XPeng sammelt für seinen humanoiden Roboter IRON rund 780 Millionen Euro ein, laut Firmenangaben die größte Einzelrunde eines Embodied-AI-Unternehmens in China. Am selben Tag gründet NIOs Fahrchef eine eigene Roboterfirma. Chinas Autobauer verschieben ihr Kapital von der Straße in die Werkshalle.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenÜber 900 Millionen US-Dollar für einen Roboter, der noch nicht in Serie läuft: XPeng finanziert sein Robotikgeschäft mit der bislang größten Privatrunde der chinesischen Embodied-AI-Branche. Das Geld fließt in IRON, den humanoiden Roboter, den der Konzern von Ende 2026 an in Serie bauen will.
Das Wichtigste in Kürze
- XPeng nimmt für sein Robotikgeschäft über 900 Millionen US-Dollar (rund 780 Millionen Euro) auf, laut Firmenangaben die größte Einzelrunde der chinesischen Embodied-AI-Branche.
- Das Kapital fließt in den humanoiden Roboter IRON, der Ende 2026 in Serie gehen und 2027 in China und im Ausland ausgeliefert werden soll.
- Am selben 24. August meldete NIO, dass Fahrassistenz-Chef Ren Shaoqing eine eigene Firma für verkörperte KI gründet, an der sich NIO strategisch beteiligt.
- Konzernchef He Xiaopeng hat für die Robotik bis zu 100 Milliarden Yuan (rund 12,8 Milliarden Euro) in Aussicht gestellt.
Warum steckt ein Autobauer 780 Millionen Euro in einen Roboter?

Auto und Roboter teilen sich bei XPeng dieselbe Technik. Aktoren, Batteriezellen, der hauseigene Turing-Chip und die Fahr-KI, die aus Kameradaten Bewegungen ableitet, stecken im Elektroauto wie im humanoiden Roboter. Der Konzern muss die teuersten Bausteine also nicht neu erfinden, sondern überträgt sie aus der laufenden Serienfertigung.[1]
IRON trägt ein Skelett-Muskel-Haut-Design mit mehr als 60 Gelenken und beweglichen Händen. XPeng will den Roboter zuerst in eigenen Läden und Werken einsetzen und ihn ab 2027 in China und im Ausland verkaufen. Genau die Fertigungslinien, die heute Autos bauen, sollen die Stückkosten drücken, an denen reine Robotik-Firmen scheitern. Den teuersten mechanischen Baustein im Gelenk, das spielfreie Wellgetriebe, fertigt in Europa etwa Schaeffler ein Viertel günstiger.
Wer folgt XPeng in die Robotik?
Mit dem Schwenk steht XPeng nicht allein. Am selben 24. August meldete NIO-Chef Li Bin, dass sein Fahrassistenz-Chef Ren Shaoqing eine eigene Firma für verkörperte KI mit Milliardenbewertung gründet. NIO steigt als strategischer Investor ein. BYD zeigte im August seinen ersten Humanoiden, Tesla baut Optimus. In Shanghai ging vergangene Woche Unitree mit 629 Prozent Kursplus an die Börse. Chinas Konzerne bauen auch das Servicenetz dahinter, so schult JD seine Kuriere zu Robotermechanikern um.
Für XPeng hat Konzernchef He Xiaopeng die Robotiksparte selbst übernommen und bis zu 100 Milliarden Yuan, rund 12,8 Milliarden Euro, dafür in Aussicht gestellt. Sein Anspruch klingt entsprechend groß.
„Wir bringen den ersten hochwertigen humanoiden Roboter in die Wirklichkeit, einen, der nicht ferngesteuert wird, ein eigenes Gedächtnis hat und durch Serienfertigung echten Wert schafft, nicht nur im Demo-Video“, sagt He Xiaopeng, Vorstandschef von XPeng.
Chinas humanoide Welle kommt nicht aus dem Labor, sondern vom Fließband der Autobauer. Aktoren, Chips und Fahr-KI liegen dort bereit, bevor ein europäischer Wettbewerber die erste Serie überhaupt plant.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Warum der Autobauer im Vorteil ist
Aktoren, Batteriezellen, der Turing-Chip und die Fahr-KI stecken im Elektroauto wie im Roboter. Die Fertigungslinien, die heute Autos bauen, sollen die Stückkosten drücken, an denen reine Robotik-Firmen scheitern.
Was bedeutet Chinas Roboter-Welle für Europa?
Europas Antwort hängt an denselben Bauteilen. Neura Robotics im schwäbischen Metzingen baut mit dem 4NE-1 einen eigenen Humanoiden, Bosch und Schaeffler liefern Getriebe und Steuerungen zu. Anders als XPeng fehlt hier die Auto-Serienfertigung, die in China die Stückkosten drückt. Chinesische Zulieferer drängen ohnehin nach Europa, wie zuletzt Horizon Robotics über Bosch.
Ab dem 20. Januar 2027 gilt die EU-Maschinenverordnung 2023/1230, die autonome und lernende Maschinen erstmals ausdrücklich erfasst. Sicherheitskritische Roboter fallen zusätzlich unter das EU-KI-Gesetz. Ein Betrieb, der humanoide Roboter aus China einkauft, trägt die Konformität als Inverkehrbringer selbst.
Entscheider in Produktion und Logistik klären drei Fragen besser früh: wer bei einer Fehlbewegung haftet, wo die Trainings- und Sensordaten des Roboters liegen und ob das Gerät auch ohne die Cloud des Herstellers läuft. Ein Pilot mit einem Cobot zeigt die Grenzen schneller als jede Roadmap. Welche Betriebe wirklich einen Roboter brauchen, ordnet der Überblick zur Robotik 2026 ein.
FAQ: XPeng, IRON und Chinas humanoide Roboter
Was ist IRON von XPeng?
IRON ist der humanoide Roboter des chinesischen Elektroautobauers XPeng. Er trägt einen Aufbau aus Skelett, Muskeln und Haut mit mehr als 60 Gelenken und wird vom hauseigenen Turing-Chip gesteuert. Die Serienfertigung soll Ende 2026 beginnen, der Verkauf in China und im Ausland ab 2027.
Wie viel Geld hat XPeng für seinen Roboter eingesammelt?
XPeng nahm für sein Robotikgeschäft über 900 Millionen US-Dollar auf, umgerechnet rund 780 Millionen Euro zum Kurs vom 24. August 2026. Nach Firmenangaben ist das die größte Einzelrunde, die ein Embodied-AI-Unternehmen in China bislang aufgenommen hat.
Warum bauen Autohersteller humanoide Roboter?
Elektroauto und humanoider Roboter teilen sich zentrale Bausteine: Aktoren, Batteriezellen, KI-Chips und die Fahr-KI, die aus Sensordaten Bewegungen ableitet. Autobauer übertragen diese Technik aus der laufenden Serienfertigung und drücken so die Stückkosten, an denen reine Robotik-Firmen oft scheitern.
Welche Regeln gelten für humanoide Roboter in der EU?
Ab dem 20. Januar 2027 gilt die EU-Maschinenverordnung 2023/1230, die autonome und lernende Maschinen erstmals ausdrücklich erfasst. Sicherheitskritische Roboter fallen zusätzlich unter das EU-KI-Gesetz. Ein Betrieb, der humanoide Roboter aus China einkauft und in Betrieb nimmt, trägt die Konformität als Inverkehrbringer selbst.
Quelle
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