E-Mobilität

Ladetarife 2026: Wo E-Autos am günstigsten laden

EnBW, Ionity, EWE GO oder doch ein Herstellertarif? Wir haben die wichtigsten Anbieter für drei Fahrprofile durchgerechnet – und zeigen, wer wirklich spart.

3. Januar 2026 31. Januar 2026
Reading Time: 12 minutes
Markus Seyfferth

Markus Seyfferth

Autor Dr. Web

Neues Jahr, neue Ladetarife für E-Autos: Wer clever vergleicht, spart beim Stromtanken schnell mehrere hundert Euro. Unser aktueller Vergleich der Ladetarife für 2026 bringt Klarheit ins Tarifdickicht. Wir haben die wichtigsten Anbieter für drei typische Fahrprofile (500 kWh, 2.000 kWh und 5.000 kWh) durchgerechnet. Alle Preise sind ohne Gewähr, inkl. 19 % USt. und zuletzt geprüft am 3. Januar 2026. Den Artikel werden wir regelmäßig aktualisieren, gerne also bookmarken!

Hinweis: Dieser Vergleich fokussiert auf Schnellladen (DC). Wer regelmäßig an AC-Säulen in der Stadt lädt, findet im Abschnitt „Laternenlader“ die passenden Tarife. Fahrer von Renault, Dacia, Alpine, Tesla oder Mercedes finden im Abschnitt „Sondertarife“ oft günstigere markengebundene Angebote.

Interaktiver Rechner

Ladetarif-Rechner 2026

Finde den günstigsten Tarif für deinen Verbrauch

Jahresverbrauch unterwegs
2.000 kWh
Entspricht ca.
11.111 km/Jahr
100 kWh 3.000 kWh 6.000 kWh
Normalfahrer – Mix aus Heim- und Schnellladen
Ich beziehe Strom oder Gas von EnBW −10 %
Günstigster Tarif für dich
EnBW L
143,88 € Grundgebühr + 0,39 €/kWh
Jahreskosten
923,88 €

Alle Tarife im Vergleich

Sondertarife

Diese Tarife sind marken- oder vertragsgebunden, können aber noch günstiger sein:

Wenigfahrer: EWE GO ohne Grundgebühr

Wer nur 500 kWh pro Jahr unterwegs lädt (ca. 2.778 km pro Jahr), fährt mit EWE GO am günstigsten. Gesamtkosten: 260 € jährlich – ohne Grundgebühr, ohne Vertragsbindung.

Die Rechnung: 500 kWh × 0,52 € = 260 €. EnBW S kostet zwar ebenfalls keine Grundgebühr, verlangt aber 0,56 € pro kWh. Das macht bei 500 kWh bereits 20 € Unterschied.

AnbieterGrundgebührkWh-Preis
(Eigen/Fremd/Ionity)
Jahreskosten
(500 kWh)
🥇 EWE GO0 €0,52 € / 0,62 € / 0,62 €260,00 €
🥈 EnBW S0 €0,56 € / 0,69 € / 0,69 €280,00 €
🥉 Aral Pulse2,99 €0,54 € / 0,71 € / 0,71 €305,88 €

Mittelstrecke mit 2.000 kWh Jahresverbrauch

Wer keine Wallbox zuhause oder bei der Arbeit hat und ausschließlich öffentlich lädt, kommt schnell auf 2.000 kWh pro Jahr (ca. 11.000 km/Jahr). Hier lohnt sich erstmals ein Tarif mit Grundgebühr: EnBW L und Ionity landen beide bei etwa 924 € – rund 116 € günstiger als EWE GO ohne Abo.

EnBW bietet mit über 8.000 eigenen Ladepunkten das größte Schnellladenetz Deutschlands und ist auch innerorts verfügbar (mehr dazu im Punkt „Laternenlader"). Ionity hingegen punktet mit reinen Autobahn-Standorten und bis zu 350 kW Ladeleistung – wer ein 800V-Fahrzeug fährt, kann diese Leistung auch voll ausnutzen.

