BYD meldet für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 41,4 Milliarden Euro, gut 7 Prozent weniger als 2025, dazu einen Gewinneinbruch von rund 20 Prozent. Zum ersten Mal seit fünf Halbjahren schrumpfen beide Werte zugleich. Den Rückgang federt der Export ab, der um fast 68 Prozent zulegt, ein wachsender Teil davon nach Europa.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer Kurs der BYD-Aktie fiel am Tag nach den Zahlen zeitweise um mehr als 6 Prozent. Für den weltgrößten Hersteller von Elektroautos ist das eine Zäsur: Jahrelang kannte BYD nur steile Zuwächse, jetzt sinken die Verkäufe im Heimatmarkt. Die Aufholjagd verlagert sich ins Ausland, näher an deutsche Händler und Flotten.
Das Wichtigste in Kürze
- Umsatz erstes Halbjahr 2026: 41,4 Milliarden Euro (344,8 Milliarden Yuan), minus 7,1 Prozent. Nettogewinn: 1,5 Milliarden Euro, gut 20 Prozent weniger.
- Erstmals seit fünf Halbjahren sinken Umsatz und Gewinn zugleich, Auslöser ist der Preiskrieg im chinesischen Automarkt.
- Der Export federt ab: 792.000 Fahrzeuge ins Ausland, plus 67,8 Prozent und rund 44 Prozent aller Verkäufe.
- In Europa überholte BYD erstmals Tesla bei den Neuzulassungen. Das Werk in Ungarn startet Ende 2026 und umgeht den EU-Zoll.
Warum bricht BYDs Gewinn ein?

BYDs Umsatz fiel im ersten Halbjahr um 7,1 Prozent auf 41,4 Milliarden Euro (344,8 Milliarden Yuan), der Nettogewinn um gut 20 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro (12,3 Milliarden Yuan).[1] So einen gleichzeitigen Rückgang gab es seit fünf Halbjahren nicht.
Der eigentliche Grund liegt im Preiskrieg, den BYD 2025 mit aggressiven Rabatten selbst angezettelt hat. Im Sommer 2026 pfiff Peking die Branche zurück und untersagte den Verkauf unter Einstandspreis, worauf der Inlandsabsatz einbrach. BYD nennt Wechselkursverluste als Hauptursache, doch der Margendruck aus dem eigenen Rabattkurs wiegt schwerer. Der Preisdruck trifft die ganze Branche: Bei Great Wall Motor brach der Halbjahresgewinn um 61 Prozent ein, auch Leapmotor kämpft trotz Wachstum um schwarze Zahlen.
Wie stützt der Export das Geschäft?
Was die Bilanz stabil hält, kommt aus dem Ausland. BYD exportierte im ersten Halbjahr rund 792.000 Fahrzeuge. Die Bruttomarge stieg trotz sinkenden Umsatzes leicht auf 18,9 Prozent, weil teurere Modelle stärker liefen: Denza, Fang Cheng Bao und Yangwang legten zusammen um 61 Prozent zu, dazu Modelle wie der Da Han mit über 1.000 Kilometern Reichweite.
Hinter dem Kurswechsel steht eine klare Rechnung. Zu Hause verteidigte BYD jeden Marktanteil über den Preis, im Ausland winken höhere Margen. Eine Zwischendividende zahlt BYD trotzdem nicht, das Kapital fließt in Forschung und Expansion.
Der Gewinnrückgang bei BYD ist kein Schwächezeichen, sondern die Rechnung für einen Preiskrieg, den der Konzern selbst begonnen hat. Europäische Hersteller sollten den Exportschub aus Shenzhen ernster nehmen als den Gewinnknick im Heimatmarkt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet BYDs Kurswechsel für Europa?
Ein wachsender Teil der Exporte steuert Europa an. Für deutsche Anbieter wird der Kurswechsel damit spürbar. Auf importierte BYD-Stromer erhebt die EU seit Ende 2024 einen Ausgleichszoll von 17 Prozent, mit dem Basiszoll von 10 Prozent sind das 27 Prozent Aufschlag.[2] BYD umgeht die Hürde mit lokaler Fertigung: Das vier Milliarden Euro teure Werk im ungarischen Szeged läuft Ende 2026 an, dort gebaute Autos gelten als EU-Ware.
Der Vorstoß zeigt Wirkung: Im ersten Halbjahr überholte BYD in Europa erstmals Tesla bei den Neuzulassungen, chinesische Marken erreichten zusammen einen Rekordanteil von 11,2 Prozent. Einen Teil des Wachstums holt BYD über Hybride, die der reine Elektro-Zoll nicht trifft.
Für Entscheider im DACH-Raum bringt das konkrete Folgen. Der Preisdruck auf VW, Stellantis und andere Hersteller steigt. Vor einer Flottenentscheidung lohnt der nüchterne Vergleich von Neupreis, Restwert und Ladekosten. Beim Gebrauchtwagen zählt der Blick auf den Wertverlust, den die Rabattschlachten der ganzen Klasse drücken. Beim günstigen Direktimport aus China gehören Garantie und Servicenetz auf den Prüfstand.
Quellen
[1] Sina Finance: BYD-Halbjahresbericht 2026, Umsatz 344,8 Milliarden Yuan, Nettogewinn 123,25 Milliarden Yuan
[2] Europäische Union: Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754 über den Ausgleichszoll auf batterieelektrische Fahrzeuge aus China
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