XPeng galt als Tech-Star unter Chinas E-Auto-Newcomern, doch 2026 fällt der Hersteller im heimischen Preiskrieg am stärksten zurück. Gut 204.000 verkaufte Autos in sieben Monaten bedeuten ein Minus von 12,5 Prozent, während Leapmotor und Zeekr davonziehen. Der Ausweg führt XPeng ausgerechnet nach Europa, wo ein Werk in Österreich und die Allianz mit Volkswagen zum Rettungsanker werden.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenChinas Preiskrieg unter den E-Auto-Marken trifft XPeng härter als jeden anderen der einstigen Spitzenreiter. Im Juli lieferte der Konzern 38.027 Fahrzeuge aus, ein Plus zum Vorjahr, doch die Sieben-Monats-Bilanz zeigt den stärksten Rückgang der ganzen Newcomer-Riege. Hinter der Wende nach Europa steckt mehr als reiner Expansionsdrang.
Das Wichtigste in Kürze
- XPeng verkaufte von Januar bis Juli 2026 rund 204.000 Autos, 12,5 Prozent weniger als im Vorjahr und damit den größten Rückgang unter Chinas führenden E-Auto-Newcomern.
- Ein Rückruf von 33.473 X9-Vans wegen defekter Frontluftfedern und der zähe Start des Flaggschiffs GX belasten das Premium-Image.
- Über den Auftragsfertiger Magna Steyr in Graz baut XPeng seine Modelle G6 und G9 seit September 2025 in Österreich und umgeht so den EU-Zoll von 30,7 Prozent.
- Volkswagen hält 4,99 Prozent an XPeng, nutzt dessen Elektronik-Architektur und verhandelt Branchenberichten zufolge über den Verkauf eines europäischen Werks an den Partner.
Warum XPeng im China-Preiskrieg zurückfällt

Chinas Markt für Elektroautos steckt in einem ruinösen Preiskampf, den Peking inzwischen offen ausbremsen will. XPeng geriet dabei zwischen die Fronten. Der schwache Jahresauftakt und ein übersättigtes Premiumsegment kosteten Marktanteile, dazu drückte der Rückruf der Luftfederung im Van X9 auf den Ruf. Huaweis AITO M9 und Nios ES8 zogen derweil die Käufer an.
An XPeng vorbei zogen ausgerechnet die früheren Rivalen. Leapmotor knackte im Juli als erster Newcomer die Marke von 100.000 Fahrzeugen, Zeekr fuhr einen Monatsrekord ein. Die alte Rangfolge aus NIO, XPeng und Li Auto, jahrelang das Maß der Branche, löst sich damit auf.
Der Ausweg führt nach Österreich
Die strukturelle Antwort auf die Heimatschwäche heißt Export. XPeng will den Auslandsabsatz 2026 verdoppeln und peilt weltweit 550.000 bis 600.000 Autos an. In Europa steht diesem Plan der EU-Zoll von insgesamt 30,7 Prozent im Weg, mit dem Brüssel Elektroautos aus China belegt.[1]
Deshalb lässt XPeng die Modelle G6 und G9 seit September 2025 beim Auftragsfertiger Magna Steyr in Graz vom Band laufen, mitten in Europa. Im Juli feierte das Kompaktmodell L03 seine Premiere in München. Nun verhandelt der Konzern laut Branchenberichten sogar über den Kauf eines Volkswagen-Werks, um die Fertigung in Europa auszuweiten. Nach demselben Muster umgeht BYD die Zölle mit eigenen Werken vor Ort.
XPengs Schwäche daheim ist Volkswagens Chance. Je härter der Preiskrieg in China tobt, desto abhängiger wird der Partner von der Allianz und von einem Standbein in Europa.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was XPengs Wende für VW und deutsche Käufer bedeutet
Für Volkswagen ist die Lage zweischneidig. Der Konzern hält seit 2023 knapp fünf Prozent an XPeng und baut dessen Elektronik-Architektur in eigene China-Modelle ein.[2] XPengs Heimatschwäche stärkt dabei Wolfsburgs Position am Verhandlungstisch.
Für deutsche Käufer zählt vor allem, wo das Auto entsteht. Ein in Graz gebauter G6 umgeht den Strafzoll und das Herkunftsstigma, was Preis und Wiederverkaufswert stützt. Vor dem Kauf eines chinesischen Stromers lohnt darum der Blick aufs Typenschild: Ein europäisches Werk bedeutet klaren Zollstatus, kürzere Lieferzeiten und eine sichere Ersatzteilversorgung. Flottenmanager prüfen zusätzlich die Restwertprognosen, denn Rückrufe und Preiskämpfe schlagen dort zuerst durch.
Warum verkauft XPeng 2026 weniger Autos?
XPeng lieferte von Januar bis Juli 2026 rund 204.000 Fahrzeuge aus, 12,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der ruinöse Preiskrieg in China, ein Rückruf beim Van X9 und der zähe Start des Modells GX kosteten Marktanteile, während Leapmotor und Zeekr zulegten.
Wo baut XPeng seine Autos für Europa?
Seit September 2025 fertigt der Auftragshersteller Magna Steyr im österreichischen Graz die Modelle G6 und G9 für den europäischen Markt. So produziert XPeng direkt in der EU und umgeht den Einfuhrzoll von 30,7 Prozent, den Brüssel auf Elektroautos aus China erhebt.
Wie hängen Volkswagen und XPeng zusammen?
Volkswagen hält seit 2023 rund 4,99 Prozent an XPeng und nutzt dessen Elektronik-Architektur für eigene E-Autos in China. Berichten zufolge verhandeln beide über den Verkauf eines europäischen VW-Werks an XPeng, um die Produktion vor Ort auszubauen.
Was bedeutet das für deutsche Autokäufer?
Ein in Graz gebauter XPeng umgeht den Strafzoll und kommt schneller zum Händler. Käufer sollten prüfen, ob das Wunschmodell aus Europa oder aus China stammt, denn das beeinflusst Lieferzeit, Zollstatus und Restwert. Rückrufe und Preiskämpfe können den Wiederverkaufswert zusätzlich drücken.
Quellen
[1] Europäische Kommission: Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754 über endgültige Ausgleichszölle auf batterieelektrische Fahrzeuge aus China
[2] Volkswagen Group: First car developed jointly by Volkswagen and XPeng rolls off the production line
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