BYD hat auf der Chengdu Auto Show das neue Dynasty-Flaggschiff Da Han vorgestellt, eine über fünf Meter lange Elektro-Limousine mit 1008 Kilometern Normreichweite. Der Einstiegspreis liegt bei umgerechnet rund 32.000 Euro, etwa der Hälfte dessen, was deutsche Elektro-Oberklasse kostet. Hinter der Zahl steckt eine 1000-Volt-Plattform, die in fünf Minuten Strom für 400 Kilometer nachlädt.

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Drei Ausstattungslinien, ein Preisschild ab 249.900 Yuan: Mit dem Da Han schickt BYD sein neues Elektro-Flaggschiff in ein Segment, das in Deutschland jenseits von 60.000 Euro beginnt.[1] Der Vorverkauf startete am 21. August auf der Messe in Chengdu. Der Wagen bündelt fast alles, womit chinesische Hersteller die etablierte Oberklasse gerade unter Druck setzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Preis: Der Da Han startet bei 249.900 Yuan (rund 32.000 Euro) und reicht bis 299.900 Yuan (rund 38.400 Euro).
  • Reichweite: Bis zu 1008 Kilometer nach dem chinesischen CLTC-Zyklus, gestützt auf eine rund 102 Kilowattstunden große Blade-Batterie.
  • Ladetempo: Die 1000-Volt-Plattform lädt mit bis zu einem Megawatt, fünf Minuten genügen für 400 Kilometer.
  • Markt: In Europa ist der Da Han vorerst nicht geplant, doch BYD überholte Tesla dort im ersten Halbjahr 2026 bei den Neuzulassungen.

Was macht den BYD Da Han zum Flaggschiff?

Maßband, Stein mit Zettel
Der Da Han misst 5,26 m Länge, bietet Heck- oder Allradantrieb, Reichweiten bis 1008 km und Cw-Wert von 0,197

Mit 5256 Millimeter Länge und 3130 Millimeter Radstand rangiert der Da Han in der Oberklasse, gemessen an einem Mercedes EQS oder BMW i7. Drei Varianten stehen zur Wahl: zwei Versionen mit Heckantrieb und 1008 Kilometer Reichweite, dazu ein Allradmodell mit 880 Kilometern, das in 3,8 Sekunden auf Tempo 100 sprintet. Ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,197 zählt zu den niedrigsten Werten im Serienbau. Zur Serienausstattung gehören eine Doppelkammer-Luftfederung, eine Hinterradlenkung und BYDs Laser-Assistenzsystem der jüngsten Generation.

Wie schafft ein Serienauto 1008 Kilometer?

Die Reichweite entsteht aus dem Zusammenspiel von Batterie, Aerodynamik und Spannung. Durchgängig 1000 Volt liegen bei BYDs Super-e-Plattform an Batterie, Motor und Ladeelektronik an, möglich macht das ein selbst entwickelter Siliziumkarbid-Chip.[2] Bei 1000 Volt und 1000 Ampere erreicht die Ladeleistung ein Megawatt, was fünf Minuten Ladezeit in etwa 400 Kilometer Reichweite übersetzt. Solche Werte kommen allerdings nur an einer passenden Säule zustande. Der Tarif entscheidet über die tatsächlichen Kosten pro Kilometer.

Die 1008 Kilometer stammen aus dem chinesischen CLTC-Zyklus, der deutlich optimistischer misst als der europäische WLTP. Nach WLTP läge die tatsächliche Reichweite spürbar niedriger, realistisch im Bereich um 800 Kilometer.

Ein Elektroauto mit über 1000 Kilometern Normreichweite zum halben Preis der deutschen Konkurrenz verschiebt nicht die Technik, sondern die Erwartung der Kundschaft. Genau diese Erwartung nehmen die chinesischen Hersteller mit nach Europa.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
BYD Da Han in Zahlen
Das neue Elektro-Flaggschiff von BYD, Vorverkauf ab August 2026
32.000 €
Einstiegspreis in China, umgerechnet zum Kurs vom 24. August 2026
ab 60.000 €
Startpreis vergleichbarer deutscher Elektro-Oberklasse
1008 km
Reichweite nach dem chinesischen CLTC-Zyklus, nach WLTP niedriger
1 Megawatt
Ladeleistung der 1000-Volt-Plattform, fünf Minuten für 400 Kilometer
17 %
EU-Ausgleichszoll auf reine BYD-Stromer seit Oktober 2024

Was bedeutet das für die deutsche Oberklasse?

Nach Europa kommt der Da Han vorerst nicht, das Modell zielt auf den Heimatmarkt. Der Preisabstand bleibt trotzdem eine Ansage, denn deutsche Elektro-Limousinen wie der BMW i5 oder der Mercedes EQE beginnen jenseits von 60.000 Euro. BYD überholte Tesla in Europa im ersten Halbjahr 2026 mit 174.144 Neuzulassungen, meist über Plug-in-Hybride, die den EU-Ausgleichszöllen entgehen.

Auf reine Stromer erhebt Brüssel seit Oktober 2024 einen Zusatzzoll von 17 Prozent für BYD, oben auf die üblichen 10 Prozent Einfuhrzoll.[3] Ab Ende 2026 fertigt BYD im ungarischen Szeged, dann gelten die dort gebauten Wagen als europäisch und der Zoll entfällt. Diese Rechnung kennen die deutschen Hersteller, BMW baut mit dem iX3 in China ein eigenes Modell zum halben Heimatpreis.

Für Flottenmanager und Autohäuser heißt das zweierlei: sinkende Restwerte in der Oberklasse sowie eine Ladeinfrastruktur, die auf 1000-Volt-Schnelllader nachziehen muss, damit das Megawatt-Tempo überhaupt ankommt. Leasingnehmer der oberen Klasse sollten die Rückläufer aus China schon heute im Blick behalten.

Was kostet der BYD Da Han?

Der BYD Da Han startet in China bei 249.900 Yuan, umgerechnet rund 32.000 Euro zum Kurs vom 24. August 2026. Die Allradversion kostet 299.900 Yuan, also etwa 38.400 Euro. In Deutschland ist das Modell vorerst nicht im Verkauf.

Wie weit fährt der BYD Da Han mit einer Ladung?

Die Heckantriebsversionen erreichen 1008 Kilometer nach dem chinesischen CLTC-Zyklus, die Allradversion 880 Kilometer. Der CLTC-Zyklus misst optimistischer als der europäische WLTP, nach WLTP läge die Reichweite realistisch bei etwa 800 Kilometern.

Wie schnell lädt der BYD Da Han?

Der Da Han nutzt BYDs Super-e-Plattform mit einer durchgängigen 1000-Volt-Architektur. Bei 1000 Volt und 1000 Ampere erreicht die Ladeleistung ein Megawatt. Fünf Minuten laden nach Herstellerangabe Strom für rund 400 Kilometer nach, sofern die Ladesäule das leistet.

Kommt der BYD Da Han nach Deutschland?

Ein Marktstart in Europa ist bislang nicht angekündigt, der Da Han zielt auf China. BYD baut ab Ende 2026 im ungarischen Szeged, dort gefertigte Fahrzeuge gelten als europäisch und entgehen dem EU-Ausgleichszoll von 17 Prozent auf importierte BYD-Stromer.

Quellen

[1] IT之家: „比亚迪大汉 EV 开启预售:24.99 万-29.99 万元,最大续航 1008 公里“

[2] BYD: „比亚迪超级e平台,兆瓦闪充开启油电同速“

[3] Europäische Kommission: „EU Commission imposes countervailing duties on imports of battery electric vehicles (BEVs) from China“

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