XPeng lässt seine Autos ab sofort auf drei selbst entwickelten Turing-Chips rechnen und zieht damit mit Teslas Eigenbau gleich. Der neue Super-Agent verbindet Fahren und Cockpit auf einem Ende-zu-Ende-Modell mit rund 2250 TOPS Rechenleistung. Für Volkswagen verschärft sich die Frage, wie tief der Konzern auf chinesische Chip-Technik baut.

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Am 27. August 2026 meldete XPeng, dass der dritte eigene KI-Chip vom Typ Turing im Fahrzeug aktiv ist. Damit vollendet der Hersteller seine „Drei-Chip-Ära“ und stellt die Rechenleistung für autonomes Fahren und Cockpit komplett auf Silizium aus eigener Entwicklung um. Der Schritt trifft einen Nerv, weil mit Volkswagen ein deutscher Konzern direkt auf XPengs Technik aufsetzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der dritte Turing-Chip ist aktiv, XPengs „Drei-Chip-Ära“ ist komplett. Ab dem zweiten Quartal 2026 wechseln alle Modelle auf den Eigenchip.
  • Der Super-Agent bündelt Fahren und Cockpit auf einem Modell. Im G9 stehen rund 2250 TOPS bereit.
  • Seit dem Serienstart im dritten Quartal 2025 hat XPeng über 200.000 Turing-Chips ausgeliefert, das Ziel für 2026 liegt bei knapp einer Million.
  • Volkswagen hält knapp 5 Prozent an XPeng und baut dessen E/E-Architektur ab 2026 in seine China-Plattform ein.

Was steckt im dritten Turing-Chip?

Drei Chips auf Weiß, der rechte leuchtet blau mit dem Schriftzug
Drei Turing-Chips bilden XPengs Rechenlayout für Wahrnehmung, Entscheidung und Fahrzeugsteuerung mit redundanten Funktionen

Der dritte Turing-Chip vollendet ein Rechenlayout aus drei Bausteinen, die Wahrnehmung, Entscheidung und die Verschmelzung von Fahren und Cockpit übernehmen. XPeng gewinnt damit Redundanz und stuft Funktionen je nach Ausstattung.

Turing ist XPengs vollständig selbst entwickelter Hochleistungschip für die Datenverarbeitung direkt im Auto. Im aktuellen G9 arbeiten ein Cockpit-Chip von Qualcomm und drei Turing zusammen und bringen das Fahrzeug auf rund 2250 TOPS.[1]

Die Rechenleistung staffelt XPeng in drei Stufen. Die Vollversion mit drei Chips trägt alle Funktionen samt späterer Updates, zwei Chips decken das autonome Fahren ab, ein einzelner Chip liefert die Basis.

Warum baut XPeng die KI jetzt selbst?

Ein eigener Chip senkt die Kosten und öffnet die volle Kontrolle über das Zusammenspiel von Modell und Hardware. XPeng muss sein Fahrmodell nicht mehr an fremde Recheneinheiten von Nvidia oder Qualcomm anpassen, sondern schneidet Chip und Software aufeinander zu.

Auf dem Eigenchip läuft ein Ende-zu-Ende-Modell, das Bild, Sprache und Text ohne Zwischenübersetzung verarbeitet. XPeng nennt für die neue Version die 3,5-fache Parameterzahl und eine um 300 Prozent schnellere Reaktion.[1]

Der Weg ins eigene Silizium folgt einem Muster. Tesla entwickelt seinen Fahrchip selbst, Nio hat mit dem NX9031 nachgezogen. Ausländische Hersteller kaufen ihre Fahr-KI zugleich in China ein: Audi bei Huawei, Mercedes-Benz und Toyota bei Momenta, Volkswagen bei XPeng.

Ein selbst entwickelter Fahrchip macht XPeng vom Lieferanten unabhängig und verschiebt die Machtfrage in der Auto-KI Richtung China.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
XPengs Eigenchip in Zahlen
Der dritte Turing-Chip und die Kooperation mit Volkswagen im Überblick
3
eigene Turing-Chips im Auto (Drei-Chip-Ära)
2250 TOPS
Rechenleistung im XPeng G9
200.000+
ausgelieferte Turing-Chips seit Q3 2025
≈ 1 Mio.
Ziel-Auslieferung für 2026
≈ 610 Mio. €
Volkswagens Beteiligung an XPeng (knapp 5 %)

Was bedeutet das für Volkswagen und die Zulieferer?

Volkswagen baut seine China-Zukunft auf XPengs Technik. Der Konzern hält seit Ende 2023 knapp 5 Prozent an XPeng und integriert dessen E/E-Architektur ab 2026 in seine China-Plattform.[2] Die Beteiligung kostete zum damaligen Kurs rund 610 Millionen Euro.

Für europäische Zulieferer verschiebt sich eine Grenze. Der EU Chips Act zielt auf Fabriken und Fertigung, doch die Fahr-KI als Schicht aus Software und Chip bleibt außen vor. Genau dort geraten Bosch, Continental und Infineon gegen Nvidia, Qualcomm und nun chinesische Eigenchips unter Druck.

Entscheider in der Zulieferkette prüfen jetzt zwei Punkte: welche Recheneinheit ihre Software langfristig trägt und ob die EU-Ausgleichszölle auf chinesische Elektroautos Kooperationen wie die zwischen Volkswagen und XPeng verteuern. Ein früher Blick auf die eigene Chip-Abhängigkeit spart später teure Wechsel.

FAQ: XPengs eigener KI-Chip

Was ist der Turing-Chip von XPeng?

Der Turing-Chip ist XPengs selbst entwickelter Hochleistungschip für die Datenverarbeitung direkt im Fahrzeug. Er übernimmt autonomes Fahren und Cockpit-Funktionen. Seit dem Serienstart im dritten Quartal 2025 hat XPeng nach eigenen Angaben über 200.000 Stück ausgeliefert.

Ist XPeng mit Volkswagen verbunden?

Ja. Volkswagen hält seit Ende 2023 knapp 5 Prozent an XPeng und arbeitet eng mit dem Hersteller zusammen. Der Konzern übernimmt XPengs E/E-Architektur für in China gebaute Elektroautos ab 2026 und nutzt dessen Fahrassistenz.

Was bedeutet TOPS bei Auto-Chips?

TOPS steht für Billionen Rechenoperationen pro Sekunde und misst die Leistung eines KI-Chips. Je höher der Wert, desto mehr Sensordaten verarbeitet das Fahrzeug in Echtzeit. Der XPeng G9 kommt mit drei Turing-Chips und einem Cockpit-Chip auf rund 2250 TOPS.

Baut Tesla seine KI-Chips auch selbst?

Ja. Tesla entwickelt seine Fahrchips seit Jahren selbst und gilt als Vorbild für diesen Weg. Chinesische Hersteller wie XPeng und Nio ziehen mit eigenen Chips nach, um Kosten zu senken und Modell und Hardware genau aufeinander abzustimmen.

Quellen

[1] XPeng: „Turing-KI-Chip“

[2] Volkswagen Group: „Volkswagen enters into agreement with XPENG for fast joint development of two smart e-cars“

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