Pony.ai und Uber weiten ihre Zusammenarbeit auf über 2.000 Robotaxis in Europa aus. Den Fahrgast bringt künftig die Uber-App, den fahrerlosen Wagen steuert die Technik des chinesischen Anbieters Pony.ai. Nach dem Start in der kroatischen Hauptstadt Zagreb sollen vier weitere europäische Städte folgen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenÜber 2.000 Robotaxis in Europa: Auf diese Zahl legen sich der chinesische Autonomie-Spezialist Pony.ai und der Fahrdienst Uber jetzt gemeinsam fest. Noch rollt der Dienst allein in Zagreb, doch das Modell dahinter zielt auf den ganzen Kontinent.
Das Wichtigste in Kürze
- Pony.ai und Uber planen über 2.000 fahrerlose Taxis in Europa, zunächst in Zagreb und vier weiteren Städten.
- Pony.ai liefert die fahrzeugunabhängige L4-Technik, Uber Buchung und Bezahlung, lokale Partner den Flottenbetrieb.
- Der Schritt reiht sich in eine ganze Serie chinesischer Robotaxi-Vorstöße nach Europa ein.
- Ein einheitliches UN-Regelwerk gilt erst ab 2027, bis dahin entscheidet jeder Mitgliedstaat für sich.
Was Pony.ai und Uber vereinbart haben

Die beiden Unternehmen bauen ihre seit Mai 2025 bestehende Partnerschaft aus und wollen über 2.000 Robotaxis auf europäische Straßen bringen. Grundlage ist der bereits laufende Dienst in Zagreb, wo der lokale Anbieter Verne die Flotte betreibt.[1] Vier weitere europäische Städte und der Nahe Osten sollen folgen.
Pony.ai steuert seine fahrzeugunabhängige L4-Technik bei, Uber die globale Buchungs- und Bezahlplattform. „Wir wollen einen dauerhaften kommerziellen Betrieb im großen Maßstab aufbauen, in Europa und darüber hinaus“, sagt Pony.ai-Gründer James Peng.[1]
Warum das arbeitsteilige Modell den Markteintritt beschleunigt
Der eigentliche Hebel steckt in der Arbeitsteilung. Pony.ai verkauft keine Autos, sondern einen virtuellen Fahrer, der sich in Fahrzeuge verschiedener Hersteller einbauen lässt. Uber liefert die Nachfrage über seine App, ein lokaler Flottenpartner wie Verne besitzt und wartet die Wagen vor Ort.
Für den chinesischen Anbieter senkt dieses Modell zwei Hürden zugleich, die Kapitalbindung und die Zulassung. Ohne eigene Flotte und ohne eigene Betriebslizenz gelingt der Eintritt in einen fremden Markt schneller. Uber selbst hatte zuvor Milliarden in eine eigene Robotaxi-Flotte gesteckt und fährt nun zweigleisig.
Nicht die beste Technik gewinnt den europäischen Robotaxi-Markt, sondern die klügste Arbeitsteilung aus Software, Plattform und lokalem Betrieb.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was der Vorstoß für Europas Straßen bedeutet
Pony.ai ist nicht allein. Innerhalb weniger Wochen haben gleich mehrere chinesische Anbieter den Sprung nach Europa angekündigt. WeRide etwa startet 2027 in Dänemark, in London fahren Wayve-Fahrzeuge über die Uber-App. Chinas Robotaxi-Branche sucht ihr Wachstum zunehmend im Ausland.
Die Regulierung hält damit nicht Schritt. Die UN-Wirtschaftskommission für Europa hat am 24. Juni 2026 zwar das erste globale Regelwerk für vollautonome Fahrzeuge verabschiedet, doch die Staaten haben bis zu 18 Monate Zeit zur Übernahme.[2] Bis ein einheitlicher europäischer Rahmen greift, voraussichtlich 2027 bis 2028, entscheiden die Mitgliedstaaten einzeln über Genehmigungen. Genau deshalb beginnt der Dienst in Zagreb und nicht in Berlin.
Für Flottenbetreiber und Mobilitätsverantwortliche im deutschsprachigen Raum lohnt der Blick auf zwei Punkte: das arbeitsteilige Betreibermodell als Vorlage und die nationale Genehmigungspraxis, die vorerst über Tempo und Standort entscheidet. Frühe Planung mit lokalen Partnern sichert beim Marktstart die erste Reihe.
Was ist ein Robotaxi?
Ein Robotaxi ist ein Personentaxi, das ohne menschlichen Fahrer fährt. Die Steuerung übernimmt ein autonomes Fahrsystem der Stufe L4, das im festgelegten Betriebsgebiet ohne Eingriff auskommt. Fahrgäste buchen und bezahlen die Fahrt in der Regel über eine App, im Fall von Pony.ai und Uber über die Uber-App.
Wo fahren die Robotaxis von Pony.ai und Uber in Europa?
Der gemeinsame Dienst startet in Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens, wo der lokale Partner Verne die Flotte betreibt. Geplant sind über 2.000 Robotaxis und vier weitere europäische Städte, deren Namen Pony.ai und Uber schrittweise bekanntgeben wollen. Zusätzlich ist eine Ausweitung in den Nahen Osten vorgesehen.
Wann sind Robotaxis in Deutschland erlaubt?
Ein einheitlicher europäischer Rechtsrahmen greift voraussichtlich erst 2027 bis 2028. Das globale UN-Regelwerk für vollautonome Fahrzeuge wurde am 24. Juni 2026 verabschiedet, die Staaten haben bis zu 18 Monate Zeit zur Übernahme. Bis dahin entscheidet jeder Mitgliedstaat einzeln über Genehmigungen, in Deutschland auf Basis des Gesetzes zum autonomen Fahren.
Quellen
[1] Pony.ai und Uber: „Pony.ai and Uber Expand Partnership to Deploy Over 2,000 Robotaxis in Europe“
[2] UNECE: „UNECE adopts first-ever global rules allowing fully autonomous vehicles“
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