AnbieterGrundgebührkWh-Preis
(Eigen/Fremd/Ionity)
Jahreskosten
(2.000 kWh)
🥇 EnBW L11,99 €0,39 € / 0,89 € / 0,69 €923,88 €
🥇 Ionity11,99 €0,39 € / – / 0,39 €923,88 €
🥉 EWE GO0 €0,52 € / 0,62 € / 0,62 €1.040,00 €

Wer bereits Strom oder Gas von EnBW bezieht, erhält nochmal 10 % Rabatt auf den Ladepreis (siehe Sondertarife weiter unten).

Langstrecke: Vielfahrer profitieren von EnBW und Ionity

Wer jährlich 5.000 kWh am Schnelllader zieht (ca. 28.000 km Reichweite im Jahr), liegt mit Ionity knapp vorne. Die Gesamtkosten von 2.069,99 € unterbieten EnBW L (2.093,88 €) um 24 €.

Der Grund: Ionity bietet ein Jahresabo für 119,99 € an, während EnBW nur Monatstarife hat (12 × 11,99 € = 143,88 €). Der kWh-Preis ist mit 0,39 € identisch.

Bei solchen Fahrleistungen spielt übrigens auch die Batterie-Degradation eine Rolle: Wer viel am Schnelllader hängt, sollte wissen, wie sich das auf die Akkukapazität auswirkt.

AnbieterGrundgebührkWh-Preis
(Eigen/Fremd/Ionity)
Jahreskosten
(5.000 kWh)
🥇 EnBW L + Vorteilstarif11,99 € / Monat0,351 € / – / –1.898,88 €
🥈 Ionity119,99 € / Jahr0,39 € / – / 0,39 €2.069,99 €
🥉 EnBW L11,99 € / Monat0,39 € / 0,89 € / 0,69 €2.093,88 €
EWE GO0 €0,52 € / 0,62 € / 0,62 €2.600,00 €

Wer bereits Strom oder Gas von EnBW bezieht, schlägt mit dem 10 % Vorteilstarif alle Konkurrenten. Die Rechnung: Bei 0,351 € pro kWh (statt 0,39 €) landen EnBW-Bestandskunden bei 1.898,88 € pro Jahr. Das sind 171 € weniger als bei Ionity. (Siehe Sondertarife)

Lesetipp: Die E-Auto-Prämie 2026 kommt, doch was bringt sie wirklich?

Sonderfall Laternenlader: Die besten AC-Tarife für das E-Auto-Laden in der Stadt

Sie parken abends an der Straßenlaterne, stecken das Ladekabel ein und wollen morgens mit vollem Akku losfahren. Laternenlader haben andere Anforderungen als Autobahn-Schnelllader. Die meisten Tarifvergleiche ignorieren das.

Das Problem: Ein Elektroauto mit 11 kW Bordlader braucht für eine volle Ladung sechs bis acht Stunden. Die Blockiergebühren greifen aber meist nach drei bis vier Stunden. Wer also um 20 Uhr sein E-Auto ansteckt, zahlt ab Mitternacht drauf. Und ja, auch die EnBW erhebt Blockiergebühren in der Nacht.

AC-Ladetarife im Vergleich (Januar 2026)

AnbieterGrundgebührAC-Preis (eigen)AC-Preis (Roaming)BlockiergebührNachts ausgesetzt?
EWE GO0 €0,52 €0,62 €Ab 4h: 0,10 €/min (max 24 €)✅ Eigene Säulen: keine Blockiergebühr
Maingau Vorteil*0 €0,52 €0,52 €Ab 3h: 0,10 €/min (max 12 €)❌ Nein
Maingau Standard0 €0,62 €0,62 €Ab 3h: 0,10 €/min (max 12 €)❌ Nein
EnBW S0 €0,56 €0,56 bis 0,89 €Ab 4h: 0,10 €/min (max 12 €)❌ Nein
EnBW M5,99 €0,46 €0,56 bis 0,89 €Ab 4h: 0,10 €/min (max 12 €)❌ Nein
EnBW L11,99 €0,39 €0,56 bis 0,89 €Ab 4h: 0,10 €/min (max 12 €)❌ Nein

*Vorteilspreis nur für Maingau Strom-, Gas- oder Internetkunden

Die versteckten Kosten beim Übernachtladen

Ein Rechenbeispiel: Sie laden 50 kWh über Nacht. Der Ladevorgang dauert mit 11 kW etwa fünf Stunden. Bei EnBW M zahlen Sie:

  • Stromkosten: 50 kWh × 0,46 € = 23 €
  • Blockiergebühr: 60 Minuten × 0,10 € = 6 €
  • Gesamt: 29 € statt 23 €

Das sind 26 % Aufschlag für eine völlig normale Übernachtladung. Bei längeren Ladevorgängen steigt der Aufschlag auf bis zu 12 € pro Ladevorgang.

