WeRide bringt Chinas erstes Robotaxi nach Nordeuropa: Der Anbieter aus Guangzhou und der dänische Carsharing-Betreiber GreenMobility wollen ab 2027 einen öffentlichen Robotaxi-Dienst auf Kopenhagens Straßen anbieten. Für Dänemark ist das der erste kommerzielle Vorstoß mit fahrerlosen Fahrzeugen, für WeRide der Sprung in den sechsten europäischen Markt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenBeide Unternehmen haben die strategische Partnerschaft am 3. August bekannt gegeben.[1] Vorbehaltlich der Genehmigung durch die dänischen Behörden soll der Dienst im ersten Halbjahr 2027 öffnen. WeRide steuert Fahrsystem und Fahrzeug bei, GreenMobility die Flotte, die Lizenzen und den laufenden Betrieb.
Das Wichtigste in Kürze
- WeRide und GreenMobility starten 2027 Dänemarks ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst, zunächst in Kopenhagen und Aarhus
- Eingesetzt wird der GXR, WeRides EU-konformes Fahrzeug der Stufe Level 4, also fahrerlos ohne Sicherheitsfahrer
- Dänemark ist WeRides sechster europäischer Markt; das Unternehmen hält Fahrgenehmigungen in acht Ländern und betreibt über 3.000 Level-4-Fahrzeuge
- GreenMobility bringt mehr als 1.500 Elektrofahrzeuge und das größte free-floating-Carsharing-Netz Skandinaviens ein
Wie kommt ein chinesisches Robotaxi nach Dänemark?

Chinesische Technik trifft dänischen Betrieb: WeRide liefert das autonome Fahrsystem samt Fahrzeug, GreenMobility die Zulassungen, die Flottenlogistik und den Marktzugang.
Das gemeinsame Fahrzeug ist der GXR, WeRides jüngste Generation, die nach EU-Vorgaben gebaut ist. Getestet und zugelassen wird der Betrieb zusammen mit dem dänischen Straßendirektorat Vejdirektoratet und der Verkehrsbehörde Færdselsstyrelsen, jeweils nach dänischem und EU-Recht. Tony Han, Gründer und Chef von WeRide, ordnet den Schritt so ein.
„Diese Partnerschaft ist WeRides erster Eintritt in die nordische Region und ein weiterer wichtiger Meilenstein unserer Expansion in Europa“, sagte Tony Han. Kopenhagen dient dabei als Startpunkt, GreenMobility fährt bereits in der Hauptstadt und in Aarhus. Europas ersten regulären Robotaxi-Dienst nahm zuletzt das kroatische Zagreb in Betrieb.
Warum wählt WeRide den Umweg über einen Partner?
Der lokale Partner liefert genau das, was einem chinesischen Anbieter in Europa fehlt: Zulassungen, Ortskenntnis und eine eingespielte Flotte. Genau diese Blaupause nutzen Chinas Robotaxi-Firmen für den Eintritt auf den europäischen Kontinent.
Baidu testet mit Apollo Go in der Schweiz und peilt London über Uber und Lyft an, Pony.ai hat seine Europazentrale in Luxemburg. WeRide selbst fährt schon mit Genehmigungen in Frankreich und der Schweiz und betreibt rund 200 Robotaxis im Nahen Osten. Auch Hersteller wie Xpeng arbeiten am eigenen Serien-Robotaxi. Der Weg über einen etablierten Betreiber senkt Zulassungsrisiko und Anlaufkosten, während der westliche Rivale Waymo direkt antritt und dafür eigens die Waymo Germany GmbH gegründet hat.
Nach den E-Autos und den Batterien liefert China jetzt das Fahrsystem gleich mit. Europäische Städte sollten die Datenfrage klären, bevor der erste Fahrgast einsteigt.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der China-Vorstoß für Europa?
Für europäische Städte und Anbieter verschiebt sich der Wettbewerb um autonome Mobilität. Nach Autos und Batterien besetzen chinesische Firmen nun auch die Software am Steuer, und der Rechtsrahmen entscheidet über das Tempo.
Deutschland gilt als europäischer Vorreiter und erlaubt seit 2021 den fahrerlosen Betrieb der Stufe Level 4 im Regelbetrieb.[2] Den Preisdruck, den BYD und andere China-Marken auf dem Automarkt erzeugen, könnten die chinesischen Anbieter mit ihrem günstigeren Fahrsystem bald auf den Robotaxi-Betrieb übertragen. Dieselbe Dynamik zeigt sich schon bei den China-Modellen europäischer Hersteller und bei fahrerlosen Autos, für die zuletzt die US-Verkehrsaufsicht den Weg freiräumte.
Für Verkehrsbetriebe und Kommunen heißt das konkret: Datenschutz, Haftung und die Herkunft des Fahrsystems gehören früh geklärt, und Ausschreibungen für autonome Flotten sollten Kriterien zur Datenhoheit enthalten. Die nordischen Pilotprojekte taugen dabei als Frühindikator, ihre strategische Einordnung bündelt der Überblick zur Robotik 2026.
FAQ: WeRide, GreenMobility und das Robotaxi in Dänemark
Was ist WeRide?
WeRide ist ein 2017 in Guangzhou gegründetes Technologieunternehmen für autonomes Fahren und die erste börsennotierte Robotaxi-Firma der Welt. Es betreibt über 3.000 Level-4-Fahrzeuge in mehr als 40 Städten und zwölf Ländern, darunter Robotaxis, Robobusse und autonome Reinigungsfahrzeuge.
Wann startet das WeRide-Robotaxi in Dänemark?
Der öffentliche Robotaxi-Dienst soll im ersten Halbjahr 2027 in Kopenhagen und Aarhus öffnen, vorbehaltlich der Zulassung durch die dänischen Behörden. Getestet wird der Betrieb gemeinsam mit dem Straßendirektorat Vejdirektoratet und der Verkehrsbehörde Færdselsstyrelsen.
Was bedeutet Level 4 beim autonomen Fahren?
Level 4 bezeichnet ein Fahrzeug, das in einem festgelegten Gebiet vollständig ohne menschlichen Sicherheitsfahrer fährt. Innerhalb dieser Grenzen übernimmt das System alle Fahraufgaben, ein Mensch muss nicht eingreifen. Nur außerhalb des freigegebenen Bereichs endet der autonome Betrieb.
Welche chinesischen Robotaxi-Firmen expandieren nach Europa?
Neben WeRide drängen auch Baidu mit Apollo Go und Pony.ai auf den europäischen Markt. Baidu testet in der Schweiz und peilt London an, Pony.ai betreibt seine Europazentrale in Luxemburg. Meist geschieht der Markteintritt über Partnerschaften mit lokalen Mobilitätsanbietern.
Ist fahrerloses Fahren in Deutschland erlaubt?
Ja. Deutschland erlaubt seit 2021 als eines der ersten Länder den Regelbetrieb autonomer Level-4-Fahrzeuge auf festgelegten Strecken. Die konkrete Zulassung erteilt das Kraftfahrt-Bundesamt, die EU arbeitet zugleich an einem einheitlichen Rahmen für Zulassung und Test.
Quellen
[1] WeRide Inc.: „WeRide and GreenMobility Announce Strategic Partnership to Advance Level 4 Autonomous Mobility in Denmark“ (Pressemitteilung, 3. August 2026)
[2] Bundesministerium für Verkehr: „Act on autonomous driving“ (Gesetz zum autonomen Fahren, Level 4 im Regelbetrieb)
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