl stammt vom Pkw-Verband CPCA, IT Home veröffentlichte die Wochendaten am 25. September.[1] Im Einzelhandel fanden vom 1. bis 20. September nur 878.000 Autos einen Käufer, 22 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Einzelhandel sank seit Januar um 21 Prozent, die Auslieferungen der Hersteller nur um 6 Prozent.
  • Elektroautos und Plug-in-Hybride erreichten im September 67,9 Prozent Anteil am Einzelhandel, verkauften sich seit Januar aber ebenfalls 12 Prozent schlechter.
  • Im August exportierten Chinas Hersteller 888.000 Pkw, 77,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 38 Prozent ihrer gesamten Auslieferungen.
  • Seit Januar gilt für Elektroautos in China nur noch die halbe Kaufsteuerbefreiung.

Warum kaufen Chinas Autokunden weniger?

Modell eines Export-Überschusses mit Autos in Container auf Waage
Chinas Kaufsteuer für E-Autos sinkt 2026. Nach vollständiger Befreiung 2024-2025 zahlen Käufer ab Januar nur noch halbe Steuer, der Vorteil fällt von 30.000 auf 15.000 Yuan

Die Kaufsteuer kehrt zurück. Für Elektroautos und Plug-in-Hybride entfiel 2024 und 2025 die zehnprozentige Kaufsteuer vollständig, bis zu einem Vorteil von 30.000 Yuan (rund 3.900 Euro) je Fahrzeug. Seit dem 1. Januar 2026 zahlen Käufer die halbe Steuer, der Vorteil sinkt auf höchstens 15.000 Yuan, zum EZB-Kurs vom 24. September (0,131 Euro je Yuan) knapp 2.000 Euro.[4] Viele Kunden zogen den Autokauf deshalb in die letzten Monate 2025 vor; diese Käufe fehlen der Nachfrage im laufenden Jahr.

Der Benzinpreis belastet vor allem den Verbrenner. Der CPCA verweist auf den hohen Ölpreis und eine schwache Konjunktur; die mehrfach erhöhten Spritpreise verteuern jede Fahrt mit dem Benziner.[2] Schon im Juli überschritt der Elektroanteil erstmals 60 Prozent. Zum Stromer wechseln die Käufer allerdings nur zum Teil: Auch der Einzelhandel mit Elektroautos und Plug-in-Hybriden liegt seit Januar 12 Prozent unter dem Vorjahr.[1] Der Elektroanteil wächst also vor allem, weil der Verbrenner schneller verschwindet.

Wohin fahren die überzähligen Autos?

Der Export hält die Bänder in Bewegung. Im August exportierten Chinas Hersteller 888.000 Pkw einschließlich Montagebausätzen, 77,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mehr als jedes dritte ausgelieferte Auto ging damit ins Ausland, 518.000 davon mit Elektro- oder Plug-in-Antrieb.[3]

Die Fixkosten erklären den Kurs. Ein Autowerk verdient nur bei hoher Auslastung Geld, weil Abschreibungen und Zinskosten unabhängig von der Stückzahl anfallen. Ein Auto mit schmaler Marge im Ausland bringt dem Hersteller deshalb mehr als ein stehendes Band daheim. BYD zeigt die Folgen: Im ersten Halbjahr sank der Gewinn um 20 Prozent, der Export wuchs um 68 Prozent.

Peking kennt das Risiko. Anfang September verpflichteten drei Ministerien die Hersteller auf Preisregeln im Ausland, um Rabattschlachten und neue Zollverfahren zu vermeiden.

Chinas Fabriken bauen weiter für einen Heimatmarkt, der seit Januar um ein Fünftel geschrumpft ist. Den Überschuss verkaufen die Hersteller im Ausland, wo er die Preise aller Wettbewerber drückt.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Weniger Käufer, volle Bänder
So verschiebt sich Chinas Pkw-Absatz 2026 vom Heimatmarkt in den Export
−21 %
Einzelhandel mit Pkw vom 1. Januar bis 20. September 2026 im Vergleich zum Vorjahr
−6 %
Auslieferungen der Hersteller im selben Zeitraum, einschließlich Export
38 %
Anteil des Exports an allen Auslieferungen im August, das sind 888.000 Pkw
knapp 2.000 €
Höchster Kaufsteuervorteil je Elektroauto seit Januar 2026, zuvor rund 3.900 €
1. Januar bis 20. September 2026
Auslieferungen der Hersteller18,18 Mio.
Verkäufe im chinesischen Einzelhandel12,59 Mio.

Die Lücke von 5,6 Millionen Autos füllt vor allem der Export.

Was bedeutet der Exportdruck für Europa?

Der EU-Zoll bremst nur einen Teil der Ware. Seit Oktober 2024 erhebt Brüssel auf reine Elektroautos aus China Ausgleichszölle von 7,8 bis 35,3 Prozent, zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent.[5] Plug-in-Hybride und Verbrenner fallen nicht darunter, ebenso wenig Autos aus europäischen Werken. GAC lässt deshalb in Graz montieren. Chinesische Marken erreichten im Juli in Europa einen Rekordanteil von 11,2 Prozent.

Flottenmanager und Autohändler sollten mit weiteren Preisnachlässen rechnen, vor allem bei Plug-in-Hybriden und Elektro-SUV aus China. Bei Leasing und Firmenwagen empfiehlt sich eine vorsichtige Restwertkalkulation, weil jeder Neuwagenrabatt den Wertverlust gebrauchter Elektroautos erhöht. Kürzere Vertragslaufzeiten begrenzen dieses Risiko.

Wie stark ist Chinas Automarkt 2026 geschrumpft?

Vom 1. Januar bis 20. September 2026 verkauften Chinas Händler laut dem Pkw-Verband CPCA 12,59 Millionen Pkw, 21 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Auslieferungen der Hersteller sanken nur um 6 Prozent, weil der Export stark wächst.

Warum verkaufen sich Autos in China schlechter?

Seit Januar 2026 gilt für Elektroautos nur noch die halbe Kaufsteuerbefreiung, höchstens 15.000 Yuan oder knapp 2.000 Euro. Viele Käufer zogen den Kauf ins Jahr 2025 vor. Dazu drücken hohe Benzinpreise und eine schwache Konjunktur auf die Nachfrage.

Gilt der EU-Zoll auch für chinesische Plug-in-Hybride?

Nein. Die Ausgleichszölle der EU von 7,8 bis 35,3 Prozent gelten seit Oktober 2024 nur für reine Elektroautos aus China. Plug-in-Hybride und Verbrenner aus China zahlen nur den regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent, in Europa montierte Autos gar keinen.

Quellen

[1] IT Home (IT之家): „乘联分会:今年以来全国乘用车累计零售 1259.3 万辆,同比下降 21%“

[2] IT Home (IT之家): „乘联分会:8 月国内狭义乘用车市场零售销量 154.1 万辆同比下降 23.6%,新能源渗透率 65.2% 再创新高“

[3] Jiemian (界面新闻): „乘联分会:8月乘用车出口88.8万辆,同比增长77.8%“

[4] Chinesische Regierung (gov.cn): „China extends preferential purchase tax policy for NEVs“

[5] Europäische Kommission: „EU imposes duties on unfairly subsidised electric vehicles from China while discussions on price undertakings continue“

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