Der Gewinner für Laternenlader: EWE GO

EWE GO ist der einzige große Anbieter ohne Blockiergebühr an eigenen Säulen. Für Laternenlader bedeutet das: Abends anstecken, schlafen gehen, morgens losfahren. Ohne böse Überraschung auf der Rechnung.

Der Haken: EWE GO betreibt seine Säulen primär in Norddeutschland. Wer in München oder Stuttgart wohnt, findet kaum eigene EWE-Säulen. An Partnersäulen gelten auch bei EWE GO Blockiergebühren ab vier Stunden.

Lokale Stadtwerke prüfen

Einige Stadtwerke haben die nächtlichen Blockiergebühren bereits abgeschafft. Die Berliner Stadtwerke verzichten seit Juli 2025 zwischen 22 und 6 Uhr auf Blockiergebühren. Die Stadtwerke Jena setzen sie zwischen 22 und 6 Uhr aus.

Prüfen Sie vor Ort, ob Ihr lokaler Anbieter eine ähnliche Regelung hat. Die Bundesregierung fordert im Masterplan Ladeinfrastruktur, dass Blockiergebühren zwischen 22 und 8 Uhr an AC-Säulen generell entfallen sollen. Eine EU-weite Umsetzung steht aber noch aus.

Fazit für Laternenlader

Wer ohne eigene Wallbox auskommt und regelmäßig über Nacht an öffentlichen Säulen lädt, sollte zwei Dinge beachten: Erstens den lokalen Stadtwerke-Tarif prüfen. Zweitens eine EWE GO Karte als Backup in der Tasche haben. Die großen Roaming-Anbieter wie EnBW oder Maingau sind für Laternenlader schlicht zu teuer.

Sonderladetarife der Autohersteller und Energieversorger

Einige der günstigsten Tarife sind an bestimmte Fahrzeugmarken oder Bestandskundenverträge gebunden. Wer das passende Auto oder den richtigen Energievertrag hat, spart teilweise erheblich.

AnbieterVoraussetzungGrundgebührkWh-PreisHinweis
Mobilize IntenseRenault/Dacia/Alpine-VIN4,99 €0,39 € (Ionity) / 0,85 € (Fremd)Günstigster Ionity-Tarif überhaupt
Tesla SuperchargerTesla-Fahrzeug0 €0,47 €Nur für Tesla-Fahrer
Tesla MitgliedschaftApp-Registrierung~11 €0,47 €Für Fremdmarken, nur via App
Mercedes MB.ChargeMercedes/Smart VIN4,99 € / 9,99 €ab 0,39 €Günstig am eigenen Netz, teuer im Roaming
Aral Pulse PlusKia/Hyundai VIN4,99 € / 9,99 €0,39 € / 0,49 €Guter Deal an Aral-Säulen
EnBW L VorteilstarifStrom-/Gaskunde11,99 €0,351 € (-10 %)Schlägt alle ab 12.000 km/Jahr
Maingau VorteilstarifStrom-/Gas-/Internetkunde0 €0,52 € (AC+DC) / 0,62 € (DC Standard)Keine Grundgebühr, europaweit einheitlich

Mobilize Intense ist der günstigste Ionity-Tarif überhaupt – aber nur für Fahrer von Renault, Dacia oder Alpine. Seit Anfang 2026 verlangt Mobilize bei der Registrierung eine gültige Fahrzeug-Identifikationsnummer (VIN). Mit 0,39 € pro kWh und nur 4,99 € Grundgebühr schlägt der Tarif sogar das Ionity-Jahresabo. Wer ein passendes Fahrzeug hat und viel auf der Autobahn lädt, spart mit Mobilize am meisten.

Tesla-Fahrer haben einen klaren Heimvorteil: Am Supercharger zahlen sie aktuell 0,47 € pro kWh in der Hauptzeit von 8 bis 20 Uhr. Das liegt im Mittelfeld der Schnelllader. Fremdmarken zahlen am Tesla-Supercharger mit 0,66 € pro kWh deutlich mehr. Wer regelmäßig dort laden möchte, kann für 12,99 USD monatlich (etwa 11 €) eine Mitgliedschaft abschließen und zum Tesla-Tarif laden.

Bei 0,19 € Ersparnis pro kWh amortisiert sich die Tesla-Monatsgebühr für Fremdmarken ab etwa 58 kWh / Monat. Bei einem angenommenen Verbrauch von 18 kWh pro 100 km entspricht das rund 320 km monatlicher Fahrleistung am Supercharger. Die Mitgliedschaft lässt sich nur über die Tesla-App abschließen.

EnBW-Stromkunden profitieren doppelt: Wer bereits Strom oder Gas bei EnBW bezieht, erhält über den Vorteilstarif 10 % Rabatt beim Laden an allen EnBW-eigenen Ladepunkten. Das macht bei einem kWh-Preis von 0,39 € im Tarif L effektiv nur noch 0,351 € pro kWh.

Die Rechnung: Ab etwa 2.150 kWh bzw. rund 12.000 km Jahresfahrleistung ist der EnBW Vorteilstarif der günstigste Tarif überhaupt – günstiger sogar als Mobilize für Renault-Fahrer. Pluspunkt: Auch innerorts hat EnBW viele Ladesäulen am Start.

Maingau-Kunden mit Strom-, Gas- oder Internetvertrag profitieren vom Vorteilstarif: 0,52 € pro kWh an AC- und DC-Säulen im Niedrigpreis-Netz (darunter Ionity, Edeka, Jet Strom), 0,62 € im Standardnetz. Das sind jeweils 10 Cent weniger als im Normaltarif.

Der größte Vorteil: keine Grundgebühr. Wer bereits Maingau-Kunde ist und nur gelegentlich öffentlich lädt, zahlt keinen Cent, solange das Auto in der Garage steht. Der Haken: An Hochpreis-Säulen (Aral, EnBW, E.ON) bleibt es auch für Vorteilskunden bei teuren 0,82 € pro kWh.

Was bedeutet das für Ihr E-Auto?

Für die meisten E-Auto-Fahrer gilt: Je mehr Sie laden, desto mehr lohnt sich ein Abo.

  • Wenigfahrer (500 kWh/Jahr): EWE GO – keine Grundgebühr, 0,52 € pro kWh, Jahreskosten 260 €
  • Normalfahrer (2.000 kWh/Jahr): EnBW L oder Ionity – beide bei 924 € jährlich, EnBW mit besserem Netz abseits der Autobahn
  • Vielfahrer (5.000 kWh/Jahr): Ionity (2.070 €) knapp vor EnBW L (2.094 €). EnBW-Bestandskunden mit Vorteilstarif schlagen beide mit nur 1.899 €

Sonderfälle: Fahrer von Renault, Dacia oder Alpine sollten unbedingt Mobilize prüfen – der günstigste Ionity-Tarif am Markt. Tesla-Fahrer profitieren vom Supercharger-Netz. Und wer bereits Strom von EnBW bezieht, fährt ab 12.000 km/Jahr mit dem Vorteilstarif am günstigsten.

Laternenlader haben es am schwersten. Blockiergebühren machen das Übernachtladen an öffentlichen Säulen teuer. Einzige Ausnahme: EWE GO an eigenen Säulen. Wer in Norddeutschland wohnt, hat Glück. Alle anderen sollten die Tarife der lokalen Stadtwerke prüfen.

Übrigens: Im Winter steigt der Verbrauch spürbar – unser Reichweiten-Rechner zeigt, wie viel eine Wärmepumpe wirklich bringt.

Die genannten Anbieter im Überblick:

  1. Aral Pulse
  2. EnBW Lade- und Vorteilstarife
  3. EWE Go
  4. Ionity
  5. MB.Charge
  6. Mobilize

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