In den Vierteln Umm Suqeim und Jumeirah buchen Uber-Kunden seit dem 20. August Fahrten in Baidus fahrerlosen RT6. Uber liefert dabei weder das Fahrzeug noch die Fahrsoftware, sondern nur die Nachfrage. In London sitzt in denselben Wagen bis heute ein Sicherheitsfahrer.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Robotaxi, das in Dubai über die Uber-App kommt, gehört weder Uber noch Baidu. Fahrzeug und Fahrsoftware stammen von Baidu, während der örtliche Betreiber New Horizon Luxury Transport die Flotte besitzt. Uber liefert die Fahrgäste.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Baidus Apollo Go fährt in Dubai seit dem 20. August 2026 ohne Sicherheitsfahrer über die Uber-App.
- Uber entwickelt seit dem Verkauf seiner Sparte an Aurora keine eigene Fahrsoftware mehr.
- Besitzer der Fahrzeuge ist der örtliche Betreiber New Horizon Luxury Transport.
- In den USA untersagt eine Regel des Handelsministeriums Fahrsoftware unter chinesischer Kontrolle ab Modelljahr 2027.
Wie teilen sich drei Firmen ein Robotaxi?

Uber trennte sich Ende 2020 von der eigenen Entwicklungssparte für autonomes Fahren und verkaufte sie an Aurora. Seitdem vermittelt der Konzern ausschließlich fremde Technik. Genau diese Arbeitsteilung hält in Dubai bei allen drei Beteiligten das gebundene Kapital klein, weil niemand Plattform, Fahrsoftware und Fahrzeugpark zugleich finanziert.
„Dubai ist zugleich die erste Stadt, in der wir ein Doppelmodell aus eigenem Betrieb und Partnerdiensten aufgebaut haben“, sagt Nan Yang, Vizepräsident von Baidu.[1] Seit April 2026 rollt dort bereits eine eigene Flotte mit der Dubai Taxi Company. Denselben Weg über fremde Plattformen geht WeRide, das seinen virtuellen Fahrer ins Ausland verkauft. Pony.ai will mit Uber über 2.000 Robotaxis nach Europa bringen.
Warum startet die Flotte nicht in den USA?
Das US-Handelsministerium untersagt seit Januar 2025 den Verkauf vernetzter Fahrzeuge, deren Vernetzungs- oder Fahrsoftware unter chinesischer oder russischer Kontrolle entsteht. Für Software greift das Verbot ab Modelljahr 2027, für Bauteile ab Modelljahr 2030.[2] Baidus Fahrsoftware bleibt damit vom größten Robotaxi-Markt ausgeschlossen. Uber setzt in Nordamerika auf Waymo, das dort 2028 eine eigene App startet.
Die Verkehrsbehörde von Dubai vergab dagegen schon im Januar 2026 die erste Erlaubnis für Testfahrten ganz ohne Sicherheitsfahrer. Über den Markteintritt entscheidet inzwischen der Zulassungsweg, nicht die Reife der Technik. In die Gegenrichtung schlagen die Handelsschranken ebenso durch: Waymo lässt in China bauen und zahlt für importierte Zeekr-Wagen 102 Prozent Strafzoll.
Uber besitzt in Dubai weder das Auto noch die Fahrsoftware und verdient trotzdem an jeder Fahrt. In München fehlt demselben Modell bisher nur die Betriebserlaubnis.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Vier Zahlen zum Start von Apollo Go auf der Uber-Plattform.
Europa fährt später
Denselben RT6 testet Apollo Go seit dem 28. Juli 2026 im Londoner Bezirk Brent, dort allerdings mit Sicherheitsfahrer und ohne zahlende Fahrgäste. In Deutschland erlaubt eine Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts dem Anbieter Momenta seit Juli 2026 Testfahrten auf Stufe 4, ebenfalls ohne Erlaubnis für den Fahrgastbetrieb.
Wann fährt das Modell in Deutschland?
Seit dem 28. Juli 2026 testet Apollo Go im Londoner Bezirk Brent gemeinsam mit Freenow, der Tochter von Lyft. Dort sitzt weiterhin ein Sicherheitsfahrer im Wagen, bezahlte Fahrten sind frühestens ab 2027 vorgesehen. Als erste europäische Märkte nennt die Partnerschaft Großbritannien und Deutschland.[3] In London vermittelt Uber außerdem bis zu 15 Wayve-Fahrzeuge mit Fahrer an Bord.
Hierzulande regelt die AFGBV zusammen mit den Paragrafen 1d bis 1l des Straßenverkehrsgesetzes den Betrieb fahrerloser Fahrzeuge in festgelegten Betriebsbereichen. Das Kraftfahrt-Bundesamt genehmigte dem chinesischen Anbieter Momenta im Juli 2026 bundesweite Testfahrten auf Stufe 4. Gemeinsam mit Uber sind Robotaxis in München geplant. Eine Erprobungsgenehmigung ersetzt allerdings keine Betriebserlaubnis.
Für Flottenbetreiber im DACH-Raum hängt der Zeitplan deshalb am Betriebsbereich, den eine Kommune ausweisen muss. Klären Sie früh, welche Stadt in Ihrer Region einen solchen Bereich nach AFGBV vorbereitet. Beim Fahrzeug wie beim virtuellen Fahrer sollten Sie einen chinesischen Zulieferer einkalkulieren.
Quellen
[1] Uber Technologies: „Uber Launches Baidu’s Fully Driverless Apollo Go in Dubai, Establishing the First Multi-Partner Autonomous Network Globally“
[2] US Bureau of Industry and Security: „Securing the Information and Communications Technology and Services Supply Chain: Connected Vehicles“, Federal Register, 16. Januar 2025
[3] Baidu Apollo Go: „Lyft Partners with Baidu to Deploy Autonomous Rides Across Europe“
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