Waymo und Uber lösen ihre Exklusivvereinbarung in Austin und Atlanta auf. Ab Januar 2028 fährt der Robotaxi-Anbieter dort über die eigene App, Uber darf fremde autonome Flotten aufschalten. Der Bruch zeigt, wo in der Robotaxi-Wirtschaft die Marge tatsächlich sitzt.

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In Nashville lädt seit Juni 2026 jeder Interessierte die Waymo-App und ruft damit ein Robotaxi, Lyft kommt als zweiter Kanal später dazu.[2] Genau dieses Muster erreicht nun Austin und Atlanta, die letzten beiden Städte mit Uber-Exklusivvertrag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Uber und Waymo beenden ihre Exklusivvereinbarung in Austin und Atlanta. Waymo startet dort im Januar 2028 die eigene App.
  • Bis mindestens Mai 2028 bleiben Hunderte Waymo-Robotaxis über Uber buchbar, so lange läuft der Vertrag.
  • Uber kann dort künftig autonome Fahrzeuge anderer Anbieter aufschalten und ist bei Robotaxis seit 2020 auf Partner angewiesen.
  • In Europa läuft die Rollenverteilung umgekehrt: VWs Tochter MOIA verkauft den autonomen ID. Buzz als schlüsselfertiges System an Plattformen, in Los Angeles an Uber.

Was haben Uber und Waymo genau vereinbart?

Hand greift nach schwebender Box mit Text: „ab Januar 2028 auf eigene Rechnung“, orangefarbener Aufkleber
Waymo startet Januar 2028 eigene App in Austin und Atlanta, während Hunderte Robotaxis parallel über Uber buchbar bleiben. Uber kann dann andere autonome Anbieter auf seine Plattform holen

Im Kern steht ein Rollentausch in zwei Städten. Waymo will laut CNBC im Januar 2028 die eigene App in Austin und Atlanta starten, parallel zum bestehenden Angebot auf der Uber-Plattform.[1] Hunderte Robotaxis bleiben dort bis mindestens Mai 2028 über Uber buchbar.

Für Uber fällt damit eine Beschränkung weg. Der Konzern kann dort autonome Fahrzeuge anderer Anbieter auf die eigene Plattform holen. Beide Städte waren zuletzt die einzigen Märkte mit einer solchen Exklusivität, nachdem die Partnerschaft in Phoenix im Juni 2026 ausgelaufen ist.[1]

„Nutzerinnen und Nutzer brauchen eine Wahl, wie sie diese Technologie erleben“, hat ein Waymo-Sprecher gegenüber CNBC erklärt und die Wahlfreiheit als entscheidend für die Zukunft der Branche bezeichnet.[1]

Warum verlässt Waymo die größte Nachfrageplattform?

Die Antwort liegt in der Auslastung. Eine junge autonome Flotte braucht die Nachfragedichte einer Plattform, weil leere Kilometer unmittelbar auf die Kosten schlagen. Sobald die eigene Marke genug Fahrgäste anzieht, kostet die Vermittlung Provision und Kundenbeziehung zugleich.

Waymo hat diesen Punkt sichtbar erreicht. Im Mai 2026 hat der Anbieter sein Bediengebiet auf über 1.400 Quadratmeilen in elf Städten ausgedehnt,[3] und seit das Robotaxi im Abo zu haben ist, verdient er am eigenen Kanal zusätzlich. Die Exklusivität war längst die Ausnahme, nicht die Regel.

Uber steht auf der anderen Seite dieser Rechnung. Der Konzern hat seine Robotaxi-Entwicklung Ende 2020 an Aurora abgegeben[4] und vermittelt seither fremde Technik, während Tesla beim Umbau zum Roboterkonzern den umgekehrten Weg geht.

Nicht die Technik entscheidet über die Robotaxi-Marge, sondern der Besitz der App. Uber hat das Fahrzeug abgegeben und merkt jetzt, dass der Fahrgast nicht dauerhaft mitgeliefert wird.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Vom Vermittler zur eigenen App: die Waymo-Uber-Trennung

Wie sich der Zugang zum Robotaxi in Austin und Atlanta bis 2028 verschiebt.

Der Weg zur Trennung

2020: Uber gibt die eigene Robotaxi-Sparte ab 2025: Exklusivvertrag in Austin und Atlanta Juni 2026: Phoenix-Partnerschaft endet Januar 2028: Waymo-App startet Mai 2028: Uber-Vertrag endet

Vier Zahlen zum Ende der Exklusivität

Jan. 2028
startet die Waymo-App in Austin und Atlanta, parallel zum bestehenden Angebot auf Uber
Mai 2028
bleiben Waymo-Robotaxis mindestens über Uber buchbar, so lange läuft der bestehende Vertrag
1.400
Quadratmeilen Bediengebiet in elf Städten meldet Waymo für Mai 2026
2
Städte stehen noch unter Uber-Exklusivität; in allen übrigen Märkten fährt Waymo ohne diesen Vertrag

Was bedeutet der Bruch für Europa?

Auf dem Kontinent läuft die Rollenverteilung spiegelverkehrt. VWs Tochter MOIA vermarktet den autonomen ID. Buzz als schlüsselfertiges System für Plattformen und liefert ihn in Los Angeles ausgerechnet an Uber.[5] Der Wolfsburger Konzern besetzt damit die Lieferantenrolle, die Waymo gerade aufkündigt.

Den Rahmen dafür liefert die Regulierung. Deutschland hat mit dem Gesetz zum autonomen Fahren von 2021 als erstes Land einen Regelbetrieb für Stufe 4 in festgelegten Betriebsbereichen geschaffen, EU-weit regelt die Durchführungsverordnung (EU) 2022/1426 die Typgenehmigung. In den USA räumt die Verkehrsaufsicht den Weg für Fahrzeuge ohne Lenkrad frei, in Europa rollt der erste Dienst bereits in Zagreb.

Für Flottenbetreiber im deutschsprachigen Raum verschiebt sich damit die Verhandlungsfrage. An den Anfang des Vertrags gehört nicht die Technik, sondern die Kontrolle über App, Preis und Fahrgastdaten. Dazu gehören eine Ausstiegsklausel für den Tag, an dem der Fahrzeuglieferant selbst zur Plattform wird, und eine Haftungsregel für Rückrufe wie den von Waymo über 3.800 Fahrzeuge.

Quellen

[1] CNBC: „Uber and Waymo to end exclusivity arrangement in Atlanta and Austin“ (24. Juli 2026)

[2] Waymo: „Starting today, anyone in Nashville can download the Waymo app“ (25. Juni 2026)

[3] Waymo: Ausweitung des Bediengebiets auf über 1.400 Quadratmeilen in elf Städten (13. Mai 2026)

[4] Uber Investor Relations: „Aurora is acquiring Uber’s self-driving unit, Advanced Technologies Group“ (7. Dezember 2020)

[5] Volkswagen Group: „MOIA America to deploy autonomous ID. Buzz vehicles on the Uber platform in Los Angeles by the end of 2026“ (8. April 2026)